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	<title>Makie &#187; Reisen</title>
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		<title>Reisetagebuch</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Jan 2009 05:34:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>

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		<description><![CDATA[13. August 2007
Mein erster Badeurlaub &#8211; nach über zwanzig Jahren &#8211; beginnt bei strömendem Regen und 14 Grad in München.
Treffpunkt für alle sieben Mitreisenden (zwei kommen mit dem Flugzeug hinterher) sind die fertig beladenen und frisch gewarteten Autos: Drei junge Frauen Anfang zwanzig, zwei junge Männer auch in den Zwanzigern, der Vater von zwei der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=36&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">13. August 2007</p>
<p style="text-align:justify;">Mein erster Badeurlaub &#8211; nach über zwanzig Jahren &#8211; beginnt bei strömendem Regen und 14 Grad in München.</p>
<p style="text-align:justify;">Treffpunkt für alle sieben Mitreisenden (zwei kommen mit dem Flugzeug hinterher) sind die fertig beladenen und frisch gewarteten Autos: Drei junge Frauen Anfang zwanzig, zwei junge Männer auch in den Zwanzigern, der Vater von zwei der Mädchen und ich.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Autos sind vollgepackt und bis sie gepackt waren, gab es Kämpfe, Verhandlungen und Gefeilsche um jeden Gegenstand, der verladen werden sollte: Pro Person nur einen Koffer! Nicht dieser Liegestuhl, der ist zu gross. Wieviele Sonnenschirme, wieviel Abendgarderobe, wieviele Schminkaccessoires? Die beiden Bierkästen müssen unbedingt mit, der Wein auch. Es gibt <em>da</em> kein „gescheites“ Bier und der Wein aus den Abruzzen ist einfach besser.</p>
<p style="text-align:justify;">Drei Kühlkisten fahren mit, damit es bei angenommenen 40 Grad gekühlte Getränke geben kann. Eine davon wird zur Abfahrt auch mit Wegzehrung gefüllt: Es handelt sich um ein Geschwader gebratener Hühnerspiesschen in den Geschmacksrichtungen &#8222;American Barbecue&#8220; oder &#8222;Asian Curry&#8220; – rot oder gelb. Die Spiesschen stammen von einem ortsansässigen Billigsupermarkt mit gemeinhin schlechtem Ruf und schmecken nichtsdestotrotz einfach hervorragend.</p>
<p style="text-align:justify;">Einen Regenschirm hat &#8211; ausser mir &#8211; niemand dabei. Ich habe ihn ganz zum Schluss noch in den Koffer gezwängt. Kann ja sein, dass es regnet. Den Regen in München nimmt ausser mir niemand ernst. Die Kälte auch nicht.</p>
<p style="text-align:justify;">Die jungen Damen tragen bereits Bikinis unter ihren T-Shirts und Strandschuhe unter den bequemen Reisehosen. Wir fahren schliesslich in die Sonne. „Bei so ‚nem Wetter sind wir wirklich noch nie abgefahren.“ und: „Hauptsache, wir kommen nicht bei so’nem Wetter an.“</p>
<p style="text-align:justify;">Ich trage Jeans, Turnschuhe, einen Pullover über meinem T-Shirt und noch zwei Jacken. Eine Baumwoll- und eine Filzjacke. Man kann ja nie wissen, habe ich mir gedacht, lieber zu warm als zu kalt.</p>
<p style="text-align:justify;">Ausser dem Wetter gibt mir allerdings niemand recht: Meine Filzjacke hänge ich auf dringendes Anraten meines Freundes noch in seiner Küche über einen Stuhl. &#8222;Wir fahren nämlich in den Urlaub und da brauchst Du Deinen alten Zausel nicht.“</p>
<p style="text-align:justify;">Als mein Freund mich gefragt hatte, ob ich mit in den Urlaub fahren will, war ich total begeistert: Sommer, Sonne, Strand und Camping, etwas, das viele Menschen im Sommer tun und worauf sie sich freuen und natürlich die Aussicht, mit ihm zu verreisen. Wie schön!</p>
<p style="text-align:justify;">In den letzten Jahren war ich meistens in München und Umgebung. Die Aussicht wegzufahren, wohin zu fahren, wo ich noch nie war, hat mich gereizt. Und dann die Aussicht auf das Meer und auf Camping: Als Kind war ich ganz versessen auf das Meer und ich konnte während der langen Autofahrten nach Spanien oder Yugoslawien den Augenblick kaum erwarten, wo ich zum ersten Mal das Meer am Horizont erblicken konnte. Das Meer war für mich der Inbegriff für Ferien und für etwas, wonach ich mich sehnte. Es war das absolut Besondere, das jegliche Anreisestrapazen rechtfertigte. Am bzw. im Meer habe ich mir als Vierjährige das Schwimmen selbst beigebracht.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Zweifel über meine Entscheidung Mitzufahren kamen dann aber auch: Was soll ich da? Werde ich mich mit den Leuten verstehen? Kann ich mir das überhaupt leisten? Angst hatte ich auch, wollte mir die neue Freundschaft ja nicht gleich verderben. Angeheizt von meinen Zweifeln taten mir die Knie so weh, dass ich kaum laufen konnte.</p>
<p style="text-align:justify;">Nach ausreichender Zweifelzeit habe ich dann ein zweites Mal beschlossen mitzufahren und mir die nötigen Accessoires besorgt: einen roten Bikini, Sonnenmilch, schicke T-Shirts, kurze Hosen, Schwimmflossen und das Wichtigste: eine Marken-Sonnenbrille, denn – so wurde ich vor der Reise aufgeklärt und vorbereitet &#8211; : „Der gemeine Calabrese wird mit einer Sonnenbrille auf der Nase geboren.“</p>
<p style="text-align:justify;">Wir fahren mit zwei Autos. Schneeweiss beide: ein zum Campingbus umgebauter VW-Bus und ein Ford Transit, ebenfalls zum mobilen Ferienheim umgebaut. Auf dem Campingplatz in Süditalien wartet zusätzlich ein kleiner, ursprünglich aus neapolitanischem Besitz stammender Wohnwagen auf uns.</p>
<p style="text-align:justify;">22 Stunden Autofahrt bis ins Ferienparadies stehen bevor. Ich weiss nicht, wie ich so eine Strapaze durchhalten werde, und ich habe kaum eine Ahnung, wo es hingeht. Ich habe mir keine Fotos zeigen lassen und mich auch sonst nicht informiert. Keine Namen, keine Fotos. Ich wollte mich überraschen lassen und in den Urlaub. Ich weiss nur, dass es nach Süditalien geht, ich dort schwimmen und laufen kann, so viel ich mag.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Fahrt beginnt im Regen und kaum haben wir Österreich erreicht, die Unberechenbarkeit österreichischer Polizisten gegenüber deutschen Verkehrsteilnehmern durchdiskutiert (vor allem wenn sie ohne Licht fahren) und auch deren unfehlbares Augenmass, wenn es darum geht, die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer auf den km/h genau zu bestimmen, haben wir auch schon ein erstes Problem:</p>
<p style="text-align:justify;">D. fährt das Auto und plötzlich fällt beim Schalten die Stromversorgung im Transit aus. Licht, Blinker, Kühltruhe und Radio, das schon fröhlich plärrte, fallen aus und der Motor bekommt keinen Sprit mehr, der Tritt aufs Gaspedal bleibt vollkommen folgenlos. D., der das Auto zum ersten Mal fährt, reagiert bewundernswert ruhig.</p>
<p style="text-align:justify;">Mitten auf der Autobahn rührt sich am Auto nichts mehr. Wir rollen auf den Seitenstreifen, öffnen und schliessen die Fronthaube und alles geht wieder. Ein Wackelkontakt an ungeklärtem Ort. Das Problem wird uns und dann auch einen ADAC-Mann die nächsten 1.650 Kilometer mal mehr und mal weniger, genauer gesagt: vollkommen unberechenbar, beschäftigen.</p>
<p style="text-align:justify;">Kontaktspray wird eingesetzt, Schrauben auf- und wieder zu gedreht. Mutig geht es weiter. Zu spät zur Umkehr, wir wollen nach Calabrien. Ich sitzte auf dem Beifahrersitz und verfolge ängstlich jeden Tritt aufs Gaspedal. Jede Unebenheit in der Fahrbahn kann den Wackelkontakt auslösen. Mir ist als müsse ich die Luft anhalten und mich möglichst wenig bewegen. Die Stromversorgung schwächelt; die Kühlkisten werden abgeschaltet, das Radio auch. Selbst der Blinker kann einen Totalausfall hervor rufen. Was für ein spannendes Spiel. Bei aller Flucherei und Ungewissheit: mein Freund ist im Grunde begeistert: Diese Reise ist nicht langweilig!</p>
<p style="text-align:justify;">Zwischen Motorausfällen, ersten gefahrenen Kilometern, Gesprächen über das Wetter und über Reisekrankheiten, liegen die bereits erwähnten Hühnerspiesschen. Eine Köstlichkeit.</p>
<p style="text-align:justify;">Und dann die Erzählungen, die Begeisterung und die Vorfreude der anderen, die unser Ziel schon seit vielen Jahren kennen und immer wieder dorthin wollen: Das Meer ist direkt am Campingplatz und man kann an der Küste entlanglaufen. Es gibt Felsen auf und über die man klettern kann.</p>
<p style="text-align:justify;">Zigaretten werden geraucht. Bei jeder Zigarette kurbel ich das Fenster runter und halte den Kopf aus dem Fenster und in den Regen raus. Meine Augen jucken, aber ich will nicht gleich am Anfang zicken. Es reicht mir, wenn ich acht Leute und zwei Autos anhalten muss, wenn ich mal auf&#8217;s Klo muss. Und ich muss öfters&#8230;</p>
<p style="text-align:justify;">Zu unserem Fahrtziel: &#8222;Capo Vaticano&#8220;: was der Vatikan sich reserviert, das muss einfach gut sein, hat mein Freund sich gedacht, als er vor 25 Jahren zum ersten Mal dort &#8222;landete&#8220;. Er erzählte mir, dass er unweit von Capo Vaticano mit seiner Familie wild kampiert hatte und dass ihn Carabinieri gewarnt hätten:</p>
<p style="text-align:justify;">Es sei nicht empfehlenswert, wild zu kampieren. An der Küste sei gleich ein Campingplatz. So wurde Camping &#8222;La Scogliera&#8220;, direkt an der Küste – vorne das Meer, dahinter eine steile Felswand &#8211; gefunden.</p>
<p style="text-align:justify;">Capo Vaticano liegt direkt am Meer, an einer Küste und einem Strand, wie man es nicht schöner malen kann. Der Horizont dehnt sich wie der hintere Rand einer gigantischen Scheibe aus. Es ist der Horizont, an dem sich Himmel und Meer in einer nicht genauer zu bezeichnenden Linie vereinigen, an einem Ort, an dem das eine an das andere anschliesst – das Meer an den Himmel.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Farben des Meeres reichen von Türkis, Hellgrün, Hellblau bis in dunkelstes Blau. Es ist von Wellen durchzogen und wird bewegt wie von unsichtbaren Fäden, die es wellenweise wie einen unermesslichen Stoff anheben und wieder senken. Das Meer plitschert, glitzert und schäumt es unversehens in der Sonne, mit seiner von kleinen Sternen übersähten Oberfläche.</p>
<p style="text-align:justify;">Das Meer ist eine bewegte Fläche, die bis zum Horizont reicht. Es erscheint in unergründlich intensiven Farben, die sich bis zum hinteren Rand des Sichtfeldes vertiefen, so als würden die Wassermassen hier so dicht wie möglich zusammengeschoben, unmittelbar bevor dann alles in der Horizontlinie endet. Dort, wo alles zum Strich oder zur abschliessenden Begrenzung wird und beide Enden, der Himmel und das Meer einander säumen, das eine am Rande des anderen endet.</p>
<p style="text-align:justify;">Das sind die Aussichten. Doch noch ahne ich nichts vom Ende dieser Reise. Wir fahren in die Nacht und in den Morgen und wie weit 22 Stunden Fahrt sind, das weiss man erst, wenn man sie wirklich gefahren ist. Ich sitze die ganze Zeit auf dem Beifahrersitz und schlafe nicht. Als Beifahrer fahre ich mit. Mein Freund und D. wechseln sich mit dem Fahren ab und mir kommt vor, ich würde sie bewachen, damit sie nicht einschlafen. Die Strassen sind frei. Wir fahren völlig ungehindert. Die Jungs halten sich mit Redbull und Zigaretten fit. Ausserdem hören sie Musik und singen vor sich hin. Nein, an schlafen ist wirklich nicht zu denken. Je grösser und unwiderstehlicher die Müdigkeit wird, um so mehr nimmt auch die Überreizung zu und es ist ein Akt der Selbstbeherrschung, nun nicht genervt auf alles zu reagieren.</p>
<p style="text-align:justify;">Wie vorausberechnet erreichen wir nach 22 Stunden Autofahrt und einem Grosseinkauf im Supermarkt am späten Sonntagvormittag unser Fahrtziel. Und ich staune nicht schlecht, welche Energien &#8211; besonders bei den Damen &#8211; plötzlich mobil werden, als es um die Standortverhandlungen auf dem Campingplatz geht.</p>
<p style="text-align:justify;">Der Platzwart hatte Plätze am falschen Ende des Campingplatzes vorgesehen, dasjenige an dem angeblich die falschen Leute campieren und an dem die Schlangen hausen und an dem man niemanden kennt, die Bar zu nahe ist und die Klos zu weit weg. Es ist als hätte man uns in einem asozialen Viertel einquartiert. Skandal! Beschwerden! &#8222;Papa, sag&#8217; Du doch mal was&#8230;. Das können wir uns unmöglich bieten lassen.&#8220; usw. Ich staune nicht schlecht.</p>
<p style="text-align:justify;">Aber was weiss ich? Hier kann ich weder mitreden, noch habe ich die Energie dazu. Ich kenne den Platz noch nicht. Mir ist alles egal. Ich stehe völlig neben mir und neben einem schlecht gelaunten, empörten Trüppchen hübscher, junger Damen und starre lautlos duldend vor mich hin.  Mir fällt einfach nichts mehr ein und ich werde immer tonloser. Blos, um keine unnötige Energie zu vergäuden. Schlafen könnte ich jetzt auch nicht, aber mitreden kann ich hier auch nicht. Genau genommen verstehe ich nur teilweise, worum es eigentlich geht.</p>
<p style="text-align:justify;">Nachdem neue Stellplätze gefunden wurden &#8211; und wir brauchen insgesamt mindestens drei &#8211; und die ersten Italiener begrüsst wurden, die man seit über zwanzig Jahren kennt, beginnen die Verhandlungen darüber, welches Auto und welches Zelt auf welchem Platz stehen soll und wo die &#8222;Lagerzentrale&#8220;, d.h. Tische und Kochplatz, aufgestellt werden sollen. Ich spüre das Geziehe und Gezerre völlig unterschiedlich gelagerter Interessen und allmählich rühren sich auch die meinen.</p>
<p style="text-align:justify;">Zumindest steht fest, dass ich mit L. im Wohnwagen schlafen werde. In diesem kleinen, neapolitanischen Kügelchen, dass ich, sobald es an den richtigen Platz gezogen wurde, ausräume, putze und wieder einräume. Es gefällt mir gut, nun endlich etwas tun zu können und nicht ständig vollkommen passiv daneben zu stehen und bloss nicht auch noch Lärm zu machen.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich putze mich in den Wohnwagen hinein. Finde dort alle möglichen Gegenstände, die sich dort in den vergangenen Jahren angesammelt haben, treffe auf die Geschichten, mit denen ich nichts zu tun habe und gerate mehr und mehr in diese Fremde hinein, die ich mir anzueigenen suche.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich finde eine japanische Glückskatze, eine überlebensgrosse, grüne Plastikheuschrecke, die beim Abstauben zerbricht oder vielleicht schon vorher zerbrochen war, entdecke Muschelaschenbecher, Vulkansteine, Sonnencremes, Küchenhandtücher und all die Tauch- und Schwimmaccessoires, die sich über die Jahre hinweg angesammelt haben. Ich zähle vier Sonnenschirme, acht Taucherbrillen, etliche Paar Schwimmflossen in Kindergrössen, das Schlauchboot, den Motor und Benzinkanister zusammen und lege alles unter den Wohnwagen.<br />
Der Wohnwagen richt nach Benzin. Also mache ich alle Fenster auf und putze so viel wie möglich, in der Hoffnung, dass der Geruch dann von Putzmittelgeruch geschluckt oder überlagert wird, klopfe die Polster aus und richte zu guter letzt das Bett her. Als ich mir in der Wohnwagenküche auf dem Gasherd einen Tee koche, kommt Freude auf. So als wäre das hier nun mein Reich.</p>
<p style="text-align:justify;">Hier beginnt also auch mein Urlaub. Schliesslich kenne ich niemanden aus dieser Reisegesellschaft wirklich gut. Noch nicht einmal meinen Freund und ich hatte keine Ahnung, wie es mit ihm zusammen unterwegs sein würde.</p>
<p style="text-align:justify;">Und ich hatte auch keine Ahnung, wie sehr er von seiner Rolle als &#8222;Lagerleitung&#8220; oder &#8222;Chef&#8220; in Anspruch genommen sein würde. Vor Fahrtantritt hatte er sich von mir lediglich gewünscht, dass ich ihn unterstützen möge.</p>
<p style="text-align:justify;">14. August 2007</p>
<p style="text-align:justify;">Das Wasser ist vollkommen klar. Die Farben meergrün, grün und dunkelblau. Heute ist das Meer ruhiger als in den beiden letzten Tagen. Vom Stromboli ist nichts zu sehen. Das heisst, dass das schöne Wetter bleibt. Es ist heiss, ich liege am Wasser, im warmen Sand und mir machen bei aller Schönheit der Umgebung drei Nächte ohne Schlaf zu schaffen.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich gehe schwimmen in diesem wunderbar weichen Wasser. Es trägt meinen Körper und streichelt die Haut. Es ist nicht zu kalt und es ist so klar, dass man die rundgewaschenen Kieselsteine sehen kann, die wie eine kleine Bank am Ufer unter der Wasseroberfläche liegen.</p>
<p style="text-align:justify;">Heute haben L. und ich eine Fahrradtour unternommen. Immer die Berge hoch, Richtung Tropea, entlang der Landstrasse und durch kleine Ortschaften hindurch. Ich muss mich sehr auf’s Fahren konzentrieren. Ich fahre mit einem Steppenwolf Rennrad. Es ist ganz leicht und hat sehr dünne Reifen. Nicht überall sind die Strassen makellos und die Reifen springen ganz schön, wenn ich über einen Stein oder eine Unebenheit fahre. Die meiste Zeit sehe ich auf den Boden, sehe wie die Strasse unter mir herfährt und sehe den ganzen Müll, der irgendwann einmal aus irgendwelchen Autofenstern rausgeflogen ist. Dosen, Flaschen, Papiere, Plastik. An den Strassenrändern wachsen Schilf, Gräser, Bodendecker, Wegwarten, kleine Kräuter und viele Feigenkaktusse. Alles Wild und vieles auch etwas verdorrt. Vielerorts hat es bis an den Strassenrand gebrannt. Neues Unkraut wächst zwischen abgebrannten, schwarzen Grasbüscheln und neuem Müll. Viele feingemahlene, glitzernde Scherben. Ich passe auf meine Reifen auf.</p>
<p style="text-align:justify;">Es ist, als läge der Müll aus lauter Sorglosigkeit da. Was lästig ist, lässt man fallen. Wozu sich abquälen?</p>
<p style="text-align:justify;">Ich bin nicht so geübt darin, alles fallen zu lassen und ehrlich gesagt, bin ich manchmal neidisch, meinen Freund zu sehen, der sich eh wie ein Calabrese fühlt, der manchmal eine Spur hinter sich lässt, mit Dingen, die er fallengelassen hat: Hosen, Schuhe, Müll und Zigarettenasche. So wie es gerade kommt. Der Boden ist doch da, alles aufzunehmen, was er gerade fallen lässt. Und es ist Sorglosigkeit darin, keine Unordnung, kein schlechtes Gewissen und schon gar keine Umweltverschmutzung. Es ist und bleibt einfach Fallengelassenes und damit verbunden, die Bereitschaft auch wieder etwas Neues aufzunehmen. Ganz einfach: Hinten fallen lassen und vorne aufnehmen. Immer weben, knüpfen, basteln, planen und immer in der Vorfreude für einen neuen Plan und immer auch im Schwärmen für die vergangenen Pläne. Bewundernswert.</p>
<p style="text-align:justify;">Gestern sass ich auf einem Felsen am Meer. Wie eine Nixe auf einem Extrafelsen unter anderen Felsen. Ich war dorthin geklettert. Mein erster Ausflug in die Küstenfelsen. Allein. Ruhig und etwas abseits vom Strandbetrieb. Eigentlich wollte ich mich dorthin verziehen, um ein wenig zu schreiben. Ich hatte alles mitgenommen, was ich zum Schreiben brauche: meine Thermoskanne mit Tee, mein Schulheft, meine Sonnenbrille, ein Handtuch (ohne Handtuch hinterlässt der rauhe Granit seinen Abdruck in der Sitzfläche) und Sonnenmilch. Nur den Stift, den hatte ich nicht eingepackt. Und dann sass ich auf dem Felsen und war dazu verdammt, einfach da zu sitzen und in die Gegend zu schauen. Und dann sass ich auf dem Felsen, habe das Ein- und Ausatmen des Meeres als einen Rhythmus begriffen, in dem etwas kommt und etwas geht. Jederzeit. Ich habe es nicht als klugen Gedanken erfasst oder mir ausgedacht. Nein, das war plötzlich da, als eine Erfahrung, die das Meer mit sich bringt. Ein Rhythmus, der auch im Menschen angelegt ist. Einatmen, ausatmen, nehmen und geben. Gleichzeitig fingen meine Gedanken zu pendeln an.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich dachte an meinen Freund L., an Eindrücke, die er in mir hinterlassen hat, insbesondere an all das, wo er sich von mir unterscheidet. Er sorgt gut für sich, erfüllt sich ständig Wünsche und davon hat er viele: Er hat immer Hunger und ist fast immer auf dem Sprung und bereit, etwas Essbares zu ergattern. Viele seiner Wünsche und Ziele haben mit Essen zu tun. Sättigungsphasen halten nicht lange an. „Nach dem Essen“, ist für ihn „vor dem Essen“. Und wenn das nicht so ist, dann geht es um’s Trinken oder um seine Zigaretten. Hinzukommen die Erfüllung und Ausübung also Sättigung von Bubenträumen: Schöne Anblicke und Soundkulissen, Sonnenbaden, Fahrradfahren, Bootfahren, Angeln, Kochen, Managen und Organisieren. Dazwischen, zwischen allen Aktivitäten, liegen viele Zwischentöne von sehr speziellen und vor allem völlig einmaligen und unteilbaren Vorlieben und Freuden, die ihm allerorts begegnen. Es ist als würde er an jedem Ort sofort auf etwas stossen, was ihm lieb ist. Ob es der spezielle Klang eines Rascheln im Gebüsch ist, die Form eines Autos, die Art eines Menschen, sich zu bewegen oder der Anblick eines wasserspeienden Brunnenlöwens, wo ihm der Gesichtsausdruck so gut gefällt, dass es sein Lieblingslöwe ist. Sein Lieblingslöwe, sein Lieblingshaus, sein Lieblingscafé, das vor dem Eingang gewölbeartig mit einem Gemisch aus Efeu- und Weinlaub überzogen ist. Darunter stehen kleine Tische. Links und rechts vom Eingang sitzten stets zwei Parteien kleiner, alter Männer. Die einen sitzen nebeneinander und blicken auf die Dorfstrasse und manchmal setzt sich die Caféinhaberin zu ihnen. Die anderen sitzen an einem runden Tisch zusammen und unterhalten sich. L. erzählt mir, dass die Männer von morgens bis abends dort sitzen. Er scheint sie über viele Jahre hinweg beobachtet zu haben. Immer wieder. Er erzählt mir davon, dass sie üblicherweise morgens die Zeitung durchnehmen und jeden Artikel gesondert durchsprechen. Jeder gäbe dann seinen Senf, seinen Kommentar und seine Meinung dazu. Hier wird also Politik gemacht. Wie im Altenheim sieht das Miteinander der alten Männer nicht aus. Im Gegenteil: Sie haben hier ihre Aufgabe und Mission und sei es die, das Leben der anderen zu beobachten und zu kommentieren. Die Männer haben weder ihre Schönheit, noch ihre Würde oder gar ihre Lebenslust verloren. Und viellleicht ist es auch das, was L. so anziehend macht, vor allem sein Blick auf die Umgebung: Es ist nicht so wichtig, wen oder was jemand mag oder was ihn beschäftigt. Entscheidend ist, dasss es beachtet, zelebriert und gefeiert wird. Was es auch ist. Jeder Ort, jedes Alter. Man kann auch mit Flüchen ein herrliches Theater aufführen – solange es einer Performance mit Unterhaltungswert dienlich ist. L. begeistert sich über vieles, erlebt einen Höhepunkt nach dem nächsten und selbst die Tiefpunkte sind, wenn keinen Höhenflug wert, so doch mindestens für etwas gut. Und er weiss sich gegenüber Spassbremsen abzugrenzen.</p>
<p style="text-align:justify;">Zu den wichtigsten Fragen des Tages gehört also auch im Camp: Was essen wir heute?<br />
Was nur wenige ahnen: es wird gegessen, was der Chef vorschlägt. Das ist meistens so gut, dass es keinerlei Widerspruch gibt.</p>
<p style="text-align:justify;">Daraus folgt: Wann fahren wir zum Einkaufen? Morgens früh oder am abend, wenn sich die Luft ein wenig abkühlt und die Sonne nicht mehr so hoch am Himmel steht. Der Berg, den man mit dem Fahrrad hinauf muss, ist sehr steil – viele Höhenmeter auf nur wenigen Längenmetern.</p>
<p style="text-align:justify;">Wir sind jetzt 9 Leute. Die beiden, die geflogen sind, sind am Abend unserer Ankunft auch eingetroffen – das, nachdem sie 130 Euro für die Taxifahrt vom Flughafen zum Campingplatz zahlen mussten. Übers Ohr gehauen worden sind sie. Kein schönes Gefühl und schade ums Geld. Das hat ihre Ankunft erst mal überschattet. Sie waren regelrecht angepisst, aber nicht allzulange. Gutes Essen und guter Wein und gutes Bier und gute Zigaretten bringen die Jungs wieder auf Tour und zu guter Laune. Es ist, als wäre schlechte Laune ein leicht zu behebendes chemisches Problem ohne jede weiterführende Bedeutung.</p>
<p style="text-align:justify;">Jeder hat sein Art oder eine andere Art. B. liebt seine Freundin, allerdings auf eine Art, die J. zutiefst beunruhigt. Drum wirkt sie manchmal so, als wäre sie nicht so gut ansprechbar. J. liebt B. – aber manchmal scheint sie sich zu wünschen, er wäre anders. B. ist ein Charmeur, der sich auf allen Spielfeldern erprobt und er ist ein entwaffnender Spieler.</p>
<p style="text-align:justify;">Sie schmökert viel, und so liebt sie ausser B. auch ihren Schmöker. Der Schmöker geht mit an den Strand, mit an den Essenstisch und auch zwischen den Mahlzeiten leistet er gute Dienste. J. hat ihren Schmöker in den ersten Tagen kaum aus der Hand gelegt. Ich bin vor lauter Respekt vor ihrem Schmökern nicht auf die Idee gekommen mal nach zu fragen, wovon die Geschichte eigentlich handelt. Auch habe ich den Buchdeckel nicht wirkich registiert. Sagen wir, ich habe den Schmöker als Schild zwischen ihr und mir erlebt und mich nicht über den Zaun gewagt – so von Nachbar zu Nachbar, um mal zu gucken, was der so auf dem Grill liegen hat. L2. ist mehrfach und intensiv mit ihrem Bauchnabel beschäftigt. Unmittelbar vor der Abreise hatte sie noch eine Blinddarmoperation. Eine kleine Kamera war über den Bauchnabel in das Körperinnere eingeführt worden, so dass ein kleines Loch im Bauchnabel genäht worden ist. Ausserdem zeugte ein blau-grüner Bluterguss unterhalb des Bauchnabels von dieser Operation. Die eigentliche Blinddarmnarbe war kaum zu sehen. Dort wo früher eine 10 cm-Narbe mit Naht zu sehen war, ist heute gerade mal ein kleiner, roter Fleck zu sehen. L2. befürchtete, dass Dreck in die Naht am Bauchnabel und damit auch in ihren Bauchnabel gelangen könnte. Sie hatte panische Angst vor einer Bauchfellentzündung. Mit Krankheiten und Medikamenten kennt sie sich sehr gut aus und sie liebt es, medizinische Ratschläge zu geben und verfügt auch über einen sehr gut ausgerüsteten Medikamentenkoffer. Nachdem eine Tischreservierung im Lokal auf den Namen Lussenburgo ausgestellt war, nannte ich sie la Dottoresse Lussenburga und dichtete ihre eine kleine Privatklinik in den Küstenfelsen von Capo Vaticano an. L2. ist nur selten ohne die Begleitung ihrer Schwester C. anzutreffen. Genau genommen sind die beiden immer ähnlich gekleidet, gehen gemeinsam zum Strand, ins Wasser, ins Waschhaus und in die Disco. Die eine unterstützt die andere, vertritt die Interessen der anderen und spricht schon mal für die andere, wenn die eine nicht kann.</p>
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		<title>Zurück in München</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Aug 2007 16:10:12 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Zurück in München. Zurück von einer Ferienreise. Zurück nach 22 Stunden Autofahrt. Zurück von Autobahnen, Landstrassen, Tankstellen, Motorgeräuschen, Gummi-, Asphalt- und Benzingeruch und vom Strassenverkehr. Zurück vom Überholen und Überholtwerden. Zurück von all der Aufmerksamkeit, die auf die Strasse vor uns, die Wegweiser und die Verkehrszeichen gelegt werden.
Zurück von der äusseren Bewegung in die innere [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=13&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p align="justify">Zurück in München. Zurück von einer Ferienreise. Zurück nach 22 Stunden Autofahrt. Zurück von Autobahnen, Landstrassen, Tankstellen, Motorgeräuschen, Gummi-, Asphalt- und Benzingeruch und vom Strassenverkehr. Zurück vom Überholen und Überholtwerden. Zurück von all der Aufmerksamkeit, die auf die Strasse vor uns, die Wegweiser und die Verkehrszeichen gelegt werden.</p>
<p align="justify">Zurück von der äusseren Bewegung in die innere Bewegung. Zurück vom Unterwegssein, vom Weg-sein, vom Nicht-hier-und-nicht-zuhause-sein, vom Aufenthalt woanders, von einem Leben woanders, von anderem Essen, von anderen Uhrzeiten, von anderen Gewohnheiten, von anderen Menschen. Vom anders morgens aufstehen, vom anderen Wasser und anderem Café.</p>
<p style="text-align:center;"><img src="http://www.kulando.de/resserver.php?blogId=6695&amp;resource=Tropea_Papagei.jpg" style="margin:5px;" alt="Sonne in Tropea" /></p>
<p align="justify">Zurück aber auch von dem, das „ich“ immer mit dabei bin und überall mit den gleichen Gedanken. Mit der gleichen Art, mich wohl oder unwohl zu fühlen.</p>
<p align="justify">Zurück vom Meer – dem schönsten Meer, das ich je gesehen und gefühlt habe.</p>
<p style="text-align:center;"><img src="http://www.kulando.de/resserver.php?blogId=6695&amp;resource=35663-Tropea_Schnecke.jpg" alt="Sonne in Tropea" style="margin:5px;" /></p>
<p align="justify">Zurück von gemalten, orangeroten Sonnenuntergängen hinter dem Vulkan.</p>
<p style="text-align:center;"><img src="http://www.kulando.de/resserver.php?blogId=6695&amp;resource=Stromboli.jpg" alt="Sonnenuntergang mit Stromboli vom Strand von La Scogliera aus gesehen" style="margin:5px;" /></p>
<p align="justify">Zurück aus dem Süden Italiens. Zurück aus Calabrien – ein Wort, das sich nun mit Inhalt gefüllt hat und auch mit einem spezifischen Empfinden, das nun auch „Calabrien“ heisst.</p>
<p align="justify">Zurück vom Campingplatz in die Stadt, vom Wohnwagen und vom draussen sein, in die Immobilie, die Unbewegliche. Zurück von Wind, Wasser und Sonne, die zwei Wochen lang die Haut behandelt haben.</p>
<p style="text-align:center;"><img src="http://www.kulando.de/resserver.php?blogId=6695&amp;resource=35655-Julia.jpg" alt="Julia am Strand" style="margin:5px;" /></p>
<p align="justify">Zurück vom Streicheln des Windes, von diesen unberechenbaren, kleinen Streifzügen die mal hier und mal dort fühlbar sind, von Sonnenschutzmitteln und von Ausflügen ins salzige Wasser, das den Körper leicht und die Haut weich gemacht hat, weich und seidig beim Schwimmen an ihr entlang</p>
<p align="justify">Zurück von all den Hautschmeichlern, von diesen Charmeuren. Zurück vom offenen Leben, von Campingplatzgeräuschen und auch von einer gewissen Leichtigkeit, davon, dass man sich im Urlaub eben nicht mit schweren Dingen beschäftigt.</p>
<p style="text-align:center;"><img src="http://www.kulando.de/resserver.php?blogId=6695&amp;resource=Tropea_Souvenirs.jpg" style="margin:5px;" /></p>
<p align="justify">&nbsp;</p>
<p align="justify">Zurück vom Barfusslaufen und von Badekleidung. Vom Bikini, vom Handtuchtrocknen, von Schwimmflossen und Wasserschuhen. Zurück von den Felsen und von Kletterausflügen mit dem Fahrrad, von abgebremsten Sturzfahrten.</p>
<p style="text-align:center;"><img src="http://www.kulando.de/resserver.php?blogId=6695&amp;resource=Ricadi_Strandnixen.jpg" alt="Sonne in Tropea" style="margin:5px;" /></p>
<p align="justify">&nbsp;</p>
<p align="justify">Zurück von einer Leichtigkeit, die bei vielen Menschen zu beobachten war und von einer Schönheit, die eben „italienisch“ ist. Zurück aus einer Welt, wo die Männer Männer und die Frauen Frauen sind. Die Frauen sind dort schön, wirklich schön und die Männer stark.</p>
<p style="text-align:center;"><img src="http://www.kulando.de/resserver.php?blogId=6695&amp;resource=James.jpg" style="margin:5px;" /></p>
<p align="justify">Was tun die Frauen, um zu gefallen? Was tun die Männer, um bei den Frauen Aufsehen zu erregen und das Interesse zu wecken? Er angelt den grössten Fisch und sie lässt sich im rosageblümten Barbieböötchen in Strandnähe auf dem Wasser treiben und sonnt sich.</p>
<p style="text-align:center;"><img src="http://www.kulando.de/resserver.php?blogId=6695&amp;resource=Purgatorio.jpg" style="margin:5px;" /></p>
<p align="justify">Es ist Sonntagmorgen in München. Die Trambahn fährt. Kircheglocken läuten. Die Sonne scheint. Es ist sommerlich warm und aus den Fenstern kommen Küchengeräusche und Diskussionen. Ein Flugzeug brummt. Autos sind noch nicht so viele unterwegs. Einzelne Fussgänger auf dem Bürgersteig und Kindergelalle sind besonders auffällig in einer Atmossphäre von ruhiger Stadt am Sonntagmorgen. Ausflügler machen sich auf den Weg. Autotüren knallen. Kinder singen einen Abzählreim.</p>
<p style="text-align:center;"><img src="http://www.kulando.de/resserver.php?blogId=6695&amp;resource=Tropea_Sonne.jpg" alt="Sonne in Tropea" style="margin:5px;" /></p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/makie.wordpress.com/13/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/makie.wordpress.com/13/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/makie.wordpress.com/13/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/makie.wordpress.com/13/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/makie.wordpress.com/13/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/makie.wordpress.com/13/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/makie.wordpress.com/13/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/makie.wordpress.com/13/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/makie.wordpress.com/13/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/makie.wordpress.com/13/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/makie.wordpress.com/13/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/makie.wordpress.com/13/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=13&subd=makie&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Sonne in Tropea</media:title>
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			<media:title type="html">Sonne in Tropea</media:title>
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			<media:title type="html">Sonnenuntergang mit Stromboli vom Strand von La Scogliera aus gesehen</media:title>
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			<media:title type="html">Julia am Strand</media:title>
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			<media:title type="html">Sonne in Tropea</media:title>
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		<title>Zugfahrt &#8211; eine SMS</title>
		<link>http://makie.wordpress.com/2007/07/28/zugfahrt-eine-sms/</link>
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		<pubDate>Sat, 28 Jul 2007 16:44:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>

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		<description><![CDATA[Frischer Wind am Gleis 32. Aber warm. Noch warm von gestern.
Ein Hauch von Putzmitteln und Katzenpisse ist mit drin.
Ich denke an den Gare de l&#8217;Est in Paris zu frühmorgendlichen Uhrzeiten, wenn der Tagesrhythmus in der Stadt sich noch nicht eingeschliffen hat und noch unbestimmte Gnade mit den Menschen kennt.
Ich sitze jetzt im Zug Richtung Bad [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=16&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p align="justify">Frischer Wind am Gleis 32. Aber warm. Noch warm von gestern.</p>
<p align="justify">Ein Hauch von Putzmitteln und Katzenpisse ist mit drin.</p>
<p align="justify">Ich denke an den Gare de l&#8217;Est in Paris zu frühmorgendlichen Uhrzeiten, wenn der Tagesrhythmus in der Stadt sich noch nicht eingeschliffen hat und noch unbestimmte Gnade mit den Menschen kennt.</p>
<p align="justify">Ich sitze jetzt im Zug Richtung Bad Wörishofen. Ein ganz kurzer. Triebwagen würde ich sagen. Mit mir Fahrgäste ab 120 kg. Eintageskurgäste im Hawaihemd und kurzen Hosen. Man spricht bayerisch und über Zugstrecken. Frau zieht immer die Nase hoch, räuspert sich und hüstelt. Doch warte &#8211; jetzt spricht sie:</p>
<p align="justify">Über ihre Küch und darüber, dass er die Bierflascheln ned gscheid aafgräumd hod&#8230;</p>
<p align="justify">Sowas.</p>
<p align="justify">Die andere Fraktion hat die Bikes fachmännisch zerlegt und spricht Bikerlatein &#8211; mit kernig brustbehaarten Stimmen, während der Zug über die Gleise schwebt.</p>
<p align="justify">Zumindest rattert nichts. Eher gurgelt es bei Geschwindigkeitswechseln.</p>
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