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	<title>Makie &#187; Kunst</title>
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		<title>Makie &#187; Kunst</title>
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		<title>Thomas Bernhard</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Feb 2009 12:26:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Befindlichkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[09.02.2009
Das heutige Datum &#8211; ein Witz. Nach gestrigem Vorfrühlingswetter &#8211; heute Schneefall. Der Schnee bleibt leider nicht liegen. Die Straße ist schwarznass. Gestern war sie staubig und matt im Sonnenlicht. Schottersteine überall. Der Staub und die Hinterlassenschaft des Winters hell beleuchtet. Viele Menschen auf der Straße.
Thomas Bernhard &#8211; mir war er noch nie sympatisch und [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=295&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">09.02.2009</p>
<p style="text-align:justify;">Das heutige Datum &#8211; ein Witz. Nach gestrigem Vorfrühlingswetter &#8211; heute Schneefall. Der Schnee bleibt leider nicht liegen. Die Straße ist schwarznass. Gestern war sie staubig und matt im Sonnenlicht. Schottersteine überall. Der Staub und die Hinterlassenschaft des Winters hell beleuchtet. Viele Menschen auf der Straße.</p>
<p style="text-align:justify;">Thomas Bernhard &#8211; mir war er noch nie sympatisch und ich habe diese Vorgänge, die er beschreibt, noch nie ertragen können &#8211; weder als „Theatermacher&#8220; noch beim „Holzfällen&#8220;.</p>
<p style="text-align:justify;">Thomas Bernhard erfindet nichts. In einem Interview spricht er von der Auslassung all der Dinge, die „jeder weiß&#8220; &#8211; vom Unsichtbaren, von den inneren Vorgängen zu sprechen, das allein sei spannend und wissenswert.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich geriet zufällig beim zappen in dieses Interview hinein und blieb dabei, weil es mir dann doch interessant schien. Thomas Bernhard, der scharfe „Oder?&#8220;-Zwischenfragen an seine Interviewpartnerin schickte &#8211; scharfe Rückfragen, die keine Antwort dulden und schon gar keine Gegnerschaft, Fragen, die wie eine Kampfansage klingen und wo schon etwas geboten sein muss, wenn es denn eine Antwort werden soll&#8230;</p>
<p style="text-align:justify;">Diese ganze „Unannehmlichkeit&#8220; eines Thomas Bernhard in seiner Körperhaltung und in diesem „Oder?&#8220;, das aus seinem Kehlkopf schnarrt &#8211; kampflustig, unberechenbar, mundtötend und keinesfalls vom Interesse am Gegenüber gekennzeichnet &#8211; hier kann ein Gegenüber sich nur „klug&#8220; verhalten &#8211; keinesfalls antworten.</p>
<p style="text-align:justify;">Bernhard beantwortet sich eh selbst. Man muss nur lange genug abwarten. Und es dauert auch gar nicht lange. Bernhard ist es gewohnt alle Rollen selbst zu übernehmen. Er selbst nimmt es mit sich auf und dies wiederum ist beeindruckend.</p>
<p style="text-align:justify;">Diese Art wie er Kampfansagen macht und ihnen dann auch selbst &#8211; in Ermangelung eines würdigen Gegners &#8211; begegnet. Wie? Er redet nach einer kurzen Pause einfach weiter. Er redet weiter und weiter und niemand kann ihn da stoppen und spürbar ist doch, dass dieses Reden für ihn überlebenswichtig ist, wenn er nicht an all jenen verschluckten Klingen zugrunde gehen will, sondern wenn er weiterleben, existieren will.</p>
<p style="text-align:justify;">Reden als Existenzsicherung. Nur selten hatte ich innerhalb so kurzer Zeit so zwiespältige Gefühle gegenüber jemandem, den ich doch gar nicht kenne oder den ich allzugut zu kennen glaubte, nachdem ich im „Theatermacher&#8220; gesessen hatte und immer, immer wußte, was jetzt als Nächstes kam.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich wußte jeden Satz. Wußte immer, wann der Bezug wechseln würde, das Vorzeichen und damit die Ton- und die Gangart, der Rhythmus. Der Theatermacher wie ein Orchesterstück und ich saß drin, die Leute lachten sich halb kaputt und ich fand es überhaupt kein bisschen komisch &#8211; im Gegenteil, es war mir unheimlich, weil ich immer wußte, was jetzt kommt.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich empfand das Stück als quälend, die Gnadenlosigkeit des „Theatermachers&#8220; unerträglich. Als ich Thomas Bernhard heute in dem Interview sah, da war es auch da, dieses vollkommen Unerträgliche, diese Gemeinheit, diese Schärfe, diese Arroganz und Überlegenheit und auch diese Einsamkeit und dieses Selbstbewusstsein, das daraus resultiert, nichts mehr von anderen zu brauchen.</p>
<p style="text-align:justify;">Thomas Bernhard meinte, Bücher schreiben sei auch eine Art von Geschlechtsverkehr, nur sei es bequemer, weil man dafür nicht erst mit jemandem ins Bett gehen müsse. Peinlich sei ihm auch nichts. Immerhin hat sich der Mann keinen Aufstand gegen sich erspart und das nur, weil er gesprochen hat, weil er sagte, was ihn beschäftigte und weil er genau jene inneren Vorgänge ausgesprochen hat, die andere (ich auch!) lieber verschweigen.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich folgte diesem Interview und irgendwie weckte es auf der Stelle den Wunsch zu schreiben. Schreiben über dieses „wie man eben ist&#8220;, wie man eben die Welt  sieht, was man eben so erlebt und vor allem wie man es erlebt.</p>
<p style="text-align:justify;">Wie oft versuche ich an meinen „Schrauben&#8220; zu drehen und mir vorzuschreiben, ich hätte die Dinge anders zu erleben, als ich sie eben erlebe. Wie oft sind mir meine eigenen Gedanken zu „negativ&#8220;, zu „pessimistisch&#8220;, zu sehr von tiefem Misstrauen geprägt, auch von einem Mangel an Vertrauen oder Zutrauen, und am allerschlimmsten geprägt von einem Mangel an Mitgefühl, an echtem Mitgefühl.</p>
<p style="text-align:justify;">Von etwas, das meiner Stimme folgt, ohne sie zu zensieren, ohne sie zu kritisieren und dabei zumeist in Grund und Boden zu kritisieren. Ich folgte dem Interview mit Thomas Bernhard und all den Unverschämtheiten, die aus seinem Mund kamen, aus all den Kampfansagen, die jedes Gegenüber verschwinden lassen, und irgendwie machte mir das Mut, weil es um all das, was aus seinem Mund kam, gar nicht ging.</p>
<p style="text-align:justify;">Es wird deutlich, dass Thomas Bernhard sprechen musste, das er sich selber aber dabei ganz und gar nicht als Wahrheitsverkünder verstand. So wie ich es in dem Interview verstanden habe, hatte er keinen Wahrheitsanspruch. Für ihn gab es nur die absolute Notwendigkeit zu sprechen.</p>
<p style="text-align:justify;">So wie es ihm kam auszusprechen. Er wäre sonst am Unausgesprochenen zugrunde gegangen. Während ich Bernhard zuhörte, wurde in mir all die Leugnungen wach. All das Unausgesprochene und all das, was ich mir verbiete und verbitte, all das, was ich &#8211; unter dem Vorwand der „ANDEREN&#8220;, andere nicht verletzen zu wollen, andere nicht ungerecht behandeln zu wollen, andere nicht genau mit dem zu konfrontieren, was sie weder hören noch sehen wollen, um nicht unangenehm auffallen zu wollen, um nicht geschlagen und verlassen zu werden, nicht rausgeworfen oder verdammt zu werden &#8211; verschweige.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich verstecke es nicht nur vor den anderen, auch vor mir selbst. Und es gelingt mir immer wieder, mich zum Schweigen zu bringen, die anderen reden zu lassen und mich so zum Schweigen zu bringen, dass ich noch nicht einmal mehr spüre, was ich eigentlich spüre und was ich eigentlich sagen möchte.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich habe dem Thomas Bernhard Interview erst gegen meinen Willen zugehört, weil der Klang seiner Stimme, das Schneidende, Provokante, das ungeheuer Verletzte darin allein schon zu einer Bedrohung wird und ich habe ihm zugehört, weil ich spürte, das es nicht um eine Wahrheitsverkündung ging, sondern allein um das Sprechen und allein darum, um jener Gesellschaft ungeschönt und zu 100 % das zurückzugeben, woran er, Bernhard, zu leiden verweigerte.</p>
<p style="text-align:justify;">Er ist nicht das, was er spricht. Er ist nicht das, was er sagt. Sein Sprechen ist ein Vorgang.</p>
<p style="text-align:justify;">Er selbst sagte, das das gesprochene Wort Kraft besässe. Geschriebene Wörter zu verkaufen sei Betrug.</p>
<p style="text-align:justify;">Er verwies auf die Kraft der beiden Worte Goethes: „Mehr Licht.&#8220; Und Bernhard korrigierte seine Worte: „Mehr nicht.&#8220; hätte Goethe sicherlich gesagt, denn er hätte genug davon gehabt. So hat Bernhard nicht einmal vor Goethe halt gemacht oder gerade nur bei Goethe Halt gemacht, fand dieses Gegenüber eines Dialoges würdig und würdigt ihn und würdigt sich selbst gerade durch eine Korrektur von dessen Worten.</p>
<p style="text-align:justify;">Es ist ja nicht so, dass das „Unausgesprochene&#8220; nicht da wäre. Im Gegenteil. Das „Unausgesprochene&#8220; wirkt wie eine nicht gezündete Bombe, wirkt als Bedrohliches, wirkt als Angst „davor&#8220;. Das „Unausgesprochene&#8220;, „Zurückgehaltene&#8220; hält in der Angst, hält in der Ohnmacht gefangen.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich lebe im Redeverbot. Die Umstände, in denen ich lebe mache ich dafür verantwortlich, dass ich im Redeverbot lebe. Ich darf nicht sagen, was ich denke, was ich fühle, weil es &#8211; heutzutage würde man sagen „politisch nicht korrekt&#8220; ist &#8211; ständig diese Befürchtung, das ach so mühlselig „Errungene&#8220; (als hätte ich es mir mit Schweigen „verdient&#8220;) auch wieder zu verlieren.</p>
<p style="text-align:justify;">Ständig das Bedürfnis etwas festzuhalten, das mir so wichtig erscheint, wie der Boden unter den Füßen. Weil, das ist doch die Angst &#8211; sobald ich „spreche&#8220; bricht alles weg &#8211; auch der Boden unter den Füßen und die Luft zum Atmen. Etwas, das existenziell ist &#8211; oder auch viel banaler &#8211; nicht alles, was ich zu verlieren befürchte, muss auch gleich existenziell sein.</p>
<p style="text-align:justify;">Wie seltsam, so lebe ich ein Leben, das ich mir mit Stillhalten und Schweigen errungen habe? So ganz wird das nicht stimmen. Doch die Befürchtungen sind sehr wach geworden, als ich Thomas Bernhard in seinem Interview zuhörte.</p>
<p style="text-align:justify;">Oft ging es dabei auch nur um die so ganz selbstverständlichen Demütigungen, die ich mir selbst angedeihen lasse. Es reicht ja, etwas als Demütigung zu empfinden. Es steht ja noch nicht einmal zur Debatte, ob es eine Demütigung ist oder als solche jemals gemeint war. Das werde ich nie erfahren. Es reicht doch aus, etwas genau so zu empfinden. Und das ist dann die Sprache, die ich nicht und die „niemand anders&#8220; hören will, diese Sprache, die noch bevor sie jemals gesprochen wird, wegzensiert wird, weil sie „nicht zulässig&#8220; ist, weil sie „Unheil&#8220; anrichtet, weil sie nicht „wahr&#8220; ist, weil sie von meinen Schwächen und meinem Unvermögen geprägt ist. Weil aus ihr rauskommt, was eben nicht stimmt.</p>
<p style="text-align:justify;">Mir wurden Situationen des „Redeverbotes&#8220; präsent: „Du darst ihm niemals sagen, dass&#8230;.&#8220; Mir wurde auch die Verschleppung deutlich, wenn ich mit Zweiten über Dritte spreche und den Zweiten erzähle, was die Dritten niemals erfahren dürfen. Und jedesmal habe ich das Gefühl, meine Gedanken sind der reine Sprengstoff. Immer ich der Zerstörer. Immer ich die Schuldige, wenn etwas „passiert&#8220;. Immer die Angst davor, mir selber zu entziehen, was ich zum leben brauche, sobald ich den Mund aufmache. Die Angst davor mich selbst und andere zu konfrontieren, weil dann das Leben gar nicht mehr lebbar wäre.</p>
<p style="text-align:justify;">Doch das kenne ich eben auch, die Bewunderung für Menschen, die ausdrücken, die aussprechen, die sich den Mund nicht verbieten (lassen) und Menschen, die es riskieren, das man sie mit ihren Worten identifiziert, gleichsetzt, dass man sie auf ihre längst vergangenen Worte hin festnagelt, sie mit ihren eigenen, längst ausgesprochenen und vorübergegangenen Worten korrumpiert, sie mit samt ihren Worten aus der Welt zu schaffen sucht, weil sich endlich ein Dummer gefunden hat, der nicht bereit war, etwas zu verschweigen.</p>
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		<title>Unruhe</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Jan 2009 19:46:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Befindlichkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[11.05.2008
Es ist Unruhe in mir. Das Gefühl, nicht fertig zu sein mit diesem Tag. Angestochen. Angeätzt von etwas, das ich im Moment nicht benennen kann.
Doch, angeätzt vom Gefühl „ungenügend“ sein. Da ist noch etwas, dem ich hätte nachgehen müssen, das ich hätte erkennen oder hätte tun müssen.
Und zugleich das Gefühl „weg“ zu wollen oder all [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=243&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">11.05.2008</p>
<p style="text-align:justify;">Es ist Unruhe in mir. Das Gefühl, nicht fertig zu sein mit diesem Tag. Angestochen. Angeätzt von etwas, das ich im Moment nicht benennen kann.</p>
<p style="text-align:justify;">Doch, angeätzt vom Gefühl „ungenügend“ sein. Da ist noch etwas, dem ich hätte nachgehen müssen, das ich hätte erkennen oder hätte tun müssen.</p>
<p style="text-align:justify;">Und zugleich das Gefühl „weg“ zu wollen oder all diese lebendigen Vorgänge, die ein Netz durch meinen Körper ziehen und mich mit einem nur schwerlich benennbarem Unbehagen durchziehen.</p>
<p style="text-align:justify;">Es ist als würde ich immerzu schlafen wollen. Jedenfalls in Momenten wie diesen. Diese Unruhe nicht wollen, die sich nicht ohne weiteres klären lässt. Eine Unruhe, die aus etwas Unheimlichem besteht, mich mit etwas in Berührung bringt, dass ich nicht genau erkennen kann. Ich kenne das Gefühl dieses „Unheimlichen“. Es ist schon öfters gekommen oder immer wieder mal gekommen. Es ist als stünde gebieterisch eine Forderung im Raum, die ich aber nicht erfüllen will. Und es ist, als würde ich immer wieder dieser Forderung ausweichen. Und es ist, als gäbe es Menschen, die wüssten, dass es diese Forderung in meinem Leben gibt und die auch wissen, dass ich davor weglaufe. Manchen Menschen mag das, was ich sage genügen oder mehr als genug sein. Anderen ist es einfach zu wenig, zu pauschal, zu ungenau, zu abgedroschen.</p>
<p style="text-align:justify;">Mehr als arbeiten kann ich nicht. Doch es scheint, als wäre das alles zu wenig. Nur ein Anfang. Als würde ich die wahre Arbeit noch gar nicht auf mich nehmen. Als wäre es alles nur „Augenwischerei“ oder so ein Ding, das für eine oberflächliche Beruhigung sorgt.</p>
<p style="text-align:justify;">Ja, so ein Wischiwaschi und bloss, dass irgendwer sagt, dass es genug ist, wo ich doch selber weiss, dass es eben nicht genug ist, dass es eben gerade erst losgeht. Das ich da noch viel mehr hineinmuss, mich hineinknien, mich hingeben, ohne Reserve – auch wenn ich müde bin, auch wenn ich wegwill, auch wenn ich nichts wie weg will, raus aus diesem Raum mit mir, in dem ich mir selbst zu viel, zu anstrengend und zu fordernd bin. In dem mich ja ausserdem und schliesslich niemand dafür bezahlt, der Wahrhaftigkeit nachzugehen.</p>
<p style="text-align:justify;">Noch ist nichts über Hs Bilder gesagt. Nicht über ein einzelnes Bild. Da sind diese Motive, die aussehen wie eine für Kinder entwickelte Ikonographie: grosse runde Köpfe, stilisierte Körper und Gliedmassen, Farbraum ersetzt realen Raum, nichts ist „abgebildet“. Die Figuren und Motive sind entwickelte, entfaltete. Sind Movtive, die sich aus jahrzehntelanger, täglicher Arbeit herauskristallisiert haben. Es sind Motivkristalle, die ein gleichsam archetypisches Formenvokabular in sich aufgenommen haben. Es gibt Formen, die in verschiedenen Gegenständen verwirklicht und variiert werden. Wie zum Beispiel die Mandel, Mandorla oder auch Lanzettform. Sie taucht auf in den Augen, in den Blättern, in den Federn.</p>
<p style="text-align:justify;">Da ist noch etwas, aber ich kann es nicht ausdrücken. Da ist noch etwas, aber ich will da nicht genau hinsehen? Das Päcken aufschnüren und Blatt für Blatt hinsehen. Aus lauter Angst, ich würde eben nichts sehen. Oder immer nur das gleiche sehen. Oder nicht sehen, was da ist, sondern immer nur etwas „hineinsagen“, ohne es wirklich überprüft zu haben.</p>
<p style="text-align:justify;">Schreibe ich blind? Kann ich mir trauen? Habe ich mich selbst genug überprüft? Stimmt es, was ich sage? Oder nutze ich „andere“, die Bilder von anderen, um „herumzuspinnen“? Habe ich es schon getroffen? Ich meine mit H.s Bildern?</p>
<p style="text-align:justify;">Nein, habe ich nicht. Ich scheitere an den Oberflächen. An den Motiven. Aber wenn es irgendwo ist, dann genau dort, in der Oberfläche.</p>
<p style="text-align:justify;">Da ist der Gedanke, dass die Auseinandersetzung und Begegnung mit den Dingen keine „Hängematte“ ist und dass in jeder Handlung und in jeder Äusserung auch deren Begrenzung liegt. Eine Begrenzung, in der „man“ eben nicht mehr sieht als man sieht oder glaubt, eben nicht mehr wahrzunehmen, als man eben wahrnimmt. Ungenügen kommt auch aus dem Gefühl, nicht „genau“ sein zu wollen, vielleicht auch nicht so genau sein zu wollen, wie man eigentlich sein könnte.</p>
<p style="text-align:justify;">Ist es das? Der eigenen Wahrnehmung eben nicht gerecht werden wollen, weil sie so unbequem ist, weil sie keine Ruhe gibt oder weil sie nicht einfach geradeaus sagt, was los ist? Sie kommt aus dem Vagen oder aus einer Wahrheit, die zu sehen, nur in Augenblicken völliger Klarheit möglich ist. In Momenten, in denen man auch das sehen kann, was man sonst nicht sehen möchte. Oder Angst vor der eigenen Wahrnehmung zu haben? Oder zu merken, wie unbequem es ist, stehen zu bleiben, weiter zu schauen, zu sehen, was ich sehe, zu fühlen, was ich fühle.</p>
<p style="text-align:justify;">Vielleicht auch angeätzt zu sein, wie schnell eine Hochstimmung sich eintrübt mit Selbstzweifeln und auch mit dem Gefühl, nun schon ein zweites Mal an die gleiche Grenze gestossen zu sein. Immer nur das gleiche sagen zu können, aber nicht weiter hinein hören zu können, in das Phänomen bestimmter Bilder.</p>
<p style="text-align:justify;">Vielleicht das Unbehaben darüber, immer wieder „Generalistentexte“ abzuliefern, die ein Phänomen lediglich ganz allgemein ausdrücken, ihm aber im Detail nicht wirklich näher zu kommen.</p>
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		<title>Der Traum von einer Vernissage</title>
		<link>http://makie.wordpress.com/2009/01/03/der-traum-von-einer-vernissage/</link>
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		<pubDate>Sat, 03 Jan 2009 14:38:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Orte]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>

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		<description><![CDATA[03.01.2009
In der Nacht habe ich von einer Vernissage geträumt. Eine Vernissage in der Galerie meiner Freundin, in der ich selbst auch schon einmal gearbeitet hatte.
Der Andrang zur Vernissage, noch vor der eigentlichen Eröffnung der Ausstellung war sehr groß. Die Leute, vornehme Leute und viele in schwarzen Pelzmänteln, konnten es etwa eine Stunde vor der eigentlichen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=180&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">03.01.2009</p>
<p style="text-align:justify;">In der Nacht habe ich von einer Vernissage geträumt. Eine Vernissage in der Galerie meiner Freundin, in der ich selbst auch schon einmal gearbeitet hatte.</p>
<p style="text-align:justify;">Der Andrang zur Vernissage, noch vor der eigentlichen Eröffnung der Ausstellung war sehr groß. Die Leute, vornehme Leute und viele in schwarzen Pelzmänteln, konnten es etwa eine Stunde vor der eigentlichen Eröffnung gar nicht mehr erwarten, in die Galerieräume eingelassen zu werden.</p>
<p style="text-align:justify;">Schließlich hatte es schon zwei Wochen lange keine Vernissage mehr gegeben und die Leute waren wie ausgehungert danach, junge, frische Kunst zu sehen. Sie drängelten sich zunehmend ungeduldig vor den Türen. Sie versuchten gierig einen Blick in das Innere der Galerieräume und auf die Exponate zu erhaschen.</p>
<p style="text-align:justify;">Aus der Galerie leuchtete es orange-braun und verheißungsvoll heraus. Die Exponate hingen an der Wand. Es waren Gegenstandscollagen mit eingebauter Beleuchtung. Sie gaben ein sehr warmes und anheimelndes Licht von sich und es war somit eine Art „Gebrauchskunst“. Diese Kunstwerke konnte man als Wandleuchten gebrauchen.</p>
<p style="text-align:justify;">Das Orange-Gelbe Licht der Wandobjekte kontrastierte mit dem Grün des Gartens, der hinter der Galerie lag und der sich durch große Fensterscheiben bemerkbar machte. Auch waren in der Galerie verspiegelte Wände und Wandschranktüren, die die Anlage des Raumes verunklärten und vergrößerten.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Leute, die sich da vor den Eingangstüren drängelten und nach einem Vorwand suchten, bevorzugt in die Galerie eingelassen zu werden, waren allesamt betuchte Kunstsammler. Das Galeriepersonal – sehr hübsche junge Damen, hochgewachsen und langbeinig, in Kostümen mit „etwas über Knie-langen-Röcken und dazu passenden Jacken – war darin geschult, auf höflichste Weise um Geduld zu bitten und darauf hinzuweisen, dass man bis zur Eröffnung der Räume warten müsse.</p>
<p style="text-align:justify;">Doch die Kunstsammler erzeugten einen irren Streß. Sie konnten es überhaupt nicht erwarten. Fast begannen sie untereinander um ihre Wichtigkeit zu konkurrieren. Um in die Galerie reinzukommen, fragten sie nun nach den Toiletten.</p>
<p style="text-align:justify;">Doch die Galerie hatte vorgesorgt und im Garten hinter der Galerie Toiletten aufstellen lassen. So musste niemand, der auf die Toilette wollte, die Galerieräume vorzeitig betreten. Es gab einen großen Spezialschlüssel für die Toiletten im Garten.</p>
<p style="text-align:justify;">Auch ich mussste auf die Toilette und ich wusste, dass ich als ehemalige Mitarbeiterin auch nicht auf eine bevorzugte Behandlung zählen konnte und bekam den Schlüssel zur Gartentoilette und ich bekam den Hinweis, dass auch ich auf die Gartentoilette gehen müsse, da die Ausstellung noch nicht eröffnet sei.</p>
<p style="text-align:justify;">Für die Kunstsammler war es sehr schwer, vor der Tür und in Warteposition gehalten zu werden. Sie erwarteten eigentlich und waren es gewohnt, dass normalerweise Galerist und Galeriepersonal auf der Stelle alles stehen und liegen lassen. So wünschten sie auch jetzt, auf der Stelle vorgelassen und exklusiv &#8211; vor allen anderen &#8211; behandelt zu werden.</p>
<p style="text-align:justify;">Sie erwarteten etwas für ihr Geld, das sie auszugeben gedachten. Sie hatten Allüren wie verwöhnte Kinder. Sie wollten jeweils die ersten und die einzigen sein, die die Ausstellung zu sehen bekämen. Sie wollten „The show before the show“ sehen. Exclusiv und „per Du“ mit dem Galeristen. Sie wollten nicht mit dem „gemeinen“ Fußvolk verwechselt werden. Sie sind schließlich die wahren Chefs der Galeristen.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich fühlte mich so wie immer: als hätte ich mit all dem nichts zu tun.</p>
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		<title>Atelierbesuch &#8211; BOOOST</title>
		<link>http://makie.wordpress.com/2008/12/28/atelierbesuch-booost/</link>
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		<pubDate>Sun, 28 Dec 2008 15:09:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[28.12.2008
Ich habe heute einen Atelierbesuch bei einer Künstlerin gemacht, deren Arbeiten ich nun schon seit über 15 Jahren kenne.
Schon als ich ihre Mappe angesehen hatte, die sie mir als Vorbereitung für unser Treffen zugeschickt hatte, war ich wie elektrisiert:
Hui, da ist was weitergegangen. Die Frau hat aufgemacht. Die hat sich auf den Weg gemacht. Die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=104&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">28.12.2008</p>
<p style="text-align:justify;">Ich habe heute einen Atelierbesuch bei einer Künstlerin gemacht, deren Arbeiten ich nun schon seit über 15 Jahren kenne.</p>
<p style="text-align:justify;">Schon als ich ihre Mappe angesehen hatte, die sie mir als Vorbereitung für unser Treffen zugeschickt hatte, war ich wie elektrisiert:</p>
<p style="text-align:justify;">Hui, da ist was weitergegangen. Die Frau hat aufgemacht. Die hat sich auf den Weg gemacht. Die hängt an nichts mehr fest. Die hat soviele Möglichkeiten hinzugewonnen&#8230;.</p>
<p style="text-align:justify;">Boooost (auggesprochen: buuuuhst), kommt mir als Wort und als Klang und als Bild in den Sinn und als Verb &#8222;to booost&#8220;&#8230;.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich dachte an explosives Wachstum und an die Kraft von Pilzen, die mit ihrem Hut unter Asphaltfahrbahnen hervorbrechen, als sei die Fahrbahndecke aus weichgekochter Butter.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich dachte aber auch an Kampfkunstszenen: Einer boxt sich mit der Faust durch die Wand. Booom.</p>
<p style="text-align:justify;">Booost, so klingt der Getthoblaster mit den Worten und Bewegungen der Ghettokids aufgeladen, die überhaupt nichts zu verlieren haben, weil sie nichts haben, was sie verlieren könnten.</p>
<p style="text-align:justify;">Booost, der Tanz, der Gesang, die Worte und die Bewegung der Kids, die durch die Wand gehen, die Ehre im Leib. Booost als die Vibration der runden Boxengitter, die mit den heftigen Subwooofs mitschwingen.</p>
<p style="text-align:justify;">Oh, booost, boooost, boooost! Bläst und fegt alles hinweg, was noch hindert, was noch hängt, was noch staut. Jede Wand, jedes Hinderniss, jedes Gift, jedes Festhalten, jedes Selbstmitleid und jede Schwere, jedes maulige Beharren und alle Negativität weichen einem explosiven Wachstum und unermesslichem Reichtum, weichen einer Potenz, die hier in jedem auffindbaren Detail steckt. Im ausgestanzten Punkt, der aus dem Locher fällt, im Schriftzug, der auf der leergetrunkenen Milchtüte steht.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Frau hat es kapiert und bei der kracht es. Da hat sich was durchgesetzt, was ich nicht für möglich gehalten hätte. Da platzt es aus allen Nähten und da entsteht an jeder Ecke etwas Neues.</p>
<p style="text-align:justify;">Jeder Gedanke eine Bereicherung und jede Berührung nahrhaft und köstlich.</p>
<p style="text-align:justify;">Die weiss was sie liebt und die orientiert sich an dem, was sie liebt, behält es stets im Auge. Die hat so viele Möglichkeiten und in ihrem Leben hat so vieles Platz.</p>
<p style="text-align:justify;">Die wird nicht überwältigt, sondern sie greift zu oder sie pickt sich was raus.</p>
<p style="text-align:justify;">Hier eine Farbe, dort eine Form. Sie reichert ihre Bilder an mit unhörbarem Klang, mit Assoziationen und Gesang. Hier wird das Fremde zu ihrem und dort wird ihres zum Fremden.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Künstlerein kann rein und sie kann raus. Sie kann beginnen und aufhören. Sie spielt mit Worten und mit Fragmenten, spielt mit Farben und Flächen, spielt mit Zeichnung und Collage, spielt mit Sensibilität und Themen, spielt mit Gefühlen und wechselt ihre Aggregatzustände nach belieben.</p>
<p style="text-align:justify;">Die kennt sich aus. Mit sich und mit den anderen. Die baut sich Glücksnester, nährt ihre Bilder und nährt sich aus ihren Bildern. Sie probiert, webt und spinnt und fügt und fusioniert aus allem und in allem, was ihr brauchbar und vielversprechend erscheint.</p>
<p style="text-align:justify;">Manchmal beginnt alles mit einem winzigen, roten Buchstaben. Einem roten T und dann kommt „ime“, kommt Zeit, kommt Form und bekommt sie Flügel und fliegen Schmetterlinge auf Zeichenstengel wird ein blauer Stoff versilbert oder eine Leinwand blau.</p>
<p style="text-align:justify;">In ihrem Atelier das Herzstück ein Altar&#8230;. Buchstabensuppe, Bilderfragmente, Muster, Zeichen, Striche, Symbole, Typographie auf Haut und auf Stein, Muster als Bild und als Objekt, Wörter, Themen und Blumen, Reime, Anagramme und Assoziationen&#8230; Die Null ist ganz nahe bei der Acht und sie ist eine Kapsel die aufgesprungen ist und sie ist ein C-Bogen, der willig nach den Fingern schnappt wie das Maul einer Muppetfigur. Hier schwelgt es in Rosa-Orange, dort Loungt es sich in Türkis-Braun sich wie in der S-F-Coffee-Bar, Himmelsbeeren und Schokoträume, Urkaninchen und das Green der Golfplätze, ein Schläger, ein Ball und eine Flugbahn, Ein Stückchen gemusterter Klebstreifen vermählt sich mit dem Webmuster der Leinwand und ein kleiner, gezeichneter Schuh wird von den Noppen auf der Leinwand gestaltet.</p>
<p style="text-align:justify;">Zeitschriftentitel, Bildfragmente, mal winzig und dann ganz groß, Stoffmuster und Musterstoffe, Gemalt, gezeichnet, ausgeschnitten&#8230; BOSCH, das passt auch zu BOOOST und blaue Ikeablüten, die passen zu Matisse. Der hat sie schließlich erfunden und ausgeschnitten, als er sie nicht mehr malen konnte, hat sie malen und auf seinen Leinwänden blühen lassen.</p>
<p style="text-align:justify;">Auf all den Bildkörpern versammeln sich all die Themen und die Farben, die Proportionen und die Eigenschaften, die Anballungen und Lösungen, die Balance und der Taumel von sorgsam und mit Zärtlichkeit zusammengestellten Arrangements, die einen Hauch von Glück und Leichtigkeit, von Ordnung und von Reichtum verkünden.</p>
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		<title>Heute neu auf Kunstaktuell:</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Oct 2007 08:45:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Lesetipp]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf  &#8222;Kunstaktuell&#8220; ist ein lesenswerter Artikel über die Ausstellung &#8222;Transcendence Supermarket&#8220; der Künstlerin Annekathrin Norrmann publiziert worden.
       <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=50&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p align="justify">Auf  &#8222;Kunstaktuell&#8220; ist ein lesenswerter Artikel über die Ausstellung <a href="http://kunstaktuell.wordpress.com/2007/10/09/transcendence-supermarket-eine-ausstellung-von-annekathrin-norrmann/" title="Zum Artikel auf Kunstaktuell" target="_blank">&#8222;Transcendence Supermarket&#8220; </a>der Künstlerin Annekathrin Norrmann publiziert worden.</p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/makie.wordpress.com/50/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/makie.wordpress.com/50/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/makie.wordpress.com/50/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/makie.wordpress.com/50/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/makie.wordpress.com/50/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/makie.wordpress.com/50/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/makie.wordpress.com/50/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/makie.wordpress.com/50/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/makie.wordpress.com/50/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/makie.wordpress.com/50/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/makie.wordpress.com/50/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/makie.wordpress.com/50/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=50&subd=makie&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Funde im Internet</title>
		<link>http://makie.wordpress.com/2007/09/28/funde-im-internet/</link>
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		<pubDate>Fri, 28 Sep 2007 08:28:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Erkenntnis]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Jobs]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Suchen und Finden]]></category>
		<category><![CDATA[Surfen im Internet]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern und heute habe ich im Internet recherchiert und folglich gesurft. Ausgangspunkt war die Frage: &#8222;Wo findet man Jobangebote für Kunsthistoriker?&#8220; Ich wurde in einem Blog fündig und folgte den dort angegebenen Antworten bzw. Webadressen.
Surfen ist ja nun einmal keine &#8222;lineare&#8220; Tätigkeit. Ebensowenig wie es für mich das Schreiben ist. Vielmehr sind die Strukturen &#8222;netzförmig&#8220; [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=42&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p align="justify">Gestern und heute habe ich im Internet recherchiert und folglich gesurft. Ausgangspunkt war die Frage: &#8222;Wo findet man Jobangebote für Kunsthistoriker?&#8220; Ich wurde in einem Blog fündig und folgte den dort angegebenen Antworten bzw. Webadressen.</p>
<p align="justify">Surfen ist ja nun einmal keine &#8222;lineare&#8220; Tätigkeit. Ebensowenig wie es für mich das Schreiben ist. Vielmehr sind die Strukturen &#8222;netzförmig&#8220; und das nicht nur &#8211; wie bei den Spinnen &#8211; auf einer einzigen, horizontalen Ebene, sondern es ist für einen einzelnen Surfer nahezu unerschöpflich, was sich da, von einem einzigen Ausgangspunkt in alle Dimensionen reichend, bietet.</p>
<p align="justify">Und so geht  es mir auch beim Schreiben. Es gibt kein Schreiben von A nach B, auch wenn es sich von A nach B liest. Man kann nur von A nach B lesen, aber es bewegt sich nicht unbedingt nur auf einer Ebene, wie zum Beispiel der Gang vom Hauseingang zur Strassenecke.</p>
<p align="justify">Das Surfen beginnt auf einer Ebene und mit jedem Schritt können die Ebenen und auch die damit verbundenen Fragestellungen gewechselt werden. Das Ergebnis ist nun folgendes:</p>
<p align="justify">Ich bin ziemlich verwirrt von all den Spuren, denen ich gefolgt bin. Ich bin aber auch überwältigt von der Fülle der Informationen, die im Netz geboten werden.</p>
<p align="justify">Konkret: Der Blog empfahl u.a. ein Portal für Kunsthistoriker. Auf diesem Portal wiederum sind zu allen möglichen Bereichen rund um Kunst, Kunstgeschichte, Künstler, Kunst und Wirtschaft, Kunst und Handel, Kunst und Ausstellung, Interessensverbände für Kunsthistoriker und Künstlerverbände, Sammlungen von Webadressen zu finden. Ein &#8222;Mekka&#8220; also, von dem man aus in viele verschiedene Richtungen starten kann.</p>
<p align="justify">Also wanderte ich weiter zum Verband der Kunsthistoriker, von dort zu einer Stellenbörse für Kunsthistoriker, zu einer Adressensammlung von Wirtschaftsunternehmen, die sich für Kunst engagieren, von dort kam ich zur Kulturstiftung der Allianz, und von dort zu deren Ausstellungsprojekten und von da aus zum Pavillion auf der Biennale von Venedig, auf der Sinti und Roma &#8222;Zigeunerkunst&#8220; zeigen, eine Kunst, die für die in vielen Ländern der Erde diskriminierten und traumatisierten Menschen/Künstler, Therapie, Äusserung, der Weg nach draussen bedeuten&#8230;</p>
<p align="justify">Sehr berührend für mich, zumal ich einen Künstler kenne, der der Sohn einer Wiener Sinti oder Roma ist (untereinander verstehen sich Sinti und Roma ja wohl auch nicht &#8211; aber ich habe mir den Unterschied nicht gemerkt und weiss nicht, welchem Volk er mütterlicherseits angehört).</p>
<p align="justify">Seine Kunst hatte mich sehr berührt, nicht zuletzt weil ich mitbekommen hatte, wie unglaublich schwer es diesem Mann, (dessen Mutter im Konzentrationslager war und dort 16 Geschwister und die Eltern verloren hat, und das alles überlebt hat,) fällt, überhaupt etwas &#8222;zusammenzutragen&#8220;, zu einer Ausstellung zusammenzutragen. Und er hat es trotzdem gemacht und geschafft. Gegen alle Widerstände, hat er seiner Art zu sehen, zu denken, zu empfinden und letztlich auch zu erfinden einen Raum im Raum erschaffen und mit ihm auch seiner Mutter, die, wenn sie nicht putzt, Gegenstände mit bunten Wollfäden umwickelt&#8230;</p>
<p align="justify">Also blieb ich auf den Seiten, die sich mit der Ausstellung der Sinti/Roma im Rahmen der diesjährigen Biennale von Venedig beschäftigten. Und ich blieb länger, als ich es ursprünglich beabsichtigt hatte. Ohne genau zu wissen, was ich dort suchte, blieb ich mit emotionaler Anteilnahme, weil ich immer an den Fredi dachte, dessen Werk und dessen Art zu denken, mich mehr berührt hatten, als das Werk vieler anderer Künstler.</p>
<p align="justify">Fredi&#8217;s Kunst ist überlebenswichtig und das ist für mich ein viel wichtigeres Kriterium, wenn es um Kunst geht, als alle anderen Kriterien &#8211; wie zum Beispiel die sogenannte &#8222;Markttauglichkeit&#8220;, die mit der Kunst selbst nichts zu tun hat, aber immer wieder angelegt wird, wenn es um Ausstellungs- und Verdienstmöglichkeiten geht. Und auch das Kriterium der &#8222;Professionalität&#8220;. Nicht jeder, der etwas zu sagen hat, hat auch studiert, wie er das ausdrücken und vermarkten kann.</p>
<p align="justify">Das Kriterium der &#8222;NotWendigkeit&#8220;, die Fähigkeit durch Kreativität auszugleichen und Neues, NotWendiges zu erschaffen, die bleibt oft am Rande. Wird nur beiläufig wahrgenommen. Ich halte es allerdings für eines der wenigen berührenden Kriterien. Ein Kriterium, in dem sich Kunstwerke auch anderen Menschen direkt und jenseits des Verstandes mitteilt. Menschen spüren, ob das, was da gemacht worden ist, notwendig ist.</p>
<p align="justify">Gleichzeitig blieb ich aber auf der Suche nach Adressaten für meine eigene Tätigkeit als Texterin und zwar als eine engagierte Texterin, die während ihrer Auseinandersetzung mit dem/der Künstlerin tatsächlich in Kontakt mit der Persönlichkeit des Künstlers und mit seinen Werken tritt.</p>
<p align="justify">Sagen wir, ich &#8222;erlebe&#8220; den Künstler und sein Werk und ich &#8222;erlebe&#8220; Strukturen, die es auszeichnen. Ich gerate in dieses andere Leben, in seine Strukturen. Ich gerate dort hinein wie in einen Strudel, aus dem ich mir nur heraushelfen kann, wenn ich ihn &#8222;schreibend&#8220; erkenne und bewältige.</p>
<p align="justify">Das ist meine eigentlich Arbeit. Darin lege ich ein lebendiges Zeugnis für das Schaffen eines anderen Menschen ab und für die Wirkungen, die es haben kann und für das, was es kommuniziert.</p>
<p align="justify">Es ist nicht leicht für mich, diese Tätigkeit &#8222;anzubieten&#8220; und &#8222;in den Dienst&#8220; zu stellen. Trotzdem, ich schaute mich z.B. auf den Seiten der Allianz Kulturstiftung um und überlegte mir, wem ich in welcher Form meine unabhängigen Dienste anbieten könnte.</p>
<p align="justify">Desweiteren wanderte ich auf die Homepages der Hypokulturstiftung, von kleineren und auch nicht in München ansässigen Wirtschaftsunternehmen mit Kulturstiftungen&#8230; ich bin nicht wirklich schlauer geworden, ohne dabei in Erfahrung gebracht zu haben, ob ich &#8222;Scheuklappen&#8220; habe, d.h. mitunter Angst vor diesen Wirtschaftsunternehmen, ob ich mich selber ständig disqualifiziere, weil ich mich mehr als erfolglose Künstlerin empfinde, denn als eine professionelle Kunsthistorikerin, einfach weil ich anders arbeite als viele andere, die ich kenne.</p>
<p align="justify">Ich besah mir jeweils die Seiten, auf denen die Mitglieder des Teams bzw. der Mitarbeiter zu sehen waren. Kurze Vorstellungen der jeweiligen Mitarbeiter, ihres Ausbildungs- und Berufsweges und eine Formulierung ihres jeweiligen Aufgabengebietes. Ich habe das gemacht, um mir vorstellen zu können, wo oder an welcher Stelle im existenten &#8222;Gesellschaftsapparat&#8220; ich mir meine Dienste vorstellen könnte.</p>
<p align="justify">Und oft dachte ich beim studieren der Viten: &#8222;Oh, das habe ich aber verpasst.. da habe ich zulange &#8222;geschlafen&#8220;&#8230; da war ich nicht strategisch genug &#8230; darum habe ich mich nie gekümmert&#8230;&#8220; Da sind Ausbildungswege, die beginnen mit einer Bankerausbildung und führen dann in die schöngeistigen Bereiche und zugleich in Ausbildungen zum Kulturwirt u.ä.</p>
<p align="justify">Nun stehe ich also immernoch da, mit dem, was ich eben bisher gemacht oder nicht gemacht habe und sehe nicht, ob es im Rahmen dieser Seiten, die ich besucht habe, also der Wirtschaftsunternehmen, die sich in Kunst und Kultur engagieren, eine Möglichkeit für mich gibt.</p>
<p align="justify">Da hilft nur eine &#8222;blinde&#8220; Bewerbung. Texte, wie sie auf den jeweiligen Seiten stehen, die hätte ich sicher nicht geschrieben. Oft verstehe ich die auch gar nicht und nicht immer mache ich mir klar, woran mein Interesse oder mein Verständnis beim Lesen eigentlich scheitern.</p>
<p align="justify">Ich klicke einfach weiter, in Richtungen, wo es vielversprechender aussieht oder ich ergreife die Flucht&#8230;</p>
<p align="justify">Viel Zeit habe ich dann auch bei den Ratgebern &#8222;Freie&#8220; zugebracht. Habe mich über Honorare, Verträge und Rechte schlau gemacht. Das war ziemlich gut. Plötzlich weiss ich, dass die Preise bzw. Honorare, die ich verlange, vollkommen in Ordnung sind, auch wenn kaum ein Künstler, mit dem ich bislang zusammengearbeitet habe, bereit war, diese Preise zu zahlen. Schon allein deshalb, weil ihnen die Mittel fehlen. Auf fehlende Mittel habe ich schon oft Rücksicht genommen. Worauf ich keine Rücksicht mehr nehmen will ist die generelle Unterschätzung meiner Arbeit, Haltungen, in denen Kunden den Wert meiner Arbeit &#8222;unterschätzen&#8220;. &#8222;Wie kann ein Text nur so teuer sein?&#8220; &#8222;Die Texte von anderen sind aber billiger.&#8220;</p>
<p align="justify">Die &#8222;anderen&#8220;, von denen da die Rede ist, habe ich teilweise recherchiert: Das sind Kollegen, die im Angestelltenverhältnis für Museen, Sammlungen, Galerien, Zeitschriften u.ä. tätig sind.</p>
<p align="justify">Also, war ich ganz verblüfft und auch beglückt, im Internet zu erfahren, dass ich sowohl mit meinem Rechtempfinden, was die Textrechte betrifft und mit meinen Honorarforderungen, ganz richtig liege.</p>
<p align="justify">Letzteres ist das konstruktive Ergebnis meiner Recherchen. Was die anderen Recherchen oder besser Streifzüge ergeben werden, ist im Augenblick offen, einfach weil ich mit Verwirrung und mit Selbstzweifeln reagiere. Mit Überlegungen, dass ich etwas hätte anders machen sollen, mit einem schlechten Gewissen oder mit Entmutigung, weil mir jetzt immer noch nicht so recht klar ist, wo ich eigentlich hin will.</p>
<p align="justify">Ohne, dass man das weiß, kommt man folglich auch nirgendwo an. Aber immerhin bin ich in einige Richtungen losgelaufen, habe mich an verschiedenen Stellen aufgehalten, manches in Erfahrung gebracht und vielleicht hilft es mir bei einer der nächsten Entscheidungen, überhaupt mal irgendwo gewesen zu sein&#8230;</p>
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		<title>Einladungen</title>
		<link>http://makie.wordpress.com/2007/09/17/einladungen/</link>
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		<pubDate>Mon, 17 Sep 2007 14:44:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein Schreibtisch ist voller Papier: Sehr viele Einladungen zu Ausstellungseröffnungen. Mehr Einladungen als ich wahrnehmen kann. Eigentlich bekomme ich mit der Post hauptsächlich Einladungen, kaum etwas anderes.
Ich stapel sie. Manchmal komme ich nicht dazu, sie zu öffnen oder zu lesen. Ich lasse sie dann liegen.  Die neuesten Einladungen ganz oben. Erst liegen sie auf [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=27&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p align="justify">Mein Schreibtisch ist voller Papier: Sehr viele Einladungen zu Ausstellungseröffnungen. Mehr Einladungen als ich wahrnehmen kann. Eigentlich bekomme ich mit der Post hauptsächlich Einladungen, kaum etwas anderes.</p>
<p align="justify">Ich stapel sie. Manchmal komme ich nicht dazu, sie zu öffnen oder zu lesen. Ich lasse sie dann liegen.  Die neuesten Einladungen ganz oben. Erst liegen sie auf meinem Schreibtisch, dann lege ich sie auf einen ordentlichen Stoss auf den Fussboden. Wenn ich staubsaugen muss, lege ich sie wieder auf den Schreibtisch und wenn ich meinen Schreibtisch für andere Arbeiten brauche, dann lege ich sie wieder auf den Fussboden. Natürlich nehme ich mir vor, sie „bei Gelegenheit“ zu lesen.</p>
<p align="justify">Es gibt Tage, so wie heute, da mache ich mich dann an den Stapel heran, öffne die Umschläge, studiere die bereits geöffneten Einladungen, notiere mir Termine, stelle mitunter fest, dass es Abende gibt, an denen finden bis zu vier Eröffnungen gleichzeitig stattfinden, davon vielleicht sogar drei, wo ich dann wirklich gerne hingehen würde.</p>
<p align="justify">Natürlich: ich könnte ja auch während der Laufzeit einer Ausstellung, den drei Ausstellungen, die ich nicht bereits bei der Vernissage gesehen habe, einen Besuch abstatten, was ja in vielen Fällen auch viel sinnvoller ist &#8211; zumindest, wenn es darum geht, sich tatsächlich mit der Kunst auseinanderzusetzen und sie nicht nur &#8222;oberflächlich&#8220; zur Kenntnis zu nehmen.</p>
<p align="justify">Der Ausstellungsbesuch während der Laufzeit der Ausstellung, also unabhängig von Eröffnungen bleibt oft ein frommer Wunsch: Die Zeit vergeht so schnell. Auch ohne Planung. Und oft ist der feste Termin der Eröffnung wie auch der Finissage ein Anhaltspunkt.</p>
<p align="justify">Vier Wochen Laufzeit sind kein Anhaltspunkt und darin &#8222;Anhaltspunkte&#8220; selber zu schaffen, eine Verabredung zwischen mir und einer Ausstellung, darin bin ich nicht sonderlich gut. Besteht ja auch kein Anlass: der Stoss mit den Einladungen zu neuen Ausstellungseröffnungen wächst ja ständig.</p>
<p align="justify">Per e-mail bekomme ich auch Einladungen. Fast noch mehr Einladungen als mit der Post. Künstlern, die ich auf Ausstellungseröffnungen treffe, sage ich, dass sie mich per e-mail über ihre Aktivitäten auf dem Laufenden halten können.</p>
<p align="justify">Es gibt so viele Möglichkeiten, sich mit Kunst auseinanderzusetzen, dass ich manchmal schon allein deshalb &#8222;den Auftrag&#8220; brauche, um eine Verbindlichkeit und den eben erwähnten &#8222;Anhaltspunkt&#8220; zu haben, ohne dass ich ihn selber schaffen muss.</p>
<p align="justify">Manchmal gerate ich in Panik und fühle mich vollkommen überfordert, weil ich von mir erwarte, dass ich all diesen Einladungen in jeweils adäquater Weise gerecht werde. Oft ignoriere ich dann meine Einladungspost oder öffne sie zu spät. Und wenn es dann zu spät ist und die Ausstellung vorbei, dann werfe ich die Einladung mit schlechtem Gewissen fort. Ja, manchmal ist es mir einfach zu viel.</p>
<p align="justify">Viele der Einladungen stammen von Künstlern, die ich persönlich kenne, deren Werdegang ich in vielen Fällen seit Jahren verfolge. Ohne die Einladungen wüsste ich nicht, was sie tun. Drum ist es so wichtig, dass ich Einladungen bekomme. Ausserdem bildet die Summe der Einladungen einen Pfad, der nach draussen führt, der Sichtweisen und Ideen vermittelt, auf die ich selber nicht gekommen wäre.</p>
<p align="justify">Horizonterweiterung nennt man so etwas. Allerdings erfordert diese Horizonterweiterung die Offenheit und Bereitschaft sich einzulassen und nicht nur das, man muss sich auch selbst &#8211; seine eigene kleine Welt &#8211; loslassen können, um die (Kunst-)Sprache anderer Menschen kennen zu lernen.</p>
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		<title>Gedanken zu den Fotografien von Christopher Muller und zu meinem „Sonntagserleben“</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Sep 2007 14:52:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Still leben. Still Leben. Stilles Leben. Stil leben.
Die Fotografien, mit denen ich mich gerade beschäftige und das Leben, wie ich es heute empfinde, korrespondieren miteinander. Beide beschäftigen sich mit dem, was ohnehin da ist.
Sie beschäftigen sich mit dem „Besonderen“ in dem, was gemeinhin als „Nicht-Besonderes“ gewertet wird. Im &#8222;Alltag&#8220; dient es sprachlos, bleibt stumm oder [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=23&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p align="justify"><strong><em>Still leben. Still Leben. Stilles Leben. Stil leben.</em></strong></p>
<p align="justify">Die Fotografien, mit denen ich mich gerade beschäftige und das Leben, wie ich es heute empfinde, korrespondieren miteinander. Beide beschäftigen sich mit dem, was ohnehin da ist.</p>
<p align="justify">Sie beschäftigen sich mit dem „Besonderen“ in dem, was gemeinhin als „Nicht-Besonderes“ gewertet wird. Im &#8222;Alltag&#8220; dient es sprachlos, bleibt stumm oder es geht unter, versinkt unbemerkt und auf Nimmerwiedersehen.</p>
<p align="justify">Als Wahrgenommenes drücken beide – mein Sonntagserleben und das auf den Fotografien Abgebildete &#8211; stilles Leben, Stilleben und Lebensstil aus.</p>
<p align="justify">Sie betrachten das „Alltägliche“ von der Warte eines Sonntags aus, der den Trubel des Alltäglichen in eine Art Dornröschenschlaf hüllt. So kommt es mir jedenfalls vor.</p>
<p align="justify">Der Gebrauch des Gebräuchlichen scheint eingeschläfert. Seine Lautstärke schweigt. Seine Bewegung hält inne und seine Ausdehnung zieht sich auf einen Raum in nächster Nähe zusammen.</p>
<p align="justify">Und dann: Der Sommer vergeht. Der Herbst ist noch nicht so recht geweckt und die Betrachtung findet zwischen den Zeiten statt. Sie findet etwas, das in der Stille eine Fülle an Besonderheiten, an Nichtselbstverständlichem oder gar Exotischem aufzuweisen hat.</p>
<p align="justify">Es ist, als würden sowohl unmittelbare Nähe, als auch die Geborgenheit in dieser Nähe, erst durch diese Art der Wahrnehmung erschaffen.</p>
<p align="justify"><strong><em>Die Fotografien</em></strong></p>
<p align="justify">Bei den Fotografien handelt es sich um Arbeiten des in Düsseldorf lebenden und in England aufgewachsenen Künstlers <a href="http://www.dina4projekte.de/cm/bio.html" title="Vita von Christopher Muller" target="_blank">Christopher Muller</a> (*1966 in Stade).</p>
<p align="justify">Seine Bilder bzw. <a href="http://www.christopher-muller.de/stilg.html" title="Stilleben von Christopher Muller" target="_blank">Stilleben</a> erfassen die er-innerte Beziehung desjenigen, der die Gegenstände sieht, ebenso, wie das ausschließlich „formal“ bzw. „ästhetisch“ betrachtete So-Sein verschiedener Kategorien von Gegenständen, die auf den Fotografien in einem jeweilig gemeinsamen Bildraum interagieren.</p>
<p align="justify">Gegenstände bzw. Gegenstandsgruppen, wie z.B. Wasserkocher, Toaster, Zahnbürste, Aschenbecher, Becher, Reisetasche oder Geldbörse, werden in unhierarchischen, manchmal zufällig, manchmal geplant wirkenden Arrangements, in einem Vor-, Hinter- und Nebeneinander auf gemeinsamen Stellflächen oder vor einheitlichen Hintergründen, in einem zumeist flachen Bildraum gesehen.</p>
<p align="justify">Sie nehmen die Beziehung zum Betrachter auf und über die vergleichenden Beobachtungen des Betrachters, nehmen sie die Beziehung untereinander auf.</p>
<p align="justify">Die Fotografien thematisieren sowohl die Ästhetik der Gegenstände, das heißt Form, Farbe und Material, als auch die Bedeutung oder den (manchmal auch verschobenen oder absurden) Sinn der Gegenstände in dem jeweiligen Arrangement.</p>
<p align="justify">Manchmal spielt auch die persönliche bzw. erinnerte Beziehung des Fotografen zum Objekt eine Rolle, dies allerdings nur stellvertretend bzw. exemplarisch als <em>eine</em> mögliche, persönliche Verbindung zwischen der Wiedergabe eines wahrgenommenen Objekts und einem wahrnehmenden Subjekt.</p>
<p align="justify">Die Dinge sprechen ebenso für sich, wie sie eine kaum zu vermeidende Aussage, über das treffen, was der Fotograf wie eine bewusst gemachte Beobachtung erschaffen wollte.</p>
<p align="justify">Kurz: Auf den Fotografien zeigt sich „übergenau“, „überzeichnet“, „inszeniert“ und „in Lebensgröße“ beobachtet und wiedergegeben, das, was ohnehin und in allernächster Nähe da ist.</p>
<p align="justify">Die Fotografien von Christopher Muller zeigen Alltagsgegenstände in alltäglicher Umgebung. Angeblich handelt sich um bewusste Arrangements des Künstlers. Ich habe eine Auswahl an Fotografien angesehen, die demnächst in einer Münchner Galerie gezeigt werden. Gegenstände, die auf einem Tisch stehen. Gegenstände, die auf dem Rand eines Waschbeckens zu finden sind. Gegenstände, die sich vor einer weißen Wand aufgerichtet zeigen. Manchmal sind es Gegenstände, die „anonymer“ erscheinen, da sie weder Gebrauchsspuren, noch Spuren jahrelangen Aufenthalts in persönlichem Besitz aufweisen. Manche Dinge haben jedoch Spuren des „Individuellen“: Es sind Gegenstände, die nicht allerorts, nicht in jedem Supermarkt, zu allseits bekannten Preisen verfügbar sind.<br />
Vielmehr sind es Gegenstände, die aus der persönlichen Lebensgeschichte stammen: Gegenstände, die aus dem Familienbesitz kommen. Gegenstände, die eine Reise hinter sich haben. Gegenstände, an die der Besitzer nur durch eine Reise gekommen sein kann.</p>
<p align="justify">Ein Kaffeehaferl mit der Aufschrift „Santiago de Compostela“ taucht auf mehreren der Fotografien auf. Mal angeschnitten und mal so vollständig, wie eine Tasse überhaupt auf einem Bild sein kann. Die Rück- und Unterseite bleibt dem unverrückbaren Anblick immer und grundsätzlich unsichtbar. Das Bild zeigt, unabhängig von den An- und Ausschnitten, immer nur eine Seite, eine Ansicht, der Gegenstände und nur eine Seite der Verhältnisse, die sie miteinander eingehen.</p>
<p align="justify"><em><strong>Mein Sonntagserleben</strong></em></p>
<p align="justify">Ich ass heute eine Kürbissuppe und ich schrieb dem Koch, der sie mir gebracht hatte, per SMS folgendes:</p>
<p align="justify">&#8222;Die Kürbissuppe schmeckt einfach wunderbar, wirklich köstlich. Gestatte mir hier einen Rückgriff auf Dein Vokabular! Die Farbe ist anregend, wie vermutlich in keinem Farbmusterbuch zu finden und der Geschmack wirkt vordergründig wärmend und milde. Er entfaltet im Mund, vor allem im Bereich von Gaumen und Mittelzunge, eine ganz unerwartete, sehr interessante Tiefe und Intensität. Nennen wir ihn hintergründig. Und er ist so zu einer Einheit verschmolzen, dass er im Einzelnen nicht mehr auf seine Ursprünge zurück zu führen ist. Es ist ein Geschmack voller verschiedener Andeutungen, wenn nicht gar Verheissungen. Besonders heraus greifen möchte ich hier die sehr subtil eingesetzte Schärfe, die auf kleiner Flamme züngelnd daher kommt und Lust auf mehr macht. Abschliessend möchte ich sagen: Diese Suppe ist mit Liebe,  Erwartungsfreude, Fantasie und mit einem hungrigen Magen gekocht. Danke!&#8220;</p>
<p align="justify">Normalerweise gönne ich mir weder dergleichen Genüsse, noch &#8211; und das ist hier noch viel entscheidener &#8211; gönne ich mir fast nie, die Genüsse, die sich bieten, auch zu geniessen.</p>
<p align="justify">Ich schlucke,  ohne es zu bemerken, einfach runter und Wertvolles geht oft in einer mehr oder weniger registrierten Flüchtigkeit und Flucht unter, in der das Gute einfach nicht sein darf.</p>
<p align="justify">Heute habe ich die Suppe offensichtlich genossen und wo ich sonst ausrücken möchte und dem Sonntag davon rennen, macht sich das Leben, wie ich es heute lebe, in einer Art stillem Sonntagsgenuss bemerkbar.</p>
<p align="justify">Es lebt in seinen &#8211; abgesehen von der Suppe &#8211; eher stillen und herunter gefahrenen Auffälligkeiten und es lebt in seinem Sonntagsgebaren still vor sich hin.</p>
<p align="justify">Und es kommt mir vor, als nähme ich ihn nicht alleine wahr. Ich sonntage vor mich hin, wie all die anderen, in dem Haus, in dem ich lebe und auch wie all die anderen in den benachbarten Häusern, in Sichtweite und entlang der Strasse, aus denen man heute auch fast niemanden hört.</p>
<p align="justify">Nein, man hört sie nicht wie sonst und man erkennt sie nicht am Geklapper von Geschirr, an Staubsauger- oder Küchengerätgeräuschen, Hacken, Klopfen, Summen, Quietschen, Telefonklingeln, Handysounds, Stimmen oder Köpfen aus offenen Fenstern und man sieht sie heute nicht beim Verlassen oder Betreten der Haustüren, erkennt sie nicht am eiligen Klappern ihrer Absätze, an den Rollen ihrer Rollkoffer.</p>
<p align="justify">Selbst das Treppenhaus und der schnarchende Aufzug schweigen heute. Und sie schweigen auffälliger als sie sonst Geräusche von sich geben. Es herrscht eine Stille, in die ich nicht eingreifen, die ich nicht überwinden, vor der ich nicht flüchten und die ich vor allem weder stören noch sprengen möchte.</p>
<p align="justify">Ich beschränke mich auf diesen kleinen Raum, in dem ich mich aufhalte. Ich bin hier zwischen den Dingen im Raum. Dinge, die ich im Laufe der Zeit, so hinein gestellt habe, wie sie jetzt hier stehen. Dinge, von denen ich entschieden habe, dass sie hier sein sollen. Dinge, die mir gehören oder Dinge, die meine Umgebung auszeichnen. Dinge, die ich sehe oder nicht mehr sehe. Dinge, die immer da sind und die ich mir folglich nur manchmal bewusst mache. Dinge unterschiedlicher Ordnungen: Gebrauchsdinge, Arbeitsgeräte, Sinndinge, Geschenkdinge, Erinnerungsdinge, Begleitdinge, Dinge zum Wohlfühlen und notwendige Dinge, Dinge, die zeitweilig an einem Ort stehen und solche, die schon länger da sind und mich vielleicht auch überleben werden, weil ich sie sicher nicht abschaffen werde. Dinge mit Augen, Gestaltdinge und kalte Dinge. Dinge, an denen ich hänge und solche, die austauschbar sind. Zeitweilige Arrangements aus „gegebenem Anlass“ und Arrangements, die ich immer wieder neu in der gleichen Form treffe. Dinge, deren Anwesenheit, Liebe erinnern und solche, die als stumme Diener immer schon mit dabei sind, gegen den gleichen Gegenstand ausgetauscht werden, wenn sie irreparabel kaputtgehen. Dinge in verschienen Größen, Formen und Farben. Dinge mit einer Bedeutung, an die ich mich immer wieder anschließe und Dinge, die irgendwann weggeworfen werden, weil ich sie nicht mehr haben will.</p>
<p align="justify">Und ich bin hier, mit dem, was so ein Menschentier ausmacht: Mit seinem Hunger, mit seinen Gelüsten, mit seinen Wunschgedanken, mit seinen Planungen und Ziellosigkeiten und mit Bedürfnissen, in denen sich der Körper und seine Stoffwechselkreisläufe äußert, vom Atem angefangen, bis hin zur Verdauung und Verarbeitung des Zugeführten.</p>
<p align="justify">Und es leitet mich das Bedürfnis nach stiller Beobachtung. Beobachtung durch all jene Sinne, die mir zur Verfügung stehen. Ob ich eine Weile dem Klappern der Rollläden lausche, dem Eigensinn seines windbewegten Rhythmus, der eine Sprache außerhalb meiner Rhythmen und Erwartungen spricht. Ob ich dem Schweigen der Strasse lausche, die sich ansonsten, durch Motorengeräusche auszeichnet. Geräusche, die heute so vereinzelt auftreten, dass sie eine Auffälligkeit und eine Bedeutsamkeit haben, wie sonst nie. Ihr lauter und leiser werden beim Näherkommen und sich wieder Entfernen. Und dann das Mitverfolgen der Wetterumschwünge von hinter dem Fenster aus, den Wechsel von starkem Regen, von nasser Fahrbahn, von Wasserläufen, die sich in den Rinnsteinen gebildet haben, zu der nunmehr völlig trockenen Strasse. Regen vorbei. Wind ist noch da. Die Sonne ist herausgekommen, strahlt auf und verschwindet wieder, wie der Wind, der sich in den kümmerlichen Blättern meiner Tomatenpflanze fängt, sie und die noch grünen, kleinen Kugeln unreifer Früchte in Bewegung setzt.</p>
<p align="justify">Und es ist mir genug. Im Grunde ist es mir genug. Es ist als wolle ich den Raum, in dem ohnehin etwas passiert und ohne mein Zutun etwas passiert, nicht überschreiten, nicht verlassen und nicht sprengen. Es ist als wolle ich mich dem stellen, was ohnehin da ist. Der Fülle minimaler Aktivitäten. Der Fülle kleinerer Aktionen und es ist, als wollte ich es genießen. Einfach zuhören, auf den Herzschlag, den Atem, das, wie sich der Körper, die Haut anfühlt, der Pullover auf der Haut, der Nachgeschmack einer guten Suppe im Mund. Mir ein Hineinhören, Riechen, Schmecken, Fühlen erlauben, in das ich mich sonst nicht unbedingt hineinbegeben habe.</p>
<p align="justify">Es ist, als wolle ich einfach nur hiersein und zufrieden. Und natürlich ist es ein Frieden, der auf einer geliehenen Geborgenheit beruht. Es ist schön, wenigstens für einen Moment, nicht das Gefühl haben zu müssen, etwas „erreichen“ oder etwas „bewegen“ zu müssen. Ich warte ausnahmsweise auch auf nichts.</p>
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