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	<title>Makie &#187; Uncategorized</title>
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	<description>Leben Be-Schreiben</description>
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		<title>Makie &#187; Uncategorized</title>
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		<title>Tanzen</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Feb 2009 09:05:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[07.02.2009
Tanzen? Hoffentlich kann ich es überhaupt noch. Schon lange war ich nicht mehr bei einem französischen Volkstanzabend.
Vorgestern rief einer der Musiker bei mir an. „Gestern sprachen wir von Dir, da wollte ich Dich einfach mal anrufen&#8230;&#8220;
Anstatt lange zu telefonieren habe ich P. versprochen, dass ich heute wieder einmal zum Tanzen komme.
Wer  einmal den &#8222;Himmel [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=263&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">07.02.2009</p>
<p style="text-align:justify;">Tanzen? Hoffentlich kann ich es überhaupt noch. Schon lange war ich nicht mehr bei einem französischen Volkstanzabend.</p>
<p style="text-align:justify;">Vorgestern rief einer der Musiker bei mir an. „Gestern sprachen wir von Dir, da wollte ich Dich einfach mal anrufen&#8230;&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">Anstatt lange zu telefonieren habe ich P. versprochen, dass ich heute wieder einmal zum Tanzen komme.</p>
<p style="text-align:justify;">Wer  einmal den &#8222;Himmel der Tänzer&#8220; erfahren hat, der sehnt sich stets zurück nach dieser Schwerelosigkeit, in der „es&#8220; plötzlich tanzt. Der Tänzer wird vollkommen passiv und lässt „es&#8220; geschehen. &#8222;Es&#8220; tanzt ihn und er selber ist vollkommen still. Er fühlt in sich den Mittelpunkt der Erde, die unbewegte Achse, die durch ihn hindurchgeht.</p>
<p style="text-align:justify;">Alles dreht sich um ihn: die Lichter, der Saal und ein anderer Tänzer in seinen Armen, hält ebenso still.</p>
<p style="text-align:justify;">Machen kann man das nicht. Es geschieht, irgendwann spät, nach vielen Tänzen. Erst wenn alle Knochen gerichtet sind, Sorgen, Zweifel und Bedenken unmerklich, unwichtig worden sind, wenn die Verstimmungen raus sind aus dem Körper, die Krämpfe und wenn Verstörungen keine Rolle mehr spielen, zumindest nicht die Hauptrolle, wenn alles egal ist&#8230;</p>
<p style="text-align:justify;">Dann gibt es den Einklang mit der Welt und mit dem Gegenüber. Das Leben ist einfach nur schön und ist dieser Moment, in dem der Tänzer befreit ist, losgelassen und „es&#8220; läuft: Leben wie von selbst.</p>
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		<item>
		<title>Land&#8217;s End</title>
		<link>http://makie.wordpress.com/2009/01/28/lands-end/</link>
		<comments>http://makie.wordpress.com/2009/01/28/lands-end/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 28 Jan 2009 19:38:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Natur]]></category>
		<category><![CDATA[Orte]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://makie.wordpress.com/2009/01/28/lands-end/</guid>
		<description><![CDATA[27.04.2007
Am Ende des Bahnsteiges und entgegen der Fahrtrichtung
ein kühlender Wind und eine Sonne, die brennt.
In den Nachrichten der Fund einer zweiten Erde
- na endlich –
und „Leben ist möglich“
- auch das –
und ich – auf meinen Sitzknochen,
wie auf zwei Gnadenhöckern,
mit eingeschlossener Bauchkammer über
verschränkten Schenkeln und
einem grün leuchtenden, baumelnden Fuss.
Hier pflanzen sich die ungebetenen Pflanzen fort und
das [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=240&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">27.04.2007</p>
<p style="text-align:justify;">Am Ende des Bahnsteiges und entgegen der Fahrtrichtung<br />
ein kühlender Wind und eine Sonne, die brennt.</p>
<p style="text-align:justify;">In den Nachrichten der Fund einer zweiten Erde<br />
- na endlich –<br />
und „Leben ist möglich“<br />
- auch das –<br />
und ich – auf meinen Sitzknochen,<br />
wie auf zwei Gnadenhöckern,<br />
mit eingeschlossener Bauchkammer über<br />
verschränkten Schenkeln und<br />
einem grün leuchtenden, baumelnden Fuss.</p>
<p style="text-align:justify;">Hier pflanzen sich die ungebetenen Pflanzen fort und<br />
das Müllgedächtnis zeugt vom Überfluss rausgeworfener Rohstoffe,<br />
die hier aufgeheizt, das Licht stumpf reflektierend,<br />
schmutzig dümpelnd, vor sich hin gärend,<br />
bis sie zeitverzögert, aber doch hoffentlich wieder,<br />
in den Mutterschoss aufgenommen werden.</p>
<p style="text-align:justify;">Es gibt nichts Ausserirdisches und damit nicht genug:<br />
Warum sollte es Ausserirdisches geben?</p>
<p style="text-align:justify;">Grenzerforschung ist das Eine,<br />
für die, die immer ganz weit nach draussen wollen,<br />
Aufgaben für die Daheimgebliebenen gäbe es an sich genug.</p>
<p style="text-align:justify;">Die zweite Erde lockt.</p>
<p style="text-align:justify;">Die „Rohstoff-in-Dreck-Transformation“ kann weitergehen.<br />
Wenn es hier zu heiss wird,<br />
dann ziehen wir eben um.<br />
20 Milliarden Lichtjahre entfernt.</p>
<p style="text-align:justify;">Und wem es in seinem Körper nicht gefällt,<br />
der lässt sich eben operieren:<br />
Prima Modelle geben die Lieblingsstars ab.<br />
Das ist doch heutzutage alles gar kein Problem.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Sonne brennt.<br />
Laut Nachrichten und Stimmung<br />
kein Grund zur Freude und auch<br />
kein Grund für Frühlingsgefühle.</p>
<p style="text-align:justify;">Schliesslich sind wir längst im Hochsommer und<br />
in nur wenigen Jahren wird man alles tun,<br />
der Sonne zu entkomen.</p>
<p style="text-align:justify;">So ist die Stimmung und auf den Gehwegplatten<br />
erwärmt sich ausgespuckter Kaugummi.</p>
<p style="text-align:justify;">Und dann gibt es die, die sich aufregen über so etwas.<br />
Die, die sich ordentlich benehmen und niemals<br />
einen toten Fisch kaufen würden.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Dinge, die ich mir wünsche und<br />
die Kinder wünschen, die treten nicht ein.</p>
<p style="text-align:justify;">Und ich nehme Trauer und Enttäuschung<br />
in dem Vertrauen, dass das Leben es richtiger mit mir meint<br />
als ich mit mir selbst: Was ich tu, das ist das eine,<br />
was geschieht, das ist das Unerwartete.</p>
<p style="text-align:justify;">Was ich mir wünsche, das trifft nicht ein.<br />
Ich werde nicht gerettet und es kommt auch niemand.</p>
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		<title>Ein Schneemann</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Jan 2009 18:45:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[ 
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			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p> </p>
<div id="attachment_218" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://makie.files.wordpress.com/2009/01/img_3850.jpg"><img class="size-full wp-image-218" title="Ein Schneemann" src="http://makie.files.wordpress.com/2009/01/img_3850.jpg?w=500&#038;h=666" alt="Ein Schneemann" width="500" height="666" /></a><p class="wp-caption-text">Ein Schneemann</p></div>
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	</item>
		<item>
		<title>Und noch ein Atelierbesuch&#8230;</title>
		<link>http://makie.wordpress.com/2008/12/30/und-noch-ein-atelierbesuch/</link>
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		<pubDate>Tue, 30 Dec 2008 17:20:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Atelier der Geruch von faulen Eiern und eine kleine, frische Garnitur aus weiss-geschnörkelten Sitzmöbeln und Tisch, wie in einem italienischen Eiscafé der 50er Jahre.
Auf der Fensterbank vor dem Dachfenster lagern kleine dottergelbe, angeschrumpelte Äpfel mit roten Wangen. Auf einem Tisch davor stehen irdene, wunderbar bauchige, frisch gedrehte Gefäße zum trocknen.
An und vor den Wänden [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=137&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">Im Atelier der Geruch von faulen Eiern und eine kleine, frische Garnitur aus weiss-geschnörkelten Sitzmöbeln und Tisch, wie in einem italienischen Eiscafé der 50er Jahre.</p>
<p style="text-align:justify;">Auf der Fensterbank vor dem Dachfenster lagern kleine dottergelbe, angeschrumpelte Äpfel mit roten Wangen. Auf einem Tisch davor stehen irdene, wunderbar bauchige, frisch gedrehte Gefäße zum trocknen.</p>
<p style="text-align:justify;">An und vor den Wänden sind Bilder gelagert und Bilder gehängt. Wie ein Flickenteppich, der stets erweiterbar ist.</p>
<p style="text-align:justify;">Am Boden ist der Malort. Hier stehen wie ein Regenbogen aufgereiht, in Marmeladengläsern abgefüllt, die leuchtenden Farbpasten sorgsam zugedeckt. Hier stehen angefangene Arbeiten, auf denen die Vorzeichnung noch zu sehen ist. Eine Figur im Bus. Die Künstlerin weiß nicht, ob diese Figur bleiben oder ob sie im Dialog mit der Leinwand irgendwann verschwinden wird.</p>
<p style="text-align:justify;">Niemand mag eine weisse Leinwand, sagt die Künstlerin und beginnt mit einer flüchtigen Vorzeichnung, die sie leicht und unverbindlich mit dem Tuschepinsel und schwarzer Tusche aufträgt</p>
<p style="text-align:justify;">Die Künstlerin arbeitet auf den verschiedensten Formaten, von ganz klein bis langgestreckt. Viele Formate erinnern an Friese. Große Rechtecke und auch kleine. Die Gemälde entstehen am Boden liegend und nicht immer ist die Richtung klar. Die Malerin arbeitet knieend davor, wie ein Mönch, sagt sie und lacht.</p>
<p style="text-align:justify;">Ihre Malerei besteht aus Eitempera mit purem Pigment. Gemalt mit den Händen, die in Einweghandschuhen stecken. Malerei aus Farbe, die angerührt wird wie ein Teig. Malerei aus satter Malmaterie aus leuchtenden Erden. Goldgelb und rot wie die Äpfelchen, Grasgrün und Zinkgrün und ein bezauberndes Rosa. Orangerot und Kaisergelb. Viel pure Farbe und manch&#8217; gebrochener Akzent.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Künstlerin plant nicht, sondern sie legt los. Wenn sie wüßte, was sie vorhätte, dann wäre ihr langweilig. Sie überläßt es dem Zufall und läßt es sich und ihren mittlerweile dreissig Jahren Erfahrung Malerei zufallen, läßt sich von ihren Handlungen und Entscheidungen überraschen und badet in der Farbe, geniesst den Anblick und tastet sich von Augenblick zu Augenblick tiefer in das Abenteuer der Bildfindung hinein.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Farbe erobert die Fläche und gibt allmählich ihre Geheimnisse preis. Das Gespür und die Entscheidenungen der Künstlerin bilden die Farbräume. Manchmal sind es abgegrenzte Geometrien und dann wieder Farbwolken, die einander überlappen und durchdringen.</p>
<p style="text-align:justify;">Raumlose, lichte oder leuchtende Farbräume ermöglichen jene Funde, die die Malerin beglücken:</p>
<p style="text-align:justify;">Figuren, Figurinen, Gestalten und damit auch Geschichten, lassen sich auf einem Bildgrund blicken,  der sich schließlich als Bühne entpuppt.</p>
<p style="text-align:justify;">Fische und Tiere kommen geradewegs aus dem Reich der Fantasie, tauchen in Farbräumen und aus Farbgebilden auf und bauen mit am Gleichgewicht und der Sättigung der Bilder.</p>
<p style="text-align:justify;">Es sind farbenglühende, gerngesehene Bilder, die wie wärmende Hausmauern die Wände bestücken und die bewohnt sind wie eben jene von emporwackelnden Gottesanbeterinnen, langschnäbeligen, konversierenden Vögeln.</p>
<p style="text-align:justify;">Zwei Wesen sind besser als eines, sagt die Künstlerin, während ein getupfter Kugelfische unter den wachsamen Augen eines fantastischen Opernbesuchers dahergeschwommen kommt.</p>
<p style="text-align:justify;">Es sind Fantasietiere, die ihresgleichen suchen.</p>
<p style="text-align:justify;">Kostbare, irdene und leuchtende Farbgründe eröffnen das Feld auch für silbrig glänzende Bleistiftzeichnungen unter deren Strich manchmal die Farbe wegplatzt und anderen Farben wieder ans Tageslicht verhilft.</p>
<p style="text-align:justify;">Raum für Geschichten, oder besser Situationen, die es vorher noch nicht gab. Offene Geschichten, zum Weiterdichten oder für einen kleinen Moment.</p>
<p style="text-align:justify;">Sternschnuppenkurz oder auch für länger. Das kleine rote Wesen, das alleine auf den Treppenstufen am Wasser sitzt. Zwischen Rotkäppchen und Tod in Venedig. Ein Schauer, ein Frösteln und weiter geht es, mit dem Hund der vom Sockel schaut&#8230;.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Künstlerin liebt das Reisen, liebt den Exotismus und auch orientalische Häuserwände. Sandfarben oder gekalkt. Und wenn es dort bröselt und sich die Mauergeister zeigen, dann ist es ihr gerade recht. Ihre Bilder sind Flächen, die Assoziationen wecken.</p>
<p style="text-align:justify;">Manches feingezeichnete Gesicht lässt sich im Herzen der Farbe blicken. Oder auch bandoneonspielende Tangomusikern, die mit Blick auf ihr Instrument in der Musik versunken sind.</p>
<p style="text-align:justify;">Ein kleines Mädchen schiebt einen grasgrünen Rasenmäher vor sich her. Vor den gigantischen Brillengläsern, die sie zu beobachten scheinen, während die Malerin die Szene vielleicht aus dem Zug heraus beobachtet hat. Schnell und flüchtig. Eingefangen auf ihrem Bild wie einen Schmetterling.</p>
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		<title>Ausstellungsbesuch</title>
		<link>http://makie.wordpress.com/2008/12/29/ausstellungsbesuch/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Dec 2008 08:46:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://makie.wordpress.com/?p=117</guid>
		<description><![CDATA[29.12.2008
Eine Bekannte hatte eine Ausstellung in einer kleinen Ladengalerie und passte selber auf ihre Ausstellung auf. Ihre beste und älteste Freundin war zu Besuch gekommen und die beiden saßen zusammen an einem kleinen Tisch, rauchten und führten ein engangiertes Gespräch über Quantenphysik bzw. über ein Buch, das sie beide zu diesem Thema gelesen hatten.
Da ich [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=117&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">29.12.2008</p>
<p style="text-align:justify;">Eine Bekannte hatte eine Ausstellung in einer kleinen Ladengalerie und passte selber auf ihre Ausstellung auf. Ihre beste und älteste Freundin war zu Besuch gekommen und die beiden saßen zusammen an einem kleinen Tisch, rauchten und führten ein engangiertes Gespräch über Quantenphysik bzw. über ein Buch, das sie beide zu diesem Thema gelesen hatten.</p>
<p style="text-align:justify;">Da ich der Künstlerin versprochen hatte, bei ihrer nächsten Ausstellung eine Rede über sie zu halten, sah ich mir ihre Bilder an.</p>
<p style="text-align:justify;">Zeichnungen und Leinwandbilder. Kleine und mittlere Formate. Buntstiftzeichnungen und Ölbilder. Ein Teil der Zeichnungen hatte Kochrezepte zum Thema: Da Humma hod an Kumma&#8230; ihm drohte der Kochtopf. Und vor dem Kochtopf da lagen eine Fenchelknolle und eine Blüte Dill. Und in Schreibschrift stand jeweils schwarz der jeweilige Gegenstand bezeichnet. Auf einer weiteren Zeichnung mit Pilzen und einem Stück Wurst und vor allem mit kleinen Partikeln gemalter Petersilie war zusätzlich das Erdenrund, wenn nicht gar das Universum erklärt. Die Pilze am Rand des Tellers, die Fliehkraft und die Quanten. Vielleicht war es auch etwas anderes. Für mich waren die Blätter nicht nachvollziehbar, weil ich mir über den Aufbau des Universum keine Gedanken mache. Da reiche ich einfach nicht hin. Für mich stehen die Sterne am Himmel.</p>
<p style="text-align:justify;">Auf anderen Zeichnungen verschränken sich Köpfe und Geometrien. Pfeile bilden das Abbild eines Denksystems. Köpfe und Körper sind dazwischen verzeichnet als Dreh- und Angelpunkte. Es geht um die Sehnsucht. Die Idee steckt als Schrift im Oberschenkel. Das Bild im Rücken.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich habe die Zeichnungen angesehen und nicht verstanden. Nur soviel, dass diese Zeichnungen der Künstlerin eine Art „Mind-Maps“ sind: Pläne oder Karten auf denen sie ihre Gedanken und Gedankengänge durch emotional aufgeladene und expressiv (teilweise explosiv und jenseits einer ausschließlich ästhetisch gemeinten Bildsprache) wiedergegebene Symbole darstellt und dann regelrecht systematisch beschriftet. Ihre Worte sind dadurch in ein visuelles System aus symbolisch gemeinten Zeichnungselementen eingebunden. Die Zeichnungen wiederum sind in einen Beschriftungstext eingebunden. Alles zusammen hat einen visuellen Reiz aus Farben und Formen, aus der Verbindung von Zeichen verschiedener Ordnung.</p>
<p style="text-align:justify;">Es gab einfachere Zeichnungen – auf denen nur ein Gesicht zu sehen war oder ein paar Fische, ein Messer und etwas, wo „Fischfilet“ als Bezeichnung dran stand.</p>
<p style="text-align:justify;">Es gab auch eine Zeichnung, die war zerschnitten und klebte auf einer weiteren Zeichnung drauf. Ein Gesicht und darüber streifenweise ein weiteres Gesicht. Hier wird das Verhältnis von Gegenstand und Raum, von Gegenstands- und Raumerfahrung thematisiert.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich sagte der Künstlerin, dass ich ihre Zeichnungen nicht verstehe. Ich wüsste eben nur soviel, dass sie Ausdruck ihres Denkens und der Versuch einer Welterfassung oder Welterklärung seien. Bei jeder Arbeit wird spürbar, dass es nicht um das einzelne Symbol geht, sondern immer um die Zusammenhänge, in denen ein Symbol auftaucht.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich erinnnerte mich an einen österreichischen Künstler, über den ich einen Katalogtext geschrieben hatte und bei dem mir bewusst wurde, dass ich lediglich über meine Perspektive etwas sage, nie aber über seine Arbeit als solches. Es war mir bewusst geworden, dass das gar nicht möglich ist, weil der Künstler sich sich selbst in anderen Bezügen wähnt als ich.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich erzählte das der Künstlerin und die meinte, ich sei auf dem besten Wege dazu, ihre Zeichnungen zu verstehen.</p>
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		<title>Busfahrt durch den Park</title>
		<link>http://makie.wordpress.com/2008/12/28/busfahrt-durch-den-park/</link>
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		<pubDate>Sun, 28 Dec 2008 19:11:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Befindlichkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[28.12.2008
Ich fahre gerne mit dem Bus durch den Englischen Garten.
Lasse mich fahren und dabei gehen.
Vergesse Brummen, Schaukeln und Bremsen.
Vergesse die Mitfahrenden, Ein- und Aussteigen.
Vergesse, dass ich im Bus bin.
Meine Blicke schweifen in der Zeichnung winterlich nackter Baumkronen.
In den unterschiedlichen Posen der Stämme. In Bäumen und Büschen.
Manches kommt mir ganz ruhig gewachsen vor, anderes hochdramatisch.
Ich bilde [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=109&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">28.12.2008</p>
<p>Ich fahre gerne mit dem Bus durch den Englischen Garten.</p>
<p>Lasse mich fahren und dabei gehen.<br />
Vergesse Brummen, Schaukeln und Bremsen.<br />
Vergesse die Mitfahrenden, Ein- und Aussteigen.<br />
Vergesse, dass ich im Bus bin.</p>
<p>Meine Blicke schweifen in der Zeichnung winterlich nackter Baumkronen.<br />
In den unterschiedlichen Posen der Stämme. In Bäumen und Büschen.</p>
<p>Manches kommt mir ganz ruhig gewachsen vor, anderes hochdramatisch.</p>
<p>Ich bilde mir die Persönlichkeiten der Bäume ein. Die Haimbuchen mit ihren schwarz geschwungenen, hängenden Zweigen kommen mir vor wie ältliche Operndiven. Dagegen sind die Fontänen vollkommen gerade gewachsener Pappeln ein Jungbrunnen, unkompliziert und frisch.</p>
<p>Im Abendlicht schlängelt sich der Spazierweg zwischen den Rasenflächen entlang. Zwischen den Bäumen ist der Boden vom Schnee überzogen.<br />
Getrocknete Blätterhäuschen haben weisse Dächer und schwarze Löcher.</p>
<p>Ganz weit hinten blinken flink die Leuchtfarben der Fußballspieler.<br />
Weiter vorne spazieren steif die Winterspaziergänger.</p>
<p>Es ist kalt heute. Der Wind eisig. Das Licht klar.<br />
Die Mantelkrägen sind hochgeschlagen. Die Mützen tief gezogen.</p>
<p>Meine Wange liegt am Fenster. Draussen ist alles so säuberlich gezeichnet.<br />
Äste, Stämme, Maserungen und getrocknete Blattränder.. Herabgefallene Zweige, kurze Grashalme. Die Dämmerung schluckt allmählich die Farben.<br />
Krähen landen und fliegen auf.</p>
<p>Ich fahre mit dem Bus durch den Park, träume vor mich hin und mir ist warm.</p>
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		<title>Befreiung oder endlich ein Loch im Schuh</title>
		<link>http://makie.wordpress.com/2008/12/24/befreiung-oder-endlich-ein-loch-im-schuh/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Dec 2008 08:49:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Befindlichkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute morgen habe ich meine Mutter in K. angerufen. Das Erste, was sie zu mir sagte, war: &#8222;Ich habe gerade ein Loch in meinen Schuh geschnitten.&#8220;
Dabei klang sie stolz und glücklich. So wie jemand, der eine Meisterleistung vollbracht hat.
Seit Monaten ist ihr Fußknöchel entzündet. Sie kann kaum noch laufen. Heute morgen hat sie endlich ein [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=84&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">Heute morgen habe ich meine Mutter in K. angerufen. Das Erste, was sie zu mir sagte, war: &#8222;Ich habe gerade ein Loch in meinen Schuh geschnitten.&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">Dabei klang sie stolz und glücklich. So wie jemand, der eine Meisterleistung vollbracht hat.</p>
<p style="text-align:justify;">Seit Monaten ist ihr Fußknöchel entzündet. Sie kann kaum noch laufen. Heute morgen hat sie endlich ein Loch in den Schuh geschnitten, damit sie wieder in ihren Schuhen gehen kann.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich war unendlich erleichtert, das zu hören. Ich habe es gleich meiner Schwester in D. erzählt.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich habe meiner Schwester auch erzählt, wie glücklich meine Mutter war, dass sie sich nach wochenlangen Schmerzen nun endlich überwunden hat, ein Loch in ihren Schuh zu schneiden.</p>
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	</item>
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		<title>Patti Smith im Haus der Kunst, München</title>
		<link>http://makie.wordpress.com/2008/12/20/patti-smith-im-haus-der-kunst-munchen/</link>
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		<pubDate>Sat, 20 Dec 2008 09:21:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Befindlichkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[15.12.2008 Patti Smith im Westflügel des Haus der Kunst.
Eingeladen und vorgestellt vom Direktor des Hauses der Kunst, Chris Dercon, und von seinem Team, kam Patti Smith zum wiederholten Male als Gast nach München und ins Haus der Kunst.
Sie hat sich einladen lassen als „carte blanche“ und für drei Abende.
Was gestern im Haus der Kunst, im [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=74&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">15.12.2008 Patti Smith im Westflügel des Haus der Kunst.</p>
<p style="text-align:justify;">Eingeladen und vorgestellt vom Direktor des Hauses der Kunst, Chris Dercon, und von seinem Team, kam Patti Smith zum wiederholten Male als Gast nach München und ins Haus der Kunst.</p>
<p style="text-align:justify;">Sie hat sich einladen lassen als „carte blanche“ und für drei Abende.</p>
<p style="text-align:justify;">Was gestern im Haus der Kunst, im Rahmen der Ausstellung „Spuren des Geistigen in der Kunst“ bei der auch Arbeiten von Patti Smith vertreten sind, mit einer Diskussion um Gott, Religion und die Kunst und vor allem mit Christoph Schlingensief, mit dem P.S. befreundet ist, begann, wurde heute abend fortgeführt in einem Abend mit Bildern, Texten, Gedichten und Liedern und vor allem mit dem 1976 in Lonon geborenen Cellisten Adrian Brendel, dem Sohn von Alfred Brendel.</p>
<p style="text-align:justify;">Morgen schließt die dreiteilige Veranstaltung mit einem Auftritt von Patti Smith in der Allerheiligenhofkirche.</p>
<p style="text-align:justify;">Christ Dercon stellt Patti Smith als Schamanin in Gestalt der Sängerin, Dichterin und bildenden Künstlerin vor. Rock-Musik sei ihr Ausdruck von Trance, Extase und Hypnose.</p>
<p style="text-align:justify;">Gott und Religion sei von jeher ein Thema für Patti Smith, die ihre Zwiegespräche mit Gott erfindet, ohne zuvor durch eine „Servicestation“ gehen zu müssen / gegangen zu sein.</p>
<p style="text-align:justify;">Ihre Seelengefährten sind William Blake, Antonin Artaud, Robert Mapplethorpe, ihr verstorbener Ehemann Fred Sonic Smith und &#8211; von Kindheit an bis jetzt &#8211; der französische Dichter Arthur Rimbaud.</p>
<p style="text-align:justify;">Patti Smith’s Auftritt steht unter dem Motto Words, Music und Pictures. Sie tritt auf – wie ungefähr immer – weisses Hemd, Jeans, helle Cowboystiefel (Knobelbecher), eine schwarze Krawatte mit kleinen weissen Flecken, verknautscht und vollkommen lose um den Hals gelegt, zwischen Schmuck und Galgenstrick, ein schwarzes Jacket und eine schwarze Wollmütze.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Wollmütze zieht sie erst nach dem zweiten Lied ab. Und wie in Zeitlupe aufgelöst, braucht sie länger als andere, um ihr Haar zu ordnen, das hinterher noch wirrer um ihren Kopf herumsteht, als zuvor.</p>
<p style="text-align:justify;">Ihr Gesicht, schmal, androgyn und ihr Mund riesig. Ihre Augen manchmal lachend, dann weinend, zärtlich, haltlos, voller Freude, dann vollkommen ungehalten und manchmal zusammengezogen wie die eines Eskimomädchens. Das Gesicht auch manchmal wie das eines Affen, pur und unkontrolliert und vollkommen präsent.</p>
<p style="text-align:justify;">Nicht Mann, nicht Frau. Jenseits der Abgrenzung, jenseits fester Zuordnungen.</p>
<p style="text-align:justify;">Sie kommt herein und mit ihr eine Woge und ein Taumel, die so stark sind als müsse man umfallen, als würde es einen um den Verstand bringen.</p>
<p style="text-align:justify;">Hinter ihr Projektionen von schwarz weiss aufgenommenen Fotografien, Filmausschnitten und einer einzigen, sich wiederholenden Filmszene in Farbe: Einer Herde galloppierender, schwarzer Pferde vor einem roten Himmel.</p>
<p style="text-align:justify;">Sonst: Eine barocke Kirchenorgel in Plastik eingeschlagen wie in einen riesigen Bühnenvorhang, ein Bund verwelkender, weisser Rosen, Rosenkränze, Steinskulpturen in Kirchen und Aufnahmen von riesigen, sich extrem weit über das Land spannenden Brücken.</p>
<p style="text-align:justify;">Filmszenen, in denen Patti als Rocklady mit Rattenzöpfen und im ausgeleierten Sweat-Shirt in Gegenwart ihrer Freunde und Mitmusiker performt, Bilder aus ihrem Haus und eine Aufnahme in die Kuppel des ältesten, europäischen Parlamentgebäudes, das ausgerechnet in Guernica steht und eines der wenigen Gebäude ist, die (dort) den zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden haben. Zu Recht, meint Patti.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Schicksale der Menschen, sind ihr Schicksal und sie teilt es mit jenen, die sie kennt und mit jenen, die sie nicht kennt. Zum Beispiel mit dem jungen Mann, der 5 Jahre Lang in Guantanamo gefangen gehalten wurde, ohne Licht und ohne jeden Beistand, den einzig die Gedanken und Gebete seiner Familie am Leben gehalten haben und der auch im Augenblick seiner Freilassung seiner Familie in Ketten vorgeführt wurde. Als letzter Demütigung Bush’s.</p>
<p style="text-align:justify;">Als Patti Smith das Lied für jenen jungen Mann gesungen hat, den sie nie getroffen hat, dessen Schicksal sie allerdings mit größter Anteilnahme verfolgt hat, da hat es sie schier vor Schmerz zerrissen und als sie nach dem Lied ihre Gitarre an den hinteren Rand der Bühne, mit dem Rücken zum Publikum abgelegt hat, da war es, als bräuchte sie diesen Augenblick, um sich zu fangen.</p>
<p style="text-align:justify;">Wenn Sie ihre große, runde Brille aufsetzt, dann wirkt sie im ersten Augenblick wie eine Märchenerzählerin und im zweiten Augenblick verwandeln sich die von ihr gelesenen Worte in den Vollzug der Worte.</p>
<p style="text-align:justify;">In eine Performance, in der das Publikum anfängt, die von ihr gehämmerten, genagelten, gefügten, gefliesten Wortströme, Wortteppiche, Klanggebilde, Mantren und Gebete, und zum Beispiel die flehentlichen Sprechgesänge eines <a href="http://de.youtube.com/watch?v=47leRbuaOxo&amp;feature=related">kleinen Jungen</a>, der von seinem verstorbenen Vatern auf dessen Schiff geholt werden will, mitzuvollziehen.</p>
<p style="text-align:justify;">Manche Sätze kommen überklar, andere verschwinden ganz und gar im Klang und in eben jener Trance, die die Performance der Künstlerin auslöst, während sich ihre Worte aus ihrem Körper und in den Körper des Publikums schrauben, Worte, die den Zuhörer jagen, wie lebendige Pfeile und ihn fliegen lassen, wie die Vögel, wie den Wind, der immer wieder in ihren Texten auftaucht, der Wind, der durch Bäume und durch Gräser streift.</p>
<p style="text-align:justify;">Sie begrüsst ihr Publikum mit einem München Lied: Sie kommt nach München, der Vollmond ist noch fast voll, der Himmel feucht und schwer von Schnee und sie spricht in ihrem Lied über die beeindruckenden Architekturen und schließlich über den Portier ihres Hotels, den sie nach der Person fragt, die von einer Skulptur dargestellt wird. Der Portier weiss es nicht. Patti singt, dass wir auch an unsere Vorfahren denken müssen.</p>
<p style="text-align:justify;">Was auch immer sie zeigt oder singt: immer ist es der Anfang zu einer weiterführenden Geschichte, die Oberfläche eines Momentes, der in die Tiefe führt. So führt sie mit ihrem Gesang auch ihr Publikum in die Stille. Zeitweilig.</p>
<p style="text-align:justify;">Bei dem zweiten Lied stellt sie ihren „neuen Freund“ vor, den sie „gestern“ zum ersten Mal getroffen hat: Den Cellisten Adrian Brendel, der sie durch den Abend begleiten wird. Und das tut er, voller Hingabe, folgt er der Stimme von Patti Smith, folgt ihren Gittarrenakkorden (die oft wie eintöniges Geschrammel klingsen &#8211; sie spielt ihre Gitarre, wie ein Schamane seine Trommel, die Gitarre ist ihr Pferd, das ihr hilft im Laufe eines Liedes hineinzukommen in die Kraft eines Liedes, die Intensität zu steigern).</p>
<p style="text-align:justify;">Brendel lehnt sich zunehmend hinein in sein Erleben ihres Gesanges und begleitet sie mit gezupftem Cello, das er hält wie eine Gitarre, mit gestrichenem Cello und folgt ihr solange, bis sein Cello anfängt zu antworten und eigenständig zu spielen.</p>
<p style="text-align:justify;">Patti Smith bemerkt, das Publikum solle sich nicht wundern, wenn die Lieder uns „familiar“ vorkämen – sie kenne nur fünf Akkorde – Adrian Brendel kenne immerhin sechs Akkorde.</p>
<p style="text-align:justify;">Im Laufe des Abends stellt sich jedoch heraus, dass Smith im Grunde nur einen einzigen Akkord braucht – ihr liebster sei früher a-Dur gewesen (eine beliebte Mozart-Tonart!) und sei heute a-moll.</p>
<p style="text-align:justify;">Adrian Brendel erschafft vor allem bei der Rezitaion des letzten Gedichtes mit seinem Cello, ein unendlich zartes, kraftvolles, einfühlsames und überaus reiches Klanggebilde, das den unhörbaren Teil ihrer Stimme hörbar macht, auf und mit ihr tanzt und er bleibt schließlich übrig, mit den letzten Tönen seines Cellos.</p>
<p style="text-align:justify;">Patti Smith singt für ihren verstorbenen Ehemann Fred Sonic Smith ein Lied von Neil Young. Singt „Helpless“, ist helpless und blickt immer wieder nach oben, als wäre von dort Hilfe zu erwarten. Sie singt über das Schäfermädchen, das sich in einen Priester verliebt und der niemals von ihren Gefühlen erfahren wird. Sie erzählt von ihrer Norfolker Verwandtschaft, die alle Schäfer gewesen seien. Sie hätte vergeblich nach einem Dichter oder Maler gesucht: in der Verwandtschaft hätten die meisten mit einem x unterschrieben&#8230;<br />
Sie singt „The people have the power&#8230;&#8220;  und „Walking without chains“ (für den Guantanamo Häftling)</p>
<p style="text-align:justify;">Das Publikum jubelt frenetisch und will sie nicht gehen lassen. Sie singt noch zwei Zugaben: ein Weihnachtslied aus ihrer Familie, das nur 1 Minute dauert, mit gerösteten Kastanien im offenen Feuer beginnt und mit Merry Christmas endet. Und last not least, nach weiterem Jubel: Because the night belongs to lovers&#8230;. Sie hört dem Publikum zu und vergisst zu singen.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://de.youtube.com/watch?v=aBRhwWDzJ_c"><br />
</a></p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">
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	</item>
		<item>
		<title>Datteln</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Nov 2008 07:22:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[10.11.2008
„Das ist Dein Geschenk zu Deinem Namenstag an mich&#8230;“ sagte ich zu meinem Flötenlehrer Martin – ein Heiliger St. Martin, der mir gestern eine Tüte Datteln geschenkt hat.
Als Martin mich gestern am späten Vormittag am Salzburger Bahnhof abgeholt hat, um zur Musikschule nach Bergheim zu fahren und ich in sein Auto stieg, stand vor mir [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=70&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>10.11.2008</p>
<p>„Das ist Dein Geschenk zu Deinem Namenstag an mich&#8230;“ sagte ich zu meinem Flötenlehrer Martin – ein Heiliger St. Martin, der mir gestern eine Tüte Datteln geschenkt hat.</p>
<p>Als Martin mich gestern am späten Vormittag am Salzburger Bahnhof abgeholt hat, um zur Musikschule nach Bergheim zu fahren und ich in sein Auto stieg, stand vor mir nämlich eine kleine Plastiktüte mit frischen Datteln.</p>
<p>Köstlich und dick wie die Californischen Datteln. Datteln der Marke „Besser geht es nicht&#8230;“ Ich habe wirklich nicht widerstehen können. Richtig gefräßig bin ich mir vorgekommen, als ich am späten Vormittag, also kurz vor Mittag, in das Auto einsteige und nur Augen für dieses Tütchen hatte.</p>
<p>Da steht es vor mir, Martin habe ich ein dreiviertel Jahr nicht mehr gesehen und ich stiere Löcher in dieses Plastiksäckchen. „Was fährst Du denn da Hübsches spazieren?“ frage ich M. blöd. Keine Antwort. Er hatte mich wohl nicht gehört oder wollte die Geschichte, die er mir erzählte nicht unterbrechen.</p>
<p>Ich höre zu. Besser: ich tu so, als würde ich zuhören. Ich höre es – rein akustisch. Ich habe keine Ahnung, wovon er redet. Irgendein Nachtdienst beim roten Kreuz oder irgendeine Geschichte vom „Unterrichten“.</p>
<p>Ganz beliebte Geschichte: Die Reaktionen seiner Schüler auf den Musiktheorieunterricht. Normalerweise kein Problem für mich. Ich mag es, wenn er so dahin erzählt und ich höre gerne zu.</p>
<p>Manchmal verstehe ich den Sinn der Geschichte, manchmal nicht. Das spielt auch gar keine Rolle. Er redet einfach, fließt einfach weiter und irgendwann, im Laufe eines solchen Nachmittags mit Musikunterricht und vor allem mit Zusammenspiel, irgendwann fließen wir halt zusammen.</p>
<p>Es spielt überhaupt keine Rolle, ob ich die Geschichte verstehe oder nicht, ob ich zuhöre oder nicht. Es spielt keine Rolle, solange es eine Annäherung ist.</p>
<p>Jetzt, da, diese Tüte vor mir steht und ich obendrein merke, dass ich einen gigantischen Hunger habe, geht gar nichts. Ich verstehe den Sinn seiner Worte nicht und habe nur Augen für diese Tüte, gefüllt mit köstlichsten, dicken, saftigen Datteln, die sich hinter dem milchigen, knistrigen, hauchdünnen Plastik abzeichnen.</p>
<p>Also noch ein Anlauf: „Was fährst Du denn Hübsches da spazieren?“ „&#8230; ja und dann sagte sie: „Das ist ja asozial. Und die Jungs waren nur komplett blöd. Nicht witzig und auch nicht originell. Nur sie sagte, dass wir das heute noch durchnehmen sollten. Sie war natürlich eine Schülerin von mir&#8230;“</p>
<p>„Martin, ich liebe Datteln!“ „Ja, die stehen ja auch nicht zufällig da.“ „Martin, ich kann nicht vor einer Tüte Datteln sitzen und Dir zuhören. Das geht einfach nicht.“</p>
<p>Ich war so ausgehungert, als hätte ich jahrelang nichts gegessen. Immerhin hatte ich an diesem Morgen die Zugfahrt „München-Salzburg“ hinter mich gebracht. Aber gefrühstückt hatte ich schon. Nicht übermäßig aber doch immerhin. Also kein Grund eigentlich, so dermaßen verhungert zu sein.</p>
<p>Da komme ich nach Salzburg, treffe einen Freund wieder, den ich ein dreiviertel Jahr lang nicht gesehen habe und habe nur Augen für eine Tüte Datteln. „Du kannst Dir schon eine nehmen&#8230;“</p>
<p>„Martin, ich knote die Tüte jetzt auf und werde die jetzt essen&#8230;.“ Die Datteln haben unglaublich gut geschmeckt. Und ich habe nicht gewusst, dass man so verhungert sein kein, dass man nicht mehr zuhören kann und gar nichts&#8230;</p>
<p>Alle Aufmerksamkeit haben sich auf die Datteln gerichtet. Die Datteln sind schuld!</p>
<p>Lebensrettter! Köstlichkeiten! 40 % reiner Fruchtzucker. Herrlicher Geschmack. Wunderbare Konsistenz. Dieses Gefühl beim reinbeissen&#8230; zarter Widerstand. Keine Praline könnte besser sein. Das Marzipanige im Geschmack&#8230; nur zarter, nicht so zäh. Das leicht ledrige&#8230; Diese Süße, die es nicht übertreibt. Wunderbar.</p>
<p>Und dann das Gefühl, Himmelsbrot zu essen. Hier ist alles drin. Hier fehlt nichts. Und es ist Essen ohne zu sündigen. Essen ohne jedes blöde Gefühl. Immerhin habe ich mal ein Jahr lang fast ausschließlich Datteln gegessen. Ab und zu Erdnüsse und Kakaomilch als Nahrungsergänzungen. Aber ansonsten: Datteln. Nichts als Datteln. Das gefahrlose Essen. Die Speise, vor der man keine Angst haben muss.</p>
<p>Die Speise, vor der ich keine Angst haben muss. Diese himmlische Köstlichkeit, die mich ohne jedes schlechte Gewissen nährt. Gut bekömmlich und gut verdaulich. Sehr nahrhaft. „In Äpfeln ist auch alles drin, was man zum überleben braucht&#8230; in kleiner Dosis, aber immerhin.“</p>
<p>Ich habe die Tüte aufgeknotet und von den Datteln gegessen. „Niemals hat mir eine Dattel besser geschmeckt, als diese hier&#8230;“ Und ich halte sie hoch, in die Luft, betrachte sie vor dem vor uns liegenden Straßenverkehr und ich beisse hinein und empfinde tiefe Befriedigung. Lehne mich im Sitz zurück. Kümmere mich um nichts. Nicht um den Verkehr. Nicht um Zukunft oder Vergangenheit.</p>
<p>Bin wieder bereit zuzuhören. Diese Dattel ist mein und andere werden folgen. Irgendwann empfehle ich Martin, dass er die Datteln in den Kofferrraum sperrt, weil ich mich absolut nicht beherrschen kann und will. „Martin, sperr sie in den Kofferraum, sonst esse ich sie alle auf.“</p>
<p>Er öffnet den Kofferraum und legt das Tütchen Datteln zu den anderen Früchten, die er im Kofferraum spazieren fährt. Ja, er sei beim Türken gewesen. Dort hätte er die Datteln nicht nur nicht zufällig, sondern in weiser Voraussicht gekauft und Mandarinen und einen wunderschönen, roten Granatapfel&#8230;</p>
<p>Es folgte ein wunderschöner Tag mit Flötenspiel, Klavierbegleitung, mit herrlicher Musik und einer kleinen Bergbesteigung, an deren Ende ich die Datteln wieder aus dem Kofferraum holen ließ.</p>
<p>Durch die Datteln habe ich mich gefühlt wie ein Hund vor einem gedeckten Tisch&#8230; Alles war hochkonzentriert – auf die Datteln &#8211; und während der Bergwanderung bekam ich wieder Hunger und konnte nurmehr an die Datteln denken&#8230;.</p>
<p>Als ich mich am Abend von Martin verabschiedete, schenkte er mir die restlichen Datteln, die ich voller Stolz und mit sehr viel Zurückhaltung nicht aufgegessen hatte&#8230;</p>
<p>Wer gilt denn schon gerne als Vielfraß? Aber es hat mich auch berührt, festzustellen, wie sehr ich diese Datteln wollte und dafür über alle meine Konventionen hinweggestiefelt bin und nur die Tüte angestiert habe, solange, bis die Datteln zum Verzehr freigegeben waren&#8230; Vorher gab es keinen Frieden. Martin hat mir die Datteln geschenkt. Sein St. Martins Geschenk an mich. So kann nur ein Martin sein.</p>
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		<title>Makie&#8217;s Untertemperatur</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Nov 2008 07:53:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[08.11.2008
Heute früh rede ich mit mir so: Huch, der Maki hat Untertemperatur. Auweia. Was machen wir denn da? Das ist ja wohl nicht normal? Wird er sterben, der Kleine? Wo ist seine Mama? Wo ist sein Papa? Ist denn keiner da, für den kleinen Maki?
Mein Gott, der Kleine, kann ihm denn niemand helfen? Und das, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=68&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>08.11.2008</p>
<p>Heute früh rede ich mit mir so: Huch, der Maki hat Untertemperatur. Auweia. Was machen wir denn da? Das ist ja wohl nicht normal? Wird er sterben, der Kleine? Wo ist seine Mama? Wo ist sein Papa? Ist denn keiner da, für den kleinen Maki?</p>
<p>Mein Gott, der Kleine, kann ihm denn niemand helfen? Und das, wo er doch Untertemperatur hat und keiner weiss warum? Weiss denn keiner, warum ein Maki plötzlich Untertemperatur hat?</p>
<p>Gleich 5 Zehntel Untertemperatur. Das schreit ja zum Himmel. Das ist ja erbärmlich und der kleine Maki kann gar nichts machen. Man wird ihn in Decken hüllen müssen, damit er uns nicht gleich wegstirbt. Seine Lippen sind schon ganz blau.</p>
<p>Ja, wo war er denn wohl zum Spielen gewesen? War er im Kühlschrank oder gar im Kühlfach gesessen? Nein? Der Kleine schüttelt den Kopf. Er war nicht im Kühlschrank zum Spielen gewesen.</p>
<p>Und was, wenn doch? Was soll man nur mit ihm anstellen? Wir, das Makipersonal, sind hilflos.</p>
<p>Und er sitzt jetzt in seiner Spielecke und will nicht mehr rauskommen, weil er Angst hat und weil er Untertemperatur hat. Er fasst seine Spielsachen nicht an. Er kommt nicht aus seiner Ecke raus, wie sonst immer, wo er überall zu finden sein kann. Er guckt traurig in der Gegend rum und drückt seine Nase am Fenster platt. Der arme Maki. Und nun auch noch der kranke Maki. Das macht zusammen der arme, kranke Maki.</p>
<p>Der drückt sich die Nase immernoch am Fenster platt und der haucht seinen Atem an die Scheibe und guckt traurig zu, wie er langsam wieder verschwindet. Dann malt er noch schüchtern ein paar Pünktchen mit seiner Fingerspitze und dann mit seiner vollkommen unterkühlten Nasenspitze in den Hauch.</p>
<p>Mein Gott, denkt er sich, ich muss aufpassen, das meine Nase nicht ausrutscht, sonst breche ich mir noch mein Nasenbein. Heute ist also kein guter Tag für den armen Maki. Er ist ganz hilflos und er will offensichtlich hilflos bleiben.</p>
<p>Er tut so, als wäre er ganz alleine auf der Welt. Er hat seinen Hasen vergessen. Er hat den großen Maki vergessen und er will gerettet werden und er schickt ja jeden weg, der sich ihm nur ansatzweise annhähert. Was soll man da sagen? Dummer Maki? Armer Maki? Maki, ja was soll denn das?</p>
<p>Er schließt die Augen und schüttelt mit dem Kopf. Schüttelt immer mehr, so als wolle er die Flöhe aus seinem Pelz loswerden. Schüttelt sich rein und schüttelt so lange und so laut, dass er nichts mehr hört und vor allem nichts mehr sieht.</p>
<p>Geht doch alle weg! Lasst den Maki in Ruhe und allein! Und dann wundert er sich, dass ihm von soviel Kopfschütteln ganz schlecht wird. Gott, wird ihm schlecht. Jetzt hat er nicht nur die unerklärliche Untertemperatur, sondern er hat auch noch Übelkeit. Jetzt ist es ja ganz aus.</p>
<p>Jetzt muss man aufpassen, dass er nicht aus seiner Spielecke raus und aus dem Fenster fällt. Trotz seiner gummiartigen Knöchelchen kann er sich ja jederzeit auch etwas brechen. Vielleicht nicht gleich das Genick, aber auch nicht nur das Nasenbein. Er könnte sich eines seiner Füßchen brechen und dann müßte er mindestens ein halbes Jahr humpeln und es würde sehr lange dauern, bis er glauben könnte, dass das nochmal wieder gut wird.</p>
<p>Wahrscheinlich müssten alle immerzu an ihn hinreden, dass sein Füßchen auch mal wieder gut wird. Also, heute ist mit dem Maki gar nichts los oder nur das Bitterste. Ja, er hat Bittergurkenzeit und er ist ganz alleine auf der Welt und sitzt nun da mit der unrettbaren und vollkommen unversöhnlichen Untertemperatur.</p>
<p>Sein Herz ist abgekühlt und er hat sein Lächeln verloren. Wo er doch sonst so vif überall herumsaust. So schnell, dass man kaum seinen Augen trauen kann. Mal sitzt er auf der Lampe. Da hat ihn sein Onkel immer als Baby raufgeworfen. Mal macht er sich ganz dünne und versteckt sich hinter dem Heizkörper und kommt dann getoastet wieder raus und lacht sich kaputt, weil niemand ihn dort gefunden, geschweige denn gesucht hat.</p>
<p>Und dann ist er der Lauscher an der Wand! Er hört alles. Er sieht alles. Er ist neugierig und eine Ratschkattl noch dazu. Von seiner Spielecke aus beobachtet er die Straße. Er kriegt genau mit, wann ein Auto ausgeparkt wird und wann eines eingeparkt wird. Er kennt alle Farben von den Autos und singt sie dann laut vor sich hin.</p>
<p>Das tut er, bis er wirklich auch dem letzten so damit auf die Nerven gegangen ist, bis sich alle die Ohren zuhalten oder sogar das Zimmer verlassen haben. An guten Tagen erfüllt ihn das mit Schadensfreude und er freut sich, dass er so tolle Lieder singen kann, dass alle vor ihm weglaufen.</p>
<p>An schlechten oder an nachdenklichen Tagen (wobei es schwer fällt beim Maki von „Nachdenken“ zu sprechen – es ist irgendwie so etwas Ähnliches wie Nachdenken – beim Nachdenken schleift er seinen Schwanz am Boden entlang und leckt dabei von Zeit zu Zeit das Parkett ab und hinterlässt dabei eine rosa Spur) bedrückt ihn das.</p>
<p>Und er sagt dann laut und deutlich: „Ich weiss gar nicht, was die alle haben???!!! So schrecklich kann es doch gar nicht gewesen sein. Das war doch nur ein Makilied. Ein echtes noch dazu. Und es hatte doch nur 498 Strophen. Das ist ja geradezu ein Kurzgesang. Der dauert nur fünfeinhalb Stunden. Also, das ist doch eigentlich gar kein Grund, das Zimmer zu verlassen&#8230;</p>
<p>Ratlos sitzt er dann da, dreht die Däumchen und denkt dann wieder mit schwanzschleppendem Gang nach und kann sich überhaupt nicht erklären, warum keiner mehr da ist. Und das, wo doch gerade die vorletzte Strophe besonders schön geklungen hat und auch von besonderer Innbrunst strahlt. (Das war die Strophe über ein silbernes Auto, das ausgeparkt hat).</p>
<p>Seien wir froh, dass wir jetzt gerade kein Hundelied vom Maki gehört haben. Er fängt dabei nämlich immer an zu bellen. Ganz besonders sein Liebesgebell für junge Hundedamen ist von ausgesuchter Schönheit. So schön und exquisit, dass der unbedarfte Zuhörer es noch nicht mal bis zur zweiten Strophe aushält. Im Liebesgebell zieht der Maki jede Strophe besonders lang&#8230; Und ein großes Problem sind die Nachbarn, die sich die Quelle des Liebesgebells nicht erklären können und die Feuerwehr rufen, weil sie glauben, dass irgendwo im Haus ein Unfall passiert ist&#8230;</p>
<p>Nur der Maki, der denkt sich mal gar nichts und singt dann die Strophe von dem grooooohoooossen roten Auto&#8230;. und stößt laute, schluchzende Sirenengeräusche aus&#8230;</p>
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