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	<title>Makie &#187; Musik</title>
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		<title>Patti Smith im Haus der Kunst, München</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Dec 2008 09:21:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Befindlichkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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		<description><![CDATA[15.12.2008 Patti Smith im Westflügel des Haus der Kunst.
Eingeladen und vorgestellt vom Direktor des Hauses der Kunst, Chris Dercon, und von seinem Team, kam Patti Smith zum wiederholten Male als Gast nach München und ins Haus der Kunst.
Sie hat sich einladen lassen als „carte blanche“ und für drei Abende.
Was gestern im Haus der Kunst, im [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=74&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">15.12.2008 Patti Smith im Westflügel des Haus der Kunst.</p>
<p style="text-align:justify;">Eingeladen und vorgestellt vom Direktor des Hauses der Kunst, Chris Dercon, und von seinem Team, kam Patti Smith zum wiederholten Male als Gast nach München und ins Haus der Kunst.</p>
<p style="text-align:justify;">Sie hat sich einladen lassen als „carte blanche“ und für drei Abende.</p>
<p style="text-align:justify;">Was gestern im Haus der Kunst, im Rahmen der Ausstellung „Spuren des Geistigen in der Kunst“ bei der auch Arbeiten von Patti Smith vertreten sind, mit einer Diskussion um Gott, Religion und die Kunst und vor allem mit Christoph Schlingensief, mit dem P.S. befreundet ist, begann, wurde heute abend fortgeführt in einem Abend mit Bildern, Texten, Gedichten und Liedern und vor allem mit dem 1976 in Lonon geborenen Cellisten Adrian Brendel, dem Sohn von Alfred Brendel.</p>
<p style="text-align:justify;">Morgen schließt die dreiteilige Veranstaltung mit einem Auftritt von Patti Smith in der Allerheiligenhofkirche.</p>
<p style="text-align:justify;">Christ Dercon stellt Patti Smith als Schamanin in Gestalt der Sängerin, Dichterin und bildenden Künstlerin vor. Rock-Musik sei ihr Ausdruck von Trance, Extase und Hypnose.</p>
<p style="text-align:justify;">Gott und Religion sei von jeher ein Thema für Patti Smith, die ihre Zwiegespräche mit Gott erfindet, ohne zuvor durch eine „Servicestation“ gehen zu müssen / gegangen zu sein.</p>
<p style="text-align:justify;">Ihre Seelengefährten sind William Blake, Antonin Artaud, Robert Mapplethorpe, ihr verstorbener Ehemann Fred Sonic Smith und &#8211; von Kindheit an bis jetzt &#8211; der französische Dichter Arthur Rimbaud.</p>
<p style="text-align:justify;">Patti Smith’s Auftritt steht unter dem Motto Words, Music und Pictures. Sie tritt auf – wie ungefähr immer – weisses Hemd, Jeans, helle Cowboystiefel (Knobelbecher), eine schwarze Krawatte mit kleinen weissen Flecken, verknautscht und vollkommen lose um den Hals gelegt, zwischen Schmuck und Galgenstrick, ein schwarzes Jacket und eine schwarze Wollmütze.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Wollmütze zieht sie erst nach dem zweiten Lied ab. Und wie in Zeitlupe aufgelöst, braucht sie länger als andere, um ihr Haar zu ordnen, das hinterher noch wirrer um ihren Kopf herumsteht, als zuvor.</p>
<p style="text-align:justify;">Ihr Gesicht, schmal, androgyn und ihr Mund riesig. Ihre Augen manchmal lachend, dann weinend, zärtlich, haltlos, voller Freude, dann vollkommen ungehalten und manchmal zusammengezogen wie die eines Eskimomädchens. Das Gesicht auch manchmal wie das eines Affen, pur und unkontrolliert und vollkommen präsent.</p>
<p style="text-align:justify;">Nicht Mann, nicht Frau. Jenseits der Abgrenzung, jenseits fester Zuordnungen.</p>
<p style="text-align:justify;">Sie kommt herein und mit ihr eine Woge und ein Taumel, die so stark sind als müsse man umfallen, als würde es einen um den Verstand bringen.</p>
<p style="text-align:justify;">Hinter ihr Projektionen von schwarz weiss aufgenommenen Fotografien, Filmausschnitten und einer einzigen, sich wiederholenden Filmszene in Farbe: Einer Herde galloppierender, schwarzer Pferde vor einem roten Himmel.</p>
<p style="text-align:justify;">Sonst: Eine barocke Kirchenorgel in Plastik eingeschlagen wie in einen riesigen Bühnenvorhang, ein Bund verwelkender, weisser Rosen, Rosenkränze, Steinskulpturen in Kirchen und Aufnahmen von riesigen, sich extrem weit über das Land spannenden Brücken.</p>
<p style="text-align:justify;">Filmszenen, in denen Patti als Rocklady mit Rattenzöpfen und im ausgeleierten Sweat-Shirt in Gegenwart ihrer Freunde und Mitmusiker performt, Bilder aus ihrem Haus und eine Aufnahme in die Kuppel des ältesten, europäischen Parlamentgebäudes, das ausgerechnet in Guernica steht und eines der wenigen Gebäude ist, die (dort) den zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden haben. Zu Recht, meint Patti.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Schicksale der Menschen, sind ihr Schicksal und sie teilt es mit jenen, die sie kennt und mit jenen, die sie nicht kennt. Zum Beispiel mit dem jungen Mann, der 5 Jahre Lang in Guantanamo gefangen gehalten wurde, ohne Licht und ohne jeden Beistand, den einzig die Gedanken und Gebete seiner Familie am Leben gehalten haben und der auch im Augenblick seiner Freilassung seiner Familie in Ketten vorgeführt wurde. Als letzter Demütigung Bush’s.</p>
<p style="text-align:justify;">Als Patti Smith das Lied für jenen jungen Mann gesungen hat, den sie nie getroffen hat, dessen Schicksal sie allerdings mit größter Anteilnahme verfolgt hat, da hat es sie schier vor Schmerz zerrissen und als sie nach dem Lied ihre Gitarre an den hinteren Rand der Bühne, mit dem Rücken zum Publikum abgelegt hat, da war es, als bräuchte sie diesen Augenblick, um sich zu fangen.</p>
<p style="text-align:justify;">Wenn Sie ihre große, runde Brille aufsetzt, dann wirkt sie im ersten Augenblick wie eine Märchenerzählerin und im zweiten Augenblick verwandeln sich die von ihr gelesenen Worte in den Vollzug der Worte.</p>
<p style="text-align:justify;">In eine Performance, in der das Publikum anfängt, die von ihr gehämmerten, genagelten, gefügten, gefliesten Wortströme, Wortteppiche, Klanggebilde, Mantren und Gebete, und zum Beispiel die flehentlichen Sprechgesänge eines <a href="http://de.youtube.com/watch?v=47leRbuaOxo&amp;feature=related">kleinen Jungen</a>, der von seinem verstorbenen Vatern auf dessen Schiff geholt werden will, mitzuvollziehen.</p>
<p style="text-align:justify;">Manche Sätze kommen überklar, andere verschwinden ganz und gar im Klang und in eben jener Trance, die die Performance der Künstlerin auslöst, während sich ihre Worte aus ihrem Körper und in den Körper des Publikums schrauben, Worte, die den Zuhörer jagen, wie lebendige Pfeile und ihn fliegen lassen, wie die Vögel, wie den Wind, der immer wieder in ihren Texten auftaucht, der Wind, der durch Bäume und durch Gräser streift.</p>
<p style="text-align:justify;">Sie begrüsst ihr Publikum mit einem München Lied: Sie kommt nach München, der Vollmond ist noch fast voll, der Himmel feucht und schwer von Schnee und sie spricht in ihrem Lied über die beeindruckenden Architekturen und schließlich über den Portier ihres Hotels, den sie nach der Person fragt, die von einer Skulptur dargestellt wird. Der Portier weiss es nicht. Patti singt, dass wir auch an unsere Vorfahren denken müssen.</p>
<p style="text-align:justify;">Was auch immer sie zeigt oder singt: immer ist es der Anfang zu einer weiterführenden Geschichte, die Oberfläche eines Momentes, der in die Tiefe führt. So führt sie mit ihrem Gesang auch ihr Publikum in die Stille. Zeitweilig.</p>
<p style="text-align:justify;">Bei dem zweiten Lied stellt sie ihren „neuen Freund“ vor, den sie „gestern“ zum ersten Mal getroffen hat: Den Cellisten Adrian Brendel, der sie durch den Abend begleiten wird. Und das tut er, voller Hingabe, folgt er der Stimme von Patti Smith, folgt ihren Gittarrenakkorden (die oft wie eintöniges Geschrammel klingsen &#8211; sie spielt ihre Gitarre, wie ein Schamane seine Trommel, die Gitarre ist ihr Pferd, das ihr hilft im Laufe eines Liedes hineinzukommen in die Kraft eines Liedes, die Intensität zu steigern).</p>
<p style="text-align:justify;">Brendel lehnt sich zunehmend hinein in sein Erleben ihres Gesanges und begleitet sie mit gezupftem Cello, das er hält wie eine Gitarre, mit gestrichenem Cello und folgt ihr solange, bis sein Cello anfängt zu antworten und eigenständig zu spielen.</p>
<p style="text-align:justify;">Patti Smith bemerkt, das Publikum solle sich nicht wundern, wenn die Lieder uns „familiar“ vorkämen – sie kenne nur fünf Akkorde – Adrian Brendel kenne immerhin sechs Akkorde.</p>
<p style="text-align:justify;">Im Laufe des Abends stellt sich jedoch heraus, dass Smith im Grunde nur einen einzigen Akkord braucht – ihr liebster sei früher a-Dur gewesen (eine beliebte Mozart-Tonart!) und sei heute a-moll.</p>
<p style="text-align:justify;">Adrian Brendel erschafft vor allem bei der Rezitaion des letzten Gedichtes mit seinem Cello, ein unendlich zartes, kraftvolles, einfühlsames und überaus reiches Klanggebilde, das den unhörbaren Teil ihrer Stimme hörbar macht, auf und mit ihr tanzt und er bleibt schließlich übrig, mit den letzten Tönen seines Cellos.</p>
<p style="text-align:justify;">Patti Smith singt für ihren verstorbenen Ehemann Fred Sonic Smith ein Lied von Neil Young. Singt „Helpless“, ist helpless und blickt immer wieder nach oben, als wäre von dort Hilfe zu erwarten. Sie singt über das Schäfermädchen, das sich in einen Priester verliebt und der niemals von ihren Gefühlen erfahren wird. Sie erzählt von ihrer Norfolker Verwandtschaft, die alle Schäfer gewesen seien. Sie hätte vergeblich nach einem Dichter oder Maler gesucht: in der Verwandtschaft hätten die meisten mit einem x unterschrieben&#8230;<br />
Sie singt „The people have the power&#8230;&#8220;  und „Walking without chains“ (für den Guantanamo Häftling)</p>
<p style="text-align:justify;">Das Publikum jubelt frenetisch und will sie nicht gehen lassen. Sie singt noch zwei Zugaben: ein Weihnachtslied aus ihrer Familie, das nur 1 Minute dauert, mit gerösteten Kastanien im offenen Feuer beginnt und mit Merry Christmas endet. Und last not least, nach weiterem Jubel: Because the night belongs to lovers&#8230;. Sie hört dem Publikum zu und vergisst zu singen.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://de.youtube.com/watch?v=aBRhwWDzJ_c"><br />
</a></p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">
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		<title>Glückseligkeit</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Jan 2008 11:36:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Befindlichkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Hodgson live in Montréal 2006]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8222;Dreamer!&#8220; Und dann ganz lang gezogen „Dreeeeeeamer“. Der Sänger spielte Keyboard und sang dazu. Und er löste Glücksgefühle aus. Nein, besser: Er löste ein zusammenhängendes Gefühl der Glückseligkeit aus. Heftig, aber nicht laut.

Vollkommen gefaßt und ohne jede Hemmung ging es in mir auf. Und das, während ich auf den Bildschirm sah und einem Ausschnitt von [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=61&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><div align="justify">&#8222;Dreamer!&#8220; Und dann ganz lang gezogen „Dreeeeeeamer“. Der Sänger spielte Keyboard und sang dazu. Und er löste Glücksgefühle aus. Nein, besser: Er löste ein zusammenhängendes Gefühl der Glückseligkeit aus. Heftig, aber nicht laut.</div>
<div align="justify"></div>
<div align="justify">Vollkommen gefaßt und ohne jede Hemmung ging es in mir auf. Und das, während ich auf den Bildschirm sah und einem Ausschnitt von einem Auftritt von Roger Hodgson (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=7cQAaZgCOWI&amp;amp;feature=related" title="Dreamer" target="_blank">Live in Montreal 2006</a>) zusah bzw. zuhörte. Er trat live und „unplugged“ auf – also ohne viel technischen Schnickschnack und ohne die Band Supertramp. Und er sang seine alten Lieder: Dreamer, School, Give a little bit, Take the long way home u.a.</div>
<div align="justify"></div>
<div align="justify">Er hat im weißen Hemd mit weiten Ärmeln, wie für einen Prinzen, und in schwarzen Hosen auf der Bühne gestanden. Überhaupt, er sah aus wie ein ewig junger Prinz. Nicht, weil er sich zurechtgeschminkt hätte, nicht weil man ihn zurechtoperiert hätte und auch nicht, weil er hätte ewig jung sein wollen.</div>
<div align="justify"></div>
<div align="justify">Schulterlanges, welliges, dunkelblondes Haar, das ihn ebenfalls aussehen ließ, wie den Prinzen auf der Prinzenrolle, war zwar mitverantwortlich für diesen jugendlichen Eindruck, aber viel entscheidender war etwas, das aus dem Inneren des Künstlers kam und von ihm ausging. Ja, ich glaube so etwas nennt man Ausstrahlung. Im Fall von Roger Hodgson nennt man es sogar „positive Ausstrahlung“, wobei alle, von denen ich gehört habe, das man sie mit diesem Ausdruck ausgezeichnet hat, vielleicht ein besonderes Lächeln oder eine besondere Freundlichkeit hatten, doch noch nie habe ich eine solche Strahlung erlebt, wie sie von diesem Sänger ausging und die in mir völlig unerwartet buchstäblich die Sonne aufgehen ließ. Eine Sonne, von der ich noch nicht einmal wußte, dass ich sie so in mir habe.</div>
<div align="justify"></div>
<div align="justify">Sie ging ohne jede Hemmung und ohne jedes „too much“ ruhig und allmählich auf. Ich konnte sie fühlen und ihr zusehen, wie sie immer größer wurde und immer weitere Teile meines Körpers erfaßte. Von unten nach oben, von den Fußsohlen, durch die Beine, im Becken sammelte sie sich nahm Gestalt an, stieg die Wirbelsäule entlang nach oben. Rücken und Bauch, Brustkorb und Nacken, Herz und Seele wurden von ebenso machtvoller wie stiller Glückseligkeit erfaßt. Unwillkürlich. Ich hielt einfach nur still. Atmete ruhig weiter, ließ mich mehr und mehr erfassen und hatte ein wenig Angst, diesen besonderen Gast zu vertreiben, wenn ich mich zu sehr bewegen würde. Diese Sonne hielt mich ebenso am Boden fest, wie sie mich fliegen ließ.</div>
<div align="justify"></div>
<div align="justify">Der Sänger stand bzw. saß am Rande der Bühne seinem Publikum gegenüber. Das Konzert fand in einem alten Theater statt. Mit Sitzreihen vor der Bühne und mit übereinandergebauten Rängen dahinter. Wie im Barocktheater. Der Zuschauerraum war bis auf den letzten Platz gefüllt. Wie Perlenschnüre reihten sich die Köpfe aneinander und die Reihen hintereinander zu einem kostbaren Collier.</div>
<div align="justify"></div>
<div align="justify">Die Kamera schwenkte langsam über die Köpfe der Zuschauer und blieb auch manchmal direkt vor einzelnen Gesichtern stehen, fing Szenen ein, in denen die Menschen mitgingen. Es waren sowohl „Erwachsene“ über fünfzig und sechzig im Publikum, als auch ganz junge Leute, zwischen zehn und zwanzig. Da waren Omis dabei. Solche, die mit einer frischen Dauerwelle ihre kleinen, kugelförmigen, goldenen Ührchen an einer langen Goldkette über einem hellgelben, kurzärmeligen, gemusterten Strickpullover tragen, da waren dickbäuchige Handwerker in karierten Flanellhemden mit Elvistolle dabei, glatzköpfige Kämpfer und da gab es ganz junge Fans, für die die Welt dieser Lieder noch ganz neu ist.</div>
<div align="justify"></div>
<div align="justify">Bei den Älteren konnte man, die Erinnerung ins Gesicht geschrieben sehen. Schöne Erinnerungen an Jugendlieben, Jugend, an ein jeweiliges Zuhause, an Cassettenrecorder, Radios, Walkmänner oder Stereoanlangen, aus denen einst die Musik von „Supertramp“ kam, die ein unverwechselbares Lebensgefühl vermittelte, an dem man Anteil haben konnte.</div>
<div align="justify"></div>
<div align="justify">Schwelgend, selig, mitsingend, kopfnickend und wie auf einer Welle reitend, das Leben genießend wie den Sommerwind bei Sonnenuntergang auf der Fahrt in einem offenen Cabriolet. Ein Glück auch, das derjenige empfindet, für den seine Glücksvorstellungen für einen Augenblick mit seinem wirklichen Leben zur Deckung geraten.</div>
<div align="justify"></div>
<div align="justify">Was sich zwischen dem Publikum und dem Sänger entspann und was sich auf mich übertrug, das war etwas ganz besonderes und etwas, das ich so noch nie beobachtet habe, geschweige denn gefühlt habe: Die Menschen waren buchstäblich fassungslos vor Glück, standen auf und setzten sich wieder, klatschten und sangen mit, vis à vis dieses charismatischen Sängers, der vollkommen ruhig, mit sehr viel Liebe, ehrlicher Hingabe und Herz seine Lieder sang.</div>
<div align="justify"></div>
<div align="justify">Da war keine Pose, nichts überkandideltes, keinerlei Show oder Getue. Da war niemand, der irgend etwas anheizte, mit kalkulierten Körperbewegungen zu erreichen oder manipulieren suchte, keine Showgirls, die mit dem Hintern wackelten, kein Nebel und keine Lightshow, die sich wichtig macht, keine Soundeffekte und nichts Aufgeblasenes, Vorausgeplantes oder die Schöpfung irgendeines Choreographen, die hier verwirklicht worden wären. Es gab vorgefertigten Animationen.</div>
<div align="justify"></div>
<div align="justify">Da war einfach nur ein Sänger, ein subtiles Minenspiel, das von ihm zeugte, ein Begleitmusiker und Lieder, die jeder kennt, schon Tausende Male gesungen hat und die so einfach und klar sind wie Kinderlieder: Die Schule ist aus, wir gehen nach Haus’, wir gehen zum spielen, wie schön. Es sind Lieder, die in den Menschen mehr als eine gemeinsame Erinnerung eine gemeinsame Stimmung wecken und damit ein Glück, das jedem Einzelnen beim Klang dieser Lieder schon einmal wiederfahren ist.</div>
<div align="justify"></div>
<div align="justify">Wenn Tausende von Menschen gleichzeitig in den Zustand einer glücklichen Erinnerung versetzt werden, dann geschieht etwas, das irgendwie nicht von dieser Welt ist. Etwas, das Zeit und Raum aufhebt und auch den Abstand zwischen Sänger und Publikum. Dann ist es nicht mehr entscheidend, wer singt und wer zuhört. Es ist dann das gleiche, weil alle das gleiche empfinden oder weil alle von etwas erfaßt werden, das nicht sie selber sind, nicht diese kleinen Einzelmenschen, mit ihren kleinen Einzelgeschichten und Schicksalen, mit bezahlten oder unbezahlten Stromrechnungen oder Familiendramen.</div>
<div align="justify"></div>
<div align="justify">All das ist in dem Augenblick vollkommen aufgehoben. Da gibt es keine lineare Verbindung zu einem Vorher oder Nachher, zur Parkplatzsuche oder zum Heimkommen. Es ist einfach nur eine glückselige Gegenwärtigkeit und etwas, das größer ist als man selbst.</div>
<div align="justify"></div>
<div align="justify">Das Publikum war buchstäblich aus dem Häuschen. Aber es war nicht diese Art von Ekstase, wo Teenies kreischen, ausflippen, in Ohnmacht fallen oder in Tränen ausbrechen oder wo sonst etwas Verrücktes passiert.</div>
<div align="justify"></div>
<div align="justify">Zwischen dem Sänger und seinem Publikum ist etwas geschehen, was voller Würde war und was auch nichts mehr mit Personenkult zu tun hat. Da war etwas im Spiel, das stärker ist als ein Einzelmensch, der auf der Bühne steht. Und der Sänger war dabei ebenso ein Empfangender wie sein Publikum. Es war nichts, was er für sich beansprucht, auf sich selbst bezogen oder mit sich selber verwechselt hätte. Da war nur eine grenzenlose Offenheit und Durchlässigkeit zu spüren und Mensch, der weitergibt, was er zu geben hat.</div>
<div align="justify"></div>
<div align="justify">Durch seine Lieder und durch die Freude, die er dabei hatte, seine Lieder zu singen, wurde das, was im Raum geschah, ausgelöst. Aber es gehörte weder dem Sänger noch dem Publikum.</div>
<div align="justify"></div>
<div align="justify">Ich habe so etwas noch nie gesehen und auch noch nicht erlebt. Der Sänger blieb vollkommen ruhig, und er lächelte das herzlichste Lächeln, das man auf dem Gesicht eines Menschen finden kann. Er gab, was er empfing, an sein Publikum weiter und zurück. Das war geteiltes Glück und ein besonderer Moment in seinem Leben und im Leben jener Menschen, die dabei waren.</div>
<div align="justify"></div>
<div align="justify">Ich habe das im Fernsehen gesehen und selber erlebt, was bei dem Konzert passiert ist, und es hat mich so glücklich gemacht, das ich mit der Kraft jener Empfindung die gesamte Sylvesternacht durchgehalten habe.</div>
<p align="justify">Ich habe mich gut gefühlt und zum ersten Mal ein Gefühl erfahren, das mich bei aller Größe nicht zum weinen gebracht oder bei aller Schönheit doch irgendwo gequält hätte. Nein, das Gefühl war nur schön, war angenehm und breitete sich in aller Ruhe aus und erfüllte mich, wie noch nie ein Gefühl zuvor.</p>
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		<title>Dweezil Zappa &amp; Band im Zirkus Krone &#8211; Hommage an Frank Zappa</title>
		<link>http://makie.wordpress.com/2007/10/01/dweezil-zappa-band-im-zirkus-krone-hommage-an-frank-zappa/</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Oct 2007 14:43:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf meinem Kunstblog habe ich über das gestrige Konzert von Dweezil Zappa &#38; Band im Zirkus Kronebau in München geschrieben.
Das ist vielleicht auch für Leser des Makie-Blogs interessant. Viel Spass beim Lesen!
&#160;
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			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p align="justify">Auf meinem <font color="#800000"><a href="http://kunstaktuell.wordpress.com/2007/10/01/dweezil-zappa-band-im-zirkus-krone-hommage-an-frank-zappa/" title="Dweezil Zappa im Zirkus Krone" target="_blank">Kunstblog</a></font> habe ich über das gestrige Konzert von <a href="http://kunstaktuell.wordpress.com/2007/10/01/dweezil-zappa-band-im-zirkus-krone-hommage-an-frank-zappa/" title="Zum Text über das Konzert von Dweezil Zappa im Zirkus Krone in München">Dweezil Zappa &amp; Band im Zirkus Kronebau</a> in München geschrieben.</p>
<p align="justify">Das ist vielleicht auch für Leser des Makie-Blogs interessant. Viel Spass beim Lesen!</p>
<p align="justify">&nbsp;</p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/makie.wordpress.com/44/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/makie.wordpress.com/44/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/makie.wordpress.com/44/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/makie.wordpress.com/44/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/makie.wordpress.com/44/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/makie.wordpress.com/44/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/makie.wordpress.com/44/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/makie.wordpress.com/44/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/makie.wordpress.com/44/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/makie.wordpress.com/44/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/makie.wordpress.com/44/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/makie.wordpress.com/44/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=44&subd=makie&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Patti Smith</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Jul 2007 17:07:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[ Ich hatte das Glück über einen Freund eine Freikarte für das Patti Smith Konzert in München bekommen zu haben und bin hingegangen. Bis zum Konzertbeginn war es noch eine Stunde, eine Stunde, in der ich Zeit hatte, mir die Leute anzusehen, die schon da waren und mitzubekommen, wie es nach und nach voller geworden [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=20&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p align="justify"> Ich hatte das Glück über einen Freund eine Freikarte für das Patti Smith Konzert in München bekommen zu haben und bin hingegangen. Bis zum Konzertbeginn war es noch eine Stunde, eine Stunde, in der ich Zeit hatte, mir die Leute anzusehen, die schon da waren und mitzubekommen, wie es nach und nach voller geworden ist.</p>
<p align="justify">Bis vor zwei Jahren habe ich gar nicht gewusst, wer Patti Smith ist. Nicht bis zu dem Abend, als im Haus der Kunst eine Ausstellung mit ihren bildnerischen Arbeiten eröffnet worden ist.</p>
<p align="justify">Bei dieser Ausstellungseröffnung war auch Patti Smith anwesend und ich war von ihrem Anblick allein so berührt, dass ich wissen wollte, mehr wissen wollte, etwas über sie erfahren wollte.</p>
<p align="justify">Es war der Anblick ihres Gesichtes, der mich so berührt hatte und ihre Präsenz. Es war in ihren Schritten, in ihrer Mimik und in ihren Gesten, in ihren Bewegungen so viel Gegenwart und etwas, dass ich erlebte, ohne es beschreiben zu können.</p>
<p align="justify">Ich fand diese Frau &#8222;zum niederknien&#8220; und war auf der Stelle in sie verliebt. So, wie auf Anhieb selten in jemanden. Ich bin ihr immer mal wieder durch die Austtellung gefolgt, habe immer wieder geschaut, ob ich sie irgendwo sehe.</p>
<p align="justify">Sie hatte an diesem Abend auch etwas Flüchtiges und Ungläubiges mit dem sie durch ihre eigene Ausstellung streifte, Streifzüge unternahm, zwischen all diesen Vernissagebesuchern.</p>
<p align="justify">Sie hatte etwas, was so gar nicht unter all diese Leute passte. Sie hatte etwas Unschuldiges, Verschwindendes und zugleich die starke Neugierde von jemandem, der das alles zum ersten Mal sieht und erlebt.</p>
<p align="justify">All diese Leute, die sich vor ihren Bildern, Collagen und kleinen Objekten aufhalten. Vor diesen Bildgedichten und Bilderrätseln voller Verehrung für Rimbaud, Bob Dylan und für andere Dichter, die ich nun nicht mehr weiss.</p>
<p align="justify">In der Ausstellung war auch ein Video zu sehen, dass Patti Smith als Sängerin zeigt. Es war kaum etwas zu hören und das, was ich von ihrer Stimme dann hörte, das berührte mich sehr.</p>
<p align="justify">Da war etwas zu hören, das eigentlich nichts mit einer bestimmten Musikrichtung zu tun hat. Es war egal, ob das in Rockmusik oder in klassischer Musik gewesen wäre. Da war etwas in der Stimme, so wie es auch in dem seltsamen Gesicht, nicht Mann nicht Frau, in diesem androgyn wirkenden Körper, in der Körpersprache fragiler Unzugehörigkeit zu sehen war.</p>
<p align="justify">Frappierend heisst glaube ich auch &#8222;schlagend&#8220;. So empfand ich dass, wollte mein Ohr nicht wieder von dieser Stimme trennen und auch nicht von dem Gefühl der Beheimatung und von Sehnsucht, dass ich beim Anblick von Patti Smith empfand.</p>
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