<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	xmlns:georss="http://www.georss.org/georss" xmlns:geo="http://www.w3.org/2003/01/geo/wgs84_pos#" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/"
	>

<channel>
	<title>Makie &#187; Befindlichkeiten</title>
	<atom:link href="http://makie.wordpress.com/category/befindlichkeiten/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://makie.wordpress.com</link>
	<description>Leben Be-Schreiben</description>
	<lastBuildDate>Mon, 27 Apr 2009 18:51:18 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.com/</generator>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<cloud domain='makie.wordpress.com' port='80' path='/?rsscloud=notify' registerProcedure='' protocol='http-post' />
<image>
		<url>http://www.gravatar.com/blavatar/d626ade86af70403567e90becbd512b8?s=96&#038;d=http://s.wordpress.com/i/buttonw-com.png</url>
		<title>Makie &#187; Befindlichkeiten</title>
		<link>http://makie.wordpress.com</link>
	</image>
	<atom:link rel="search" type="application/opensearchdescription+xml" href="http://makie.wordpress.com/osd.xml" title="Makie" />
		<item>
		<title>Der Fleck</title>
		<link>http://makie.wordpress.com/2009/04/27/der-fleck/</link>
		<comments>http://makie.wordpress.com/2009/04/27/der-fleck/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 27 Apr 2009 18:49:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Befindlichkeiten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://makie.wordpress.com/?p=351</guid>
		<description><![CDATA[
Ein nasser, dunkler Fleck, kleiner als ein Fünfmarkstück, auf dem Meer eines frisch gebürsteten Holzparketts.
Rippe für Rippe. Die Gräten des Parketts dehnen sich aus in all den vielen Räumen, doch ein Fleck trübt die Größe, unterbricht.
Eine Stunde lang habe ich ihn gesehen, bin immer wieder auf meinem Weg woanders hin, so ganz beiläufig an ihm [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=351&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Ein nasser, dunkler Fleck, kleiner als ein Fünfmarkstück, auf dem Meer eines frisch gebürsteten Holzparketts.</p>
<p style="text-align:justify;">Rippe für Rippe. Die Gräten des Parketts dehnen sich aus in all den vielen Räumen, doch ein Fleck trübt die Größe, unterbricht.</p>
<p style="text-align:justify;">Eine Stunde lang habe ich ihn gesehen, bin immer wieder auf meinem Weg woanders hin, so ganz beiläufig an ihm vorbeigekommen, habe beschlossen, diesen Fleck sich selbst zu überlassen, er wird schon wieder verschwinden, trocknen oder so.</p>
<p style="text-align:justify;">Was auch immer dieser Fleck ist – er glänzt nass, also kann er trocknen.</p>
<p style="text-align:justify;">Zwei Stunden: Zum dreissigsten Mal oder vierzigsten Mal, muss ich an diesem Flecken, diesem ohne mein Zutun hier an diese Stelle draufgetropften Flecken vorbei.</p>
<p style="text-align:justify;">Hier spiegelt sich das Licht ganz anders, wird zurückgeglänzt, wo überall drumherum das geschrubbte Holz milde lächelt und indifferent die Schritte duldet.</p>
<p style="text-align:justify;">Stunde drei: Er glänzt undvermittelt und er ist nicht alleine, wenn man genau hinsieht, denn gibt es noch andere solche Flecken. Blasser und kleiner zwar, aber trotzdem.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich erinnere all die vielen Tropfen auf dem frischen Parkett in den Tagen des Einzuges. Jeder Tropfen hinterliess einen hellen Stern auf dem frischen Parkett. Hinterließ einen Makel inmitten der Makellosigkeit.</p>
<p style="text-align:justify;">Denkmale. Stolperfallen. Blickfänger. Verzögerungen. Aus dem Takt kommen. Drumherumkommen.</p>
<p style="text-align:justify;">Stunde fünf, sechs und sieben: Das Gewissen plagt schon arg. Soll sich doch jemand anders um den Fleck kümmern. Ein Verursacher zum Beispiel.</p>
<p style="text-align:justify;">Warum immer ich? Sehe diesen Fleck nur ich? Sieht ihn denn kein anderer? Wer hat den Fleck dahin gemacht?</p>
<p style="text-align:justify;">Oh, so ein Fleck, das gibt Ärger! Der Fleck muss weg. Der verschandelt ja den ganzen Fußboden.</p>
<p style="text-align:justify;">Der nervt mindestens so sehr wie ein einsamer Kuchenkrümel auf einem frisch gesaugten Fußboden.</p>
<p style="text-align:justify;">Der Fleck bleibt. Er trocknet nicht. Von Mal zu Mal, dass ich an ihm vorbeilaufe, verlangt er mir noch mehr Aufmerksamkeit ab.</p>
<p style="text-align:justify;">Doch ich bleibe heldenhaft standhaft:</p>
<p style="text-align:justify;">Ich werde mich nicht um diesen Fleck kümmern. Ich kann mich schließlich nicht um alles kümmern.</p>
<p style="text-align:justify;">Wo kämen wir denn da hin, wenn ich mich auch noch um so dämliche, lächerliche Flecken kümmern würde? Da käme ich ja überhaupt nicht mehr nach Hause und nicht ans Ziel.</p>
<p style="text-align:justify;">Nein, diesmal werde ich nicht schwach. Soll der Fleck doch sehen wo er bleibt. Soll er doch tun und lassen, was er will. Ich werde mich nicht um ihn kümmern. Soll er doch schreien, jammern und flehen. Soll er doch glänzen, fetten, dunkeln. Soll er doch ätzen, schwärzen.</p>
<p style="text-align:justify;">Soll er doch verrecken, dieser jämmerliche Tropf. Soll er mir doch hinterherbrüllen, hinterherrennen, soll er mich doch verfolgen, wenn er sich traut&#8230;</p>
<p style="text-align:justify;">Ich nicht. Nicht jetzt. Nicht heute. Nicht schon wieder. Nicht immer ich. Nicht immer nur ich.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich hole den Schwamm aus der Küche. Ich wische den Fleck weck. Bin glücklich, dass der Boden wieder unversehrt und ich ungestört meiner Wege gehen kann.</p>
<p style="text-align:justify;">Der Fleck ist nicht mehr da. Ich vermisse ihn nicht.</p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/makie.wordpress.com/351/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/makie.wordpress.com/351/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/makie.wordpress.com/351/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/makie.wordpress.com/351/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/makie.wordpress.com/351/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/makie.wordpress.com/351/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/makie.wordpress.com/351/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/makie.wordpress.com/351/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/makie.wordpress.com/351/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/makie.wordpress.com/351/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=351&subd=makie&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://makie.wordpress.com/2009/04/27/der-fleck/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="http://1.gravatar.com/avatar/1dd391e0c743dd36f8a9eec0be9bf0eb?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">Makie</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Stehcafé im Bahnhof</title>
		<link>http://makie.wordpress.com/2009/02/20/stehcafe-im-bahnhof/</link>
		<comments>http://makie.wordpress.com/2009/02/20/stehcafe-im-bahnhof/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 20 Feb 2009 06:16:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Befindlichkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Orte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://makie.wordpress.com/?p=324</guid>
		<description><![CDATA[Gestern früh gönnte ich mir noch vor der Arbeit einen Milchkaffee im Zwischengeschoss am Hauptbahnhof.
Da gibt es ein kleines Stehcafé, wirklich winzig, in dem immer mindestens drei Mitarbeiterinnen hinter der Theke stehen, die alle Hände voll zu tun haben.
Es gibt Brot, Gebäck und frisch belegte Brötchen – die Klassiker: Käsebrötchen und Fleischwurstbrötchen. So wie die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=324&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">Gestern früh gönnte ich mir noch vor der Arbeit einen Milchkaffee im Zwischengeschoss am Hauptbahnhof.</p>
<p style="text-align:justify;">Da gibt es ein kleines Stehcafé, wirklich winzig, in dem immer mindestens drei Mitarbeiterinnen hinter der Theke stehen, die alle Hände voll zu tun haben.</p>
<p style="text-align:justify;">Es gibt Brot, Gebäck und frisch belegte Brötchen – die Klassiker: Käsebrötchen und Fleischwurstbrötchen. So wie die früher mal waren. So ganz normale Brötchen, aus denen seitlich die eckige Käsescheibe rausflappt. Ganz frisch.</p>
<p style="text-align:justify;">Und dann gibt es natürlich den riesigen Automaten, der den verschiedenen Arten heutiger Kaffeézubereitung einigermaßen gewachsen ist. An der Wand hängt ein Plakat: Hazelnut-Mint Kaffee und noch eine andere parfümierte Sorte. Handgeschrieben mit dicken Filzschreibern und drumrum Luftschlangen.</p>
<p style="text-align:justify;">Das Café ist wirklich winzig. Manchmal stehen die Kunden schon von draußen Schlange. Seitlich ein paar Stehtische, die mit sonnenblumengelben, halblangen Hochglanzplastikfolien abgedeckt sind. Milchkännchen, Zuckerstreuer und eine kleine Plastikprimel im Plastiktöpfchen stehen jeweils obendrauf.</p>
<p style="text-align:justify;">Eine zeitlang ging ich jeden Morgen in dieses Café. Da gab es auch eine kleine, bucklige alte Frau, deren ganzes Vergnügen es zu sein schien, vollkommen ehrenamtlich die Tische abzuräumen.</p>
<p style="text-align:justify;">Sie hinkte mehr als das sie ging, war kleiner als die meisten Gäste und sie lauerte geradezu auf das nächste freiwerdende Geschirr. Sie blühte vor Verantwortung, Wichtigkeit und Freude an ihrem Job, den sie sich selber kreiiert hatte. Die Damen vom Service ließen sie stets gewähren.</p>
<p style="text-align:justify;">Auch ist mir schon einmal aufgefallen, dass Obdachlose, die vom Bahnhof runterkommen, sich bevorzugt hier eine Tasse schwarzen Kaffé leisten und manchmal sogar ein Brötchen dazu. Und die Damen vom Service, die kennen ihre Pappenheimer und sind total freundlich, zuvorkommend und auch aufmunternd gegenüber den Obdachlosen. Sie behandeln sie mit mehr Aufmerksamkeit, als die normalen Kunden – oft die Eiligen und Flüchtigen aus der Geschäftswelt, die mit ToGo-Pappbechern, geknickten Trinkhalmen und Aktenkoffern weiterlaufen.</p>
<p style="text-align:justify;">Das kleine Stehcafé im Zwischengeschoss zwischen Fernzügen und S-Bahn ist eigentlich kein Coffetogo-Betrieb. Die Servicedamen tragen gelb weiss längs gestreifte Schürzen und sie werden von einer zackigen Filialleiterin streng überwacht.</p>
<p style="text-align:justify;">Manchmal bleibe ich im Café selbst und manchmal stelle ich mich an einen der Stehtische, die außerhalb, direkt im Zwischengeschoss, aufgestellt sind. Mein Milchkaffee ist dann die Eintrittskarte für die Aussichten auf die vielen Reisenden.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich hänge mehr an dem Tisch als das ich stehe. Manchmal lehne ich mich auch an ein Mäuerchen zurück, und ich geniesse diese Art Live-Fernsehen.</p>
<p style="text-align:justify;">Das Vorbeiströmen irgendwelcher Leute, die permanente Abwechslung. Geniesse Blitzeindrücke, die die Leute hinterlassen: Der ist doof und der ist nett.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich stehe da, lasse mich gehen, gedankenverloren und verliere Gedanken, nichts hält sich lange, die Eindrücke kommen und gehen. Ich behalte nichts, zerstreue mich, denke nicht an zuhause und auch nicht an die Arbeit, sondern bin einfach nur dort und glotze. Kurze Kontakte, ein Lächeln, einfach so.</p>
<p style="text-align:justify;">Flüchtige Miteinander und es ist noch etwas Zeit. Rumstehen, an einem Ort, an dem man eigentlich nicht stehenbleibt. Zwischenzeit und Aufenthalt in einer unverbindlichen Zone. Ich bin allein und andere auch. Gemeinsam belauschen wir die, die zu zweit kommen.</p>
<p style="text-align:justify;">Mit den Fingern das Lacktischtuch befühlen, die Plastikprimel rumdrehen, sinnlos verschieben, den Zuckerstreuer geraderücken, beim Nebenmann in die Zeitung reinlesen. Ich liebe das und manchmal gönne ich es mir.</p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/makie.wordpress.com/324/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/makie.wordpress.com/324/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/makie.wordpress.com/324/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/makie.wordpress.com/324/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/makie.wordpress.com/324/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/makie.wordpress.com/324/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/makie.wordpress.com/324/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/makie.wordpress.com/324/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/makie.wordpress.com/324/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/makie.wordpress.com/324/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=324&subd=makie&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://makie.wordpress.com/2009/02/20/stehcafe-im-bahnhof/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="http://1.gravatar.com/avatar/1dd391e0c743dd36f8a9eec0be9bf0eb?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">Makie</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Sei fröhlich!</title>
		<link>http://makie.wordpress.com/2009/02/19/sei-frohlich/</link>
		<comments>http://makie.wordpress.com/2009/02/19/sei-frohlich/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 19 Feb 2009 06:45:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Befindlichkeiten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://makie.wordpress.com/?p=321</guid>
		<description><![CDATA[„Sei fröhlich“, hat er mir hinterher gerufen, als hätte er die ganze Zeit gespürt, wie schwer mein Herz eigentlich ist. Durchschaut hat er mich, gespürt hat er mich und ruft es mir dann zu, dieses „Sei fröhlich“ – ganz zum Schluss, im letzten Moment, gerade dann, wenn ich nur noch nicken kann, wie im Reflex, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=321&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">„Sei fröhlich“, hat er mir hinterher gerufen, als hätte er die ganze Zeit gespürt, wie schwer mein Herz eigentlich ist. Durchschaut hat er mich, gespürt hat er mich und ruft es mir dann zu, dieses „Sei fröhlich“ – ganz zum Schluss, im letzten Moment, gerade dann, wenn ich nur noch nicken kann, wie im Reflex, gerade dann, wenn ich nichts mehr sagen kann, gerade dann, wenn ich damit stehen bleibe, damit zurück bleibe, während ich sein Auto sehe, wie es um die Kurve fährt, elegant versteht sich und voller guter Laune, weil es doch ein so schönes Auto ist.</p>
<p style="text-align:justify;">Natürlich hat mich das getroffen. Wie alles. Immer trifft es mich. Immer bleibe ich vollkommen perplex da stehen und weiß überhaupt nicht, was ich machen soll. Immer fühle ich mich blöde, fühle mich, als würde ich ganz fundamental etwas falsch machen. Ganz grundsätzlich. Jeder hat es verstanden. Nur ich habe es nicht oder nur teilweise verstanden. Ich kenne sie ja diese Aufforderungen zu etwas, was ich sicher „gerne“ tun würde, wenn es dabei um eine Verstandesentscheidung ginge. „Sei fröhlich“.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich gucke auf die Straße. Sehe an den Bürgersteigrändern diese Massen eingetretenen, angetauten und wiedererfrohrenen Schnees. Diese weissen Minialpen. Ich bin froh, dass ich in Spezialwinterstiefelchen drinstecke und meinen Füßen diese Schneemengen nichts anhaben können. Ja, ich kann sie sogar geniessen. Es ist doch schön, dieses Weiß. Es ist etwas Besonderes. Ein Ausnahmezustand. Diese gefrohrene Welt.</p>
<p style="text-align:justify;">Gefrohrene Fußabdrücke und Reifenspuren zeigen blinkend ihre vereisten Profile im Sonnenlicht. Die Trambahn fährt trotzdem. Die Ampel steht auf rot. Ich warte auf grünes Licht. Ich gehe los, mit kraftvollem Schritt.</p>
<p style="text-align:justify;">Neulich sah ich mich mal überraschenderweise in einer Spiegelscheibe und befand meine Bewegungen hätten keine Energie. „Zeig’ Deine Energie“, so heißt es doch im Fernsehen bei den ganzen Popstar-Schmieden. „Da steckt noch mehr drin“, heißt es auch.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich gehe, konzentriere mich auf’s Gehen und gehe forschen Schrittes, energiegeladen. Will meine Muskulatur spüren, meinen Körper spüren, meinen wunden Körper vorwärtsbringen. Meine Verzweiflung ist immer innerlicher. Niemand will sie mehr haben. Mein Verzweiflung sitzt so in mir drin. Wie gut, wenn ich schreiben darf, was ich will. Wenn ich ihr Ausdruck verleihen darf.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich Sturschädel. Du hast Dich doch Dein ganzes Leben lang nicht verändert und irgendwie kann ich nicht weiter gucken, als bis zu meiner Nasenspitze. So spüre ich sie, meine Befangenheit, mein Eingesperrtsein „in mir“. Ich kann versuchen zu erkennen und zu kontrollieren, diese Welt à la F.</p>
<p style="text-align:justify;">Jeden Zweifel, den man haben kann, ich habe ihn. Er ist immer schon da, noch bevor ich mich für oder gegen etwas entschieden hätte. Meine Mutlosigkeit, sie ist immer schon vor mir da, sie sitzt schon an meinem Platz, noch bevor ich mich für sie entschieden hätte. Mein Glaube an den Untergang, er ist immer schon da, sitzt angeschnallt auf meinem Platz und wartet darauf, mir mir abzuheben. Und wenn es etwas Trauriges oder noch etwas Trauriges gibt: ich habe es schon aufgenommen und trage es mit mir herum, trage es wie ein Hund in der Schnauze mit mir herum.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich blicke in die Vorgärten. Hoher Schnee liegt in den Vorgärten. Die Pflanzen sind bedeckt. Der Schnee schimmert bläulich. Schatten sind hellblau, wenn man genau hinsieht.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich habe mir im Internet ein paar Fotos angesehen. „Salamandra“ macht so schöne Fotos. Sie sind oft so ganz einfach: Eine Pflanze, ein Café, das aussieht wie ein Aquarium, ein Schäferhund, der vor einer Hauswand liegt und die Fotografin ansieht.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich habe diese Fotos gesehen und war sofort getröstet. Diese Fotos hatten für mich etwas Beruhigendes: Schau, diese Schönheit in der Welt, in den Dingen. Du kannst sie entdecken, du kannst sie sehen. Sieh hin. Die Schönheit des in der Welt Seins, man kann sie sehen, offenen Blickes würdigen. Die Fotos sind Würdigungen und Begegnungen mit allem, was da ist.</p>
<p style="text-align:justify;">Sie haben mich getröstet. Auf der Stelle, gewann ich Boden unter den Füßen und freute mich über meine Teetasse mit den Teddybären und es fiel mir auch wieder ein, dass ich vor wenigen Stunden eine neue Thermoskanne geschenkt bekommen hatte. Eine wunderschöne Thermoskanne. Nachdem ich die Fotos gesehen hatte, hatte ich auch wieder Augen für meine Thermoskanne. Augen reiben, klar sehen. Weitermachen. Das Schwere wiegt schwer. Das Leichte wiegt fast gar nicht.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich liebe schwere Decken. Ich brauche ihr Gewicht, um mich zu spüren und umgeben zu fühlen. Ich blicke im Vorübergehen in die Vorgärten, die Hauseingänge. Ein alter Mann kommt mir entgegen und sofort bin ich traurig, weil ich das Gefühl habe, ihm würde der Sinn in seinem Leben fehlen. Ich kann mich nicht davon abhalten, so etwas zu denken.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich sehe seine Haut. Die scharf geschnittenen Falten, den bösen Gesichtsausdruck.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich bin so unversöhnt mit der Welt, wie man nur sein kann, und es kostet mich Kraft, all das nicht auszudrücken und zu verstecken. Es kostet mich Kraft, all das zu kontrollieren. Es kostet mich Kraft, nicht auszuflippen vor Wut, vor Verzweiflung, vor Hilflosigkeitsgefühlen, mir immer wieder zu beweisen, dass mein „erster“ Gedanke jeweils zu kurz gegriffen ist.</p>
<p style="text-align:justify;">Dieses „Das kann ich nicht.“ oder noch schlimmer diese Grundüberzeugung „Das geht nicht.“. Ich fühle mich wie ein Dummkopf. Immer muss ich erst durch alles hindurchsteigen, wenn ich überhaupt irgendwo ankommen will.</p>
<p style="text-align:justify;">„Sei fröhlich“, natürlich, recht hat er. Aber ehrlich gesagt, weiß ich nicht, wie ich das machen soll, ohne mir auch noch „Fröhlichkeit“ abzufordern, wie allles andere: Sei pünktlich. Sei fleißig. Sei sorgfältig.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich blicke auf die Straße, wundere mich über all jene, die trotz der Schneemengen mit dem Auto durch die Stadt fahren. „Urteile nicht über andere&#8230;“ Die Straßenbahn quietscht sich in die Kurve. Ein schönes, gemütliches Fahrzeug. Ich sitze gerne darin und träume mich durch die Fensterscheiben hindurch. Vieles, was mir auffällt, bestätigt meine grundsätzliche Verzweiflung:</p>
<p style="text-align:justify;">Guck doch mal, diese Leute hinter den Fenstern, hinter eintönigen Betonfassaden auf ihren grauen Büromöbeln, hochaufrichtig sitzen sie da und sie erinnern mich an die Gedankenwelten der Vorabendserien oder an SAT1 Frühstücksfernsehen-Themen.</p>
<p style="text-align:justify;">Diese Welt, wie man zu sein hat, worauf man sich zu freuen hat und welche Ziele man zu haben hat. Immer irgendwie konform mit unserer schönen neuen Welt à la T-Com, Dieter (der in Ordnung ist) und Heidi, die nicht so durchschnittlich ist, wie Joop es behauptet. Volkserzieher.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich gehe weiter und höre den Schnee, der mit jedem Schritt knirschend unter meinen Stiefeln zusammenbricht. Gleich wird wieder die Türe mit dem überklebten Namensschild kommen. „B.“ steht da drauf. Ich kenne jemanden, der so heißt. Ob das „B“ ist, den ich kenne? Das frage ich mich jedesmal, wenn ich daran vorbei komme.</p>
<p style="text-align:justify;">Dann kommt der Pelzhändler und dann der Mann, der jeden morgen vor die Mietshaustüre tritt, um eine Zigarette zu rauchen. Er schaut mir immer hinterher. Ich habs’ gesehen – einmal habe ich mich nämlich umgedreht.</p>
<p style="text-align:justify;">Jetzt im Winter steht niemand vor der chinesischen Botschaft Schlange. Dann kommt das Café. Die Kollegen haben behauptet, man könne dort nicht hingehen. Die Verkäuferinnen seien zickig und unfreundlich, das Gebäck zu teuer. Da liegt ein Plüschbär im Fenster, bunt bemalte Vorführkrapfen, die unverkäuflich sind und die betongeflieste Sonnenterasse ist abgeräumt, die Blumenkübel tragen Schneehäubchen.</p>
<p style="text-align:justify;">In der Frühe habe ich eine erste Amsel gehört. Im Morgengrauen. Da beginnt das Frühjahr bei zehn Grad Minus. Vielleicht ist es so mit der Fröhlichkeit. Vielleicht beginnt auch die bei Minusgraden.</p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/makie.wordpress.com/321/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/makie.wordpress.com/321/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/makie.wordpress.com/321/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/makie.wordpress.com/321/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/makie.wordpress.com/321/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/makie.wordpress.com/321/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/makie.wordpress.com/321/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/makie.wordpress.com/321/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/makie.wordpress.com/321/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/makie.wordpress.com/321/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=321&subd=makie&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://makie.wordpress.com/2009/02/19/sei-frohlich/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="http://1.gravatar.com/avatar/1dd391e0c743dd36f8a9eec0be9bf0eb?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">Makie</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Megadepression</title>
		<link>http://makie.wordpress.com/2009/02/10/megadepression/</link>
		<comments>http://makie.wordpress.com/2009/02/10/megadepression/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 10 Feb 2009 15:03:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Befindlichkeiten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://makie.wordpress.com/?p=307</guid>
		<description><![CDATA[10.02.2009
Draussen ist es so kalt weiss-hell und dunkelgrau. Nicht der Hauch von etwas, dass das Herz erwärmen könnte. Keine Aussicht. Herzkälte.
Stürmisch, schneidender, herumirrender Wind. Kein Winter und kein Frühling.
Selbstmitleid? Nein. Eigenlich nur nicht die Kraft davonzurennen.
Ich fühle mich grenzenlos verloren und bei dem Gedanken an welche Verpflichtung auch immer gnadenlos eingeengt
Ich fühle mich heute so, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=307&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">10.02.2009</p>
<p style="text-align:justify;">Draussen ist es so kalt weiss-hell und dunkelgrau. Nicht der Hauch von etwas, dass das Herz erwärmen könnte. Keine Aussicht. Herzkälte.</p>
<p style="text-align:justify;">Stürmisch, schneidender, herumirrender Wind. Kein Winter und kein Frühling.</p>
<p style="text-align:justify;">Selbstmitleid? Nein. Eigenlich nur nicht die Kraft davonzurennen.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich fühle mich grenzenlos verloren und bei dem Gedanken an welche Verpflichtung auch immer gnadenlos eingeengt</p>
<p style="text-align:justify;">Ich fühle mich heute so, wie trostlose Wohngebiete aussehen. Endlose Reihen von Glasbausteinen in der U-Bahn-Haderner Stern.</p>
<p style="text-align:justify;">Es ist kalt. Das Licht ist kalt. Die Stimmung ist kalt. Es schneidet. Es haut mir die Fetzen um die Ohren.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich habe aus dem Busfenster raus, die Blattreste über die Straße fegen sehen.</p>
<p style="text-align:justify;">Obendrein schämte ich mich.</p>
<p style="text-align:justify;">Im Augenblick fällt mir gar nichts ein, als die Verzweiflung selbst früher oder später stehen zu lassen.</p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/makie.wordpress.com/307/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/makie.wordpress.com/307/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/makie.wordpress.com/307/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/makie.wordpress.com/307/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/makie.wordpress.com/307/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/makie.wordpress.com/307/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/makie.wordpress.com/307/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/makie.wordpress.com/307/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/makie.wordpress.com/307/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/makie.wordpress.com/307/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=307&subd=makie&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://makie.wordpress.com/2009/02/10/megadepression/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
	
		<media:content url="http://1.gravatar.com/avatar/1dd391e0c743dd36f8a9eec0be9bf0eb?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">Makie</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Stürme</title>
		<link>http://makie.wordpress.com/2009/02/08/sturme/</link>
		<comments>http://makie.wordpress.com/2009/02/08/sturme/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 08 Feb 2009 13:20:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Befindlichkeiten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://makie.wordpress.com/?p=304</guid>
		<description><![CDATA[03.02.2009
Genauer sein. Ruhiger sein. In die Nähe der Wörter gehen. In die Nähe der Wörter gehen, die schon da stehen. In die Nähe des Sinns gehen, der da schon gemeint ist. In die Nähe des Bildes gehen, das schon genannt ist.
Es ist ja gar nicht so schwer.
Du musst nur ruhig sein. Einfach nur hinschauen. Ruhig [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=304&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">03.02.2009</p>
<p style="text-align:justify;">Genauer sein. Ruhiger sein. In die Nähe der Wörter gehen. In die Nähe der Wörter gehen, die schon da stehen. In die Nähe des Sinns gehen, der da schon gemeint ist. In die Nähe des Bildes gehen, das schon genannt ist.</p>
<p style="text-align:justify;">Es ist ja gar nicht so schwer.</p>
<p style="text-align:justify;">Du musst nur ruhig sein. Einfach nur hinschauen. Ruhig sein.</p>
<p style="text-align:justify;">Lass Dich von den Stürmen nicht jagen. Die Stürme gehen vorbei. Die Stürme sind keine Wahrheit. Du kannst die Stürme erkennen. Sie gehen vorüber. Sie fegen Dich durch, nehmen alles mit, was sich nicht mehr festhält. Sie fegen die Stube und wirbeln dabei alles auf, so dass nichts mehr klar zu sehen und zu erkennen ist.</p>
<p style="text-align:justify;">Beruhige Dich. Bleibe ruhig. Sieh ruhig hin.</p>
<p style="text-align:justify;">Es kann Dir nichts passieren. Du bist in Sicherheit. Auch wenn Du glaubst, dass es an all Deinen „Grundfesten“ rüttelt, an all dem, wovon Du Dein Leben insgeheim abhängig machst.</p>
<p style="text-align:justify;">Du bist nicht abhängig. Und es sind nicht Deine Grundfesten. Das wirst Du erkennen.</p>
<p style="text-align:justify;">Bleib ruhig und sieh hin. Das geht vorbei.</p>
<p style="text-align:justify;">Der Lärm. Das Stürmen. Die Fesselung. Die Umnachtung.</p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/makie.wordpress.com/304/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/makie.wordpress.com/304/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/makie.wordpress.com/304/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/makie.wordpress.com/304/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/makie.wordpress.com/304/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/makie.wordpress.com/304/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/makie.wordpress.com/304/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/makie.wordpress.com/304/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/makie.wordpress.com/304/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/makie.wordpress.com/304/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=304&subd=makie&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://makie.wordpress.com/2009/02/08/sturme/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="http://1.gravatar.com/avatar/1dd391e0c743dd36f8a9eec0be9bf0eb?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">Makie</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Ich bin krank</title>
		<link>http://makie.wordpress.com/2009/02/08/ich-bin-krank/</link>
		<comments>http://makie.wordpress.com/2009/02/08/ich-bin-krank/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 08 Feb 2009 13:02:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Befindlichkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://makie.wordpress.com/?p=300</guid>
		<description><![CDATA[03.02.2009
&#8230; und ich bin sowas von krank. Mir laufen fette Tränen über die Wangen, nur weil ich nicht fassen kann, wie krank ich mich fühle. Körperlich krank. Die Nase voll, den Kopf voll, die Bronchien schwer und verschleimt, der Rücken schmerzhaft und &#8222;ich&#8220;, was auch immer das ist, vollkommen bröselig.
Fühle mich wie ein Haufen zerbrochener [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=300&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">03.02.2009</p>
<p style="text-align:justify;">&#8230; und ich bin sowas von krank. Mir laufen fette Tränen über die Wangen, nur weil ich nicht fassen kann, wie krank ich mich fühle. Körperlich krank. Die Nase voll, den Kopf voll, die Bronchien schwer und verschleimt, der Rücken schmerzhaft und &#8222;ich&#8220;, was auch immer das ist, vollkommen bröselig.</p>
<p>Fühle mich wie ein Haufen zerbrochener Hölzer, aufeinandergeworfen. Mir ist zum heulen. Jede Nacht Träume. Altpträume. Realitätsträume.</p>
<p style="text-align:justify;">Kein Schlaf. Kein Abschalten. Sich von Stunde zu Stunde hangeln. Im Bett herumwälzen. Angstträume und Ausdrucksträume. Die Haut juckt wie verrückt.</p>
<p>In meinen Träumen geschieht genau das, was in der Wirklichkeit nicht geschehen darf. Was niemand wissen darf. Was niemand sehen darf.</p>
<p>Einen Kollegen habe ich angeschrien: „Verschwinde“.</p>
<p style="text-align:justify;">Geschichten von Verabscheuung einerseits und von Vergötterung andererseits. Da wird permanent erhöht und erniedrigt. Da wird überbewertet und unterbewertet.</p>
<p>Ich bin so krank. Ich fühle nur Verschobenes und Verrücktes.</p>
<p style="text-align:justify;">Den letzten Rest aus der alten Tube. Aus der Vergötterungstube. Das waren irgendwie die Reste und ich habe mich bemüht, sie möglichst gut aussehen zu lassen.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich träume von Freund und von Feind. Ich träume von Nähe und von Ausgrenzen. Ich träume von Sympathie und von Abneigung. Ich träume von Macht und Ohnmacht.</p>
<p style="text-align:justify;">Die ganze Nacht habe ich Tische gezeichnet, Aufteilungen und Sitzordnungen.</p>
<p style="text-align:justify;">Meine Seele wagt sich in ihren Traumausflügen nicht aus meiner Tageswirklichkeit heraus. Sie benutzt das Material aus meinen Tagen und treibt es weiter.</p>
<p style="text-align:justify;">Und manchmal bleibt sie an einem winzigen Detail hängen, das sich wie eine hängengebliebene Schallplatte wiederholt. In meinen Träumen kann ich noch nicht einmal eine Fuge in der Badezimmerkarrelage überwinden.</p>
<p>Meine Nächte machen meine Tage nach – nur noch schlimmer.</p>
<p style="text-align:justify;">
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/makie.wordpress.com/300/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/makie.wordpress.com/300/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/makie.wordpress.com/300/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/makie.wordpress.com/300/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/makie.wordpress.com/300/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/makie.wordpress.com/300/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/makie.wordpress.com/300/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/makie.wordpress.com/300/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/makie.wordpress.com/300/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/makie.wordpress.com/300/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=300&subd=makie&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://makie.wordpress.com/2009/02/08/ich-bin-krank/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="http://1.gravatar.com/avatar/1dd391e0c743dd36f8a9eec0be9bf0eb?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">Makie</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Thomas Bernhard</title>
		<link>http://makie.wordpress.com/2009/02/08/thomas-bernhard/</link>
		<comments>http://makie.wordpress.com/2009/02/08/thomas-bernhard/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 08 Feb 2009 12:26:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Befindlichkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://makie.wordpress.com/?p=295</guid>
		<description><![CDATA[09.02.2009
Das heutige Datum &#8211; ein Witz. Nach gestrigem Vorfrühlingswetter &#8211; heute Schneefall. Der Schnee bleibt leider nicht liegen. Die Straße ist schwarznass. Gestern war sie staubig und matt im Sonnenlicht. Schottersteine überall. Der Staub und die Hinterlassenschaft des Winters hell beleuchtet. Viele Menschen auf der Straße.
Thomas Bernhard &#8211; mir war er noch nie sympatisch und [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=295&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">09.02.2009</p>
<p style="text-align:justify;">Das heutige Datum &#8211; ein Witz. Nach gestrigem Vorfrühlingswetter &#8211; heute Schneefall. Der Schnee bleibt leider nicht liegen. Die Straße ist schwarznass. Gestern war sie staubig und matt im Sonnenlicht. Schottersteine überall. Der Staub und die Hinterlassenschaft des Winters hell beleuchtet. Viele Menschen auf der Straße.</p>
<p style="text-align:justify;">Thomas Bernhard &#8211; mir war er noch nie sympatisch und ich habe diese Vorgänge, die er beschreibt, noch nie ertragen können &#8211; weder als „Theatermacher&#8220; noch beim „Holzfällen&#8220;.</p>
<p style="text-align:justify;">Thomas Bernhard erfindet nichts. In einem Interview spricht er von der Auslassung all der Dinge, die „jeder weiß&#8220; &#8211; vom Unsichtbaren, von den inneren Vorgängen zu sprechen, das allein sei spannend und wissenswert.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich geriet zufällig beim zappen in dieses Interview hinein und blieb dabei, weil es mir dann doch interessant schien. Thomas Bernhard, der scharfe „Oder?&#8220;-Zwischenfragen an seine Interviewpartnerin schickte &#8211; scharfe Rückfragen, die keine Antwort dulden und schon gar keine Gegnerschaft, Fragen, die wie eine Kampfansage klingen und wo schon etwas geboten sein muss, wenn es denn eine Antwort werden soll&#8230;</p>
<p style="text-align:justify;">Diese ganze „Unannehmlichkeit&#8220; eines Thomas Bernhard in seiner Körperhaltung und in diesem „Oder?&#8220;, das aus seinem Kehlkopf schnarrt &#8211; kampflustig, unberechenbar, mundtötend und keinesfalls vom Interesse am Gegenüber gekennzeichnet &#8211; hier kann ein Gegenüber sich nur „klug&#8220; verhalten &#8211; keinesfalls antworten.</p>
<p style="text-align:justify;">Bernhard beantwortet sich eh selbst. Man muss nur lange genug abwarten. Und es dauert auch gar nicht lange. Bernhard ist es gewohnt alle Rollen selbst zu übernehmen. Er selbst nimmt es mit sich auf und dies wiederum ist beeindruckend.</p>
<p style="text-align:justify;">Diese Art wie er Kampfansagen macht und ihnen dann auch selbst &#8211; in Ermangelung eines würdigen Gegners &#8211; begegnet. Wie? Er redet nach einer kurzen Pause einfach weiter. Er redet weiter und weiter und niemand kann ihn da stoppen und spürbar ist doch, dass dieses Reden für ihn überlebenswichtig ist, wenn er nicht an all jenen verschluckten Klingen zugrunde gehen will, sondern wenn er weiterleben, existieren will.</p>
<p style="text-align:justify;">Reden als Existenzsicherung. Nur selten hatte ich innerhalb so kurzer Zeit so zwiespältige Gefühle gegenüber jemandem, den ich doch gar nicht kenne oder den ich allzugut zu kennen glaubte, nachdem ich im „Theatermacher&#8220; gesessen hatte und immer, immer wußte, was jetzt als Nächstes kam.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich wußte jeden Satz. Wußte immer, wann der Bezug wechseln würde, das Vorzeichen und damit die Ton- und die Gangart, der Rhythmus. Der Theatermacher wie ein Orchesterstück und ich saß drin, die Leute lachten sich halb kaputt und ich fand es überhaupt kein bisschen komisch &#8211; im Gegenteil, es war mir unheimlich, weil ich immer wußte, was jetzt kommt.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich empfand das Stück als quälend, die Gnadenlosigkeit des „Theatermachers&#8220; unerträglich. Als ich Thomas Bernhard heute in dem Interview sah, da war es auch da, dieses vollkommen Unerträgliche, diese Gemeinheit, diese Schärfe, diese Arroganz und Überlegenheit und auch diese Einsamkeit und dieses Selbstbewusstsein, das daraus resultiert, nichts mehr von anderen zu brauchen.</p>
<p style="text-align:justify;">Thomas Bernhard meinte, Bücher schreiben sei auch eine Art von Geschlechtsverkehr, nur sei es bequemer, weil man dafür nicht erst mit jemandem ins Bett gehen müsse. Peinlich sei ihm auch nichts. Immerhin hat sich der Mann keinen Aufstand gegen sich erspart und das nur, weil er gesprochen hat, weil er sagte, was ihn beschäftigte und weil er genau jene inneren Vorgänge ausgesprochen hat, die andere (ich auch!) lieber verschweigen.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich folgte diesem Interview und irgendwie weckte es auf der Stelle den Wunsch zu schreiben. Schreiben über dieses „wie man eben ist&#8220;, wie man eben die Welt  sieht, was man eben so erlebt und vor allem wie man es erlebt.</p>
<p style="text-align:justify;">Wie oft versuche ich an meinen „Schrauben&#8220; zu drehen und mir vorzuschreiben, ich hätte die Dinge anders zu erleben, als ich sie eben erlebe. Wie oft sind mir meine eigenen Gedanken zu „negativ&#8220;, zu „pessimistisch&#8220;, zu sehr von tiefem Misstrauen geprägt, auch von einem Mangel an Vertrauen oder Zutrauen, und am allerschlimmsten geprägt von einem Mangel an Mitgefühl, an echtem Mitgefühl.</p>
<p style="text-align:justify;">Von etwas, das meiner Stimme folgt, ohne sie zu zensieren, ohne sie zu kritisieren und dabei zumeist in Grund und Boden zu kritisieren. Ich folgte dem Interview mit Thomas Bernhard und all den Unverschämtheiten, die aus seinem Mund kamen, aus all den Kampfansagen, die jedes Gegenüber verschwinden lassen, und irgendwie machte mir das Mut, weil es um all das, was aus seinem Mund kam, gar nicht ging.</p>
<p style="text-align:justify;">Es wird deutlich, dass Thomas Bernhard sprechen musste, das er sich selber aber dabei ganz und gar nicht als Wahrheitsverkünder verstand. So wie ich es in dem Interview verstanden habe, hatte er keinen Wahrheitsanspruch. Für ihn gab es nur die absolute Notwendigkeit zu sprechen.</p>
<p style="text-align:justify;">So wie es ihm kam auszusprechen. Er wäre sonst am Unausgesprochenen zugrunde gegangen. Während ich Bernhard zuhörte, wurde in mir all die Leugnungen wach. All das Unausgesprochene und all das, was ich mir verbiete und verbitte, all das, was ich &#8211; unter dem Vorwand der „ANDEREN&#8220;, andere nicht verletzen zu wollen, andere nicht ungerecht behandeln zu wollen, andere nicht genau mit dem zu konfrontieren, was sie weder hören noch sehen wollen, um nicht unangenehm auffallen zu wollen, um nicht geschlagen und verlassen zu werden, nicht rausgeworfen oder verdammt zu werden &#8211; verschweige.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich verstecke es nicht nur vor den anderen, auch vor mir selbst. Und es gelingt mir immer wieder, mich zum Schweigen zu bringen, die anderen reden zu lassen und mich so zum Schweigen zu bringen, dass ich noch nicht einmal mehr spüre, was ich eigentlich spüre und was ich eigentlich sagen möchte.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich habe dem Thomas Bernhard Interview erst gegen meinen Willen zugehört, weil der Klang seiner Stimme, das Schneidende, Provokante, das ungeheuer Verletzte darin allein schon zu einer Bedrohung wird und ich habe ihm zugehört, weil ich spürte, das es nicht um eine Wahrheitsverkündung ging, sondern allein um das Sprechen und allein darum, um jener Gesellschaft ungeschönt und zu 100 % das zurückzugeben, woran er, Bernhard, zu leiden verweigerte.</p>
<p style="text-align:justify;">Er ist nicht das, was er spricht. Er ist nicht das, was er sagt. Sein Sprechen ist ein Vorgang.</p>
<p style="text-align:justify;">Er selbst sagte, das das gesprochene Wort Kraft besässe. Geschriebene Wörter zu verkaufen sei Betrug.</p>
<p style="text-align:justify;">Er verwies auf die Kraft der beiden Worte Goethes: „Mehr Licht.&#8220; Und Bernhard korrigierte seine Worte: „Mehr nicht.&#8220; hätte Goethe sicherlich gesagt, denn er hätte genug davon gehabt. So hat Bernhard nicht einmal vor Goethe halt gemacht oder gerade nur bei Goethe Halt gemacht, fand dieses Gegenüber eines Dialoges würdig und würdigt ihn und würdigt sich selbst gerade durch eine Korrektur von dessen Worten.</p>
<p style="text-align:justify;">Es ist ja nicht so, dass das „Unausgesprochene&#8220; nicht da wäre. Im Gegenteil. Das „Unausgesprochene&#8220; wirkt wie eine nicht gezündete Bombe, wirkt als Bedrohliches, wirkt als Angst „davor&#8220;. Das „Unausgesprochene&#8220;, „Zurückgehaltene&#8220; hält in der Angst, hält in der Ohnmacht gefangen.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich lebe im Redeverbot. Die Umstände, in denen ich lebe mache ich dafür verantwortlich, dass ich im Redeverbot lebe. Ich darf nicht sagen, was ich denke, was ich fühle, weil es &#8211; heutzutage würde man sagen „politisch nicht korrekt&#8220; ist &#8211; ständig diese Befürchtung, das ach so mühlselig „Errungene&#8220; (als hätte ich es mir mit Schweigen „verdient&#8220;) auch wieder zu verlieren.</p>
<p style="text-align:justify;">Ständig das Bedürfnis etwas festzuhalten, das mir so wichtig erscheint, wie der Boden unter den Füßen. Weil, das ist doch die Angst &#8211; sobald ich „spreche&#8220; bricht alles weg &#8211; auch der Boden unter den Füßen und die Luft zum Atmen. Etwas, das existenziell ist &#8211; oder auch viel banaler &#8211; nicht alles, was ich zu verlieren befürchte, muss auch gleich existenziell sein.</p>
<p style="text-align:justify;">Wie seltsam, so lebe ich ein Leben, das ich mir mit Stillhalten und Schweigen errungen habe? So ganz wird das nicht stimmen. Doch die Befürchtungen sind sehr wach geworden, als ich Thomas Bernhard in seinem Interview zuhörte.</p>
<p style="text-align:justify;">Oft ging es dabei auch nur um die so ganz selbstverständlichen Demütigungen, die ich mir selbst angedeihen lasse. Es reicht ja, etwas als Demütigung zu empfinden. Es steht ja noch nicht einmal zur Debatte, ob es eine Demütigung ist oder als solche jemals gemeint war. Das werde ich nie erfahren. Es reicht doch aus, etwas genau so zu empfinden. Und das ist dann die Sprache, die ich nicht und die „niemand anders&#8220; hören will, diese Sprache, die noch bevor sie jemals gesprochen wird, wegzensiert wird, weil sie „nicht zulässig&#8220; ist, weil sie „Unheil&#8220; anrichtet, weil sie nicht „wahr&#8220; ist, weil sie von meinen Schwächen und meinem Unvermögen geprägt ist. Weil aus ihr rauskommt, was eben nicht stimmt.</p>
<p style="text-align:justify;">Mir wurden Situationen des „Redeverbotes&#8220; präsent: „Du darst ihm niemals sagen, dass&#8230;.&#8220; Mir wurde auch die Verschleppung deutlich, wenn ich mit Zweiten über Dritte spreche und den Zweiten erzähle, was die Dritten niemals erfahren dürfen. Und jedesmal habe ich das Gefühl, meine Gedanken sind der reine Sprengstoff. Immer ich der Zerstörer. Immer ich die Schuldige, wenn etwas „passiert&#8220;. Immer die Angst davor, mir selber zu entziehen, was ich zum leben brauche, sobald ich den Mund aufmache. Die Angst davor mich selbst und andere zu konfrontieren, weil dann das Leben gar nicht mehr lebbar wäre.</p>
<p style="text-align:justify;">Doch das kenne ich eben auch, die Bewunderung für Menschen, die ausdrücken, die aussprechen, die sich den Mund nicht verbieten (lassen) und Menschen, die es riskieren, das man sie mit ihren Worten identifiziert, gleichsetzt, dass man sie auf ihre längst vergangenen Worte hin festnagelt, sie mit ihren eigenen, längst ausgesprochenen und vorübergegangenen Worten korrumpiert, sie mit samt ihren Worten aus der Welt zu schaffen sucht, weil sich endlich ein Dummer gefunden hat, der nicht bereit war, etwas zu verschweigen.</p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/makie.wordpress.com/295/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/makie.wordpress.com/295/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/makie.wordpress.com/295/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/makie.wordpress.com/295/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/makie.wordpress.com/295/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/makie.wordpress.com/295/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/makie.wordpress.com/295/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/makie.wordpress.com/295/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/makie.wordpress.com/295/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/makie.wordpress.com/295/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=295&subd=makie&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://makie.wordpress.com/2009/02/08/thomas-bernhard/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="http://1.gravatar.com/avatar/1dd391e0c743dd36f8a9eec0be9bf0eb?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">Makie</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Beerdigung</title>
		<link>http://makie.wordpress.com/2009/02/07/beerdigung/</link>
		<comments>http://makie.wordpress.com/2009/02/07/beerdigung/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 07 Feb 2009 11:05:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Befindlichkeiten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://makie.wordpress.com/?p=286</guid>
		<description><![CDATA[Februar 2008
Gestern war die Beerdigung vom M. Großer emotionaler Aufruhr. Und der Versuch sich irgendwie zu retten.
Ich probierte meine Sonnenbrille vor dem Spiegel aus. So kennt man sie ja, die Promis am Grab ihrer Lieben: Mit riesigen Sonnenbrillen. Und einander unterhakend, untergehakt, gebeugt oder gestützt, sich zusammenrottend, enger denn je und das Ganze dann auf [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=286&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">Februar 2008</p>
<p style="text-align:justify;">Gestern war die Beerdigung vom M. Großer emotionaler Aufruhr. Und der Versuch sich irgendwie zu retten.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich probierte meine Sonnenbrille vor dem Spiegel aus. So kennt man sie ja, die Promis am Grab ihrer Lieben: Mit riesigen Sonnenbrillen. Und einander unterhakend, untergehakt, gebeugt oder gestützt, sich zusammenrottend, enger denn je und das Ganze dann auf den Fotos von Gala oder Bunte. Am Grab sehen sie alle gleich aus. Egal wer gestorben ist und egal wer trauert. Kopftücher, grosse Sonnenbrillen und alles schwarz. Die Krönung ist eine gerunzelte, schmerzverzogene Stirn.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich weiss nicht, was sich für jeden Einzelen wirklich abspielt. Ich glaube alles spielt eine Rolle. Auch und vor allem die Spielchen, die man mit sich selber spielt: Die Eitelkeit ist ja nicht plötzlich weg. Die Flucht in eine Rolle: Oho, sie ist die schöne Trauernde! Schau an. Oder laßt uns Witze erzählen. Auf Beerdigungen kommen Witze so gut. Da liegen die Krokodilstränen, das laute Schluchzen gleich neben dem hysterischen Lachen. Diese kleinen Fluchten, nach links und nach rechts und auch die Komik, die sich aus der Realität des Begräbnisses ergibt. All diese makaberen Überlegungen, die sich auch einstellen.</p>
<p style="text-align:justify;">Und zwischen all dem liegen auch wahrhaftige, glaubwürdige Momente. Wenn das Gedächtnis des Toten unter den Lebenden auftaucht, wenn es unter den Lebenden ausgetauscht, aufgefrischt und verteilt wird, ausgeteilt und geteilt.</p>
<p style="text-align:justify;">Zwischen Emotion und Schmerz zu unterscheiden ist ja auch nicht ohne. Ich weiss nicht, ob ich es schon verstanden habe. Es ist aber nicht das gleiche. Ich glaube die Emotion ist dem Schmerz vorgeschaltet. Vielleicht ist es das, was man „denkt“, was der Schmerz wäre. Vielleicht ist es auch eine Art „Präventiv-Schmerz“, ein Schmerz, der verhindert, dass der reale Schmerz kommen kann, dass er einen einnehmen kann und dass man sich ihm hingibt.</p>
<p style="text-align:justify;">Etwas Besonderes war gestern bei der Beerdigung: Plötzlich war ich mir selber wieder wichtiger. Wie soll ich sagen, ich hatte die Verbindung zu mir. Ich war plötzlich nicht diejenige, die andere in mir sehen, sondern ich war ich und damit jemand, der einen eigenen Wert hat, dessen Wert nicht von der Akzeptanz anderer abhängt und dessen Tun und Lassen für ihn selber wichtig ist.</p>
<p style="text-align:justify;">Während der Beerdigung empfand ich in einer Tiefe und Erinnerung, in der ich autonom war. Nicht abhängig davon, ob ER mich liebt oder anruft oder würdigt oder versteht. Nicht abhängig davon, ob ER gut findet, was ich tu oder nicht.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich weiss nicht, aber vielleicht war das ein Abschiedsgruss des Verstorbenen, in dessen Gegenwart ich stets die Würde und den Wert meines Daseins spürte. Ich spürte, dass es einen ganz eigenen Wert hat und dass mein Bemühen wichtig ist, für mich und dadurch auch für die anderen.</p>
<p style="text-align:justify;">In seiner Gegenwart spürte ich mein eigenes, unabhängiges Eigenes. Es war in seiner Offenheit und Weite geborgen. Er war nicht an einem falschen Leben oder an einem scheinbaren Leben interessiert.</p>
<p style="text-align:justify;">Er verfolgte mit Geist, Herz und der ungebrochenen Energie seines Lebens seine Passion, die Malerei. Er hat die Trümmer, in denen er groß geworden ist, akzeptiert, er hat sie umgedreht und aus ihrer Gegenwart Kristalle entstehen lassen.</p>
<p style="text-align:justify;">Anders kann ich das nicht sagen. So ist er auch für mich wichtig geworden. Nicht immer gelingt es mir zu unterscheiden, was wesentlich ist und was nicht oder was nun „ich“ bin und was nicht.</p>
<p style="text-align:justify;">Auf der Beerdigung habe ich mir auch Gedanken darüber gemacht, was eine Beerdigung für die Lebenden eigentlich bedeutet und inwiefern ich mich dieser Bedeutung eigentlich stelle oder nicht stelle.</p>
<p style="text-align:justify;">Neben schneidender und beißender Traurigkeit, in der sich der Körper total zusammenzieht und gegen das wehrt, was da hochkommt, gab es auch etwas sehr Beruhigendes und Tiefes, was sich einstellt, wenn man aufhört, sich zu wehren.</p>
<p style="text-align:justify;">Es wurde am offenen Grab mit den Worten des Hl. Augustinus ausgesprochen: „Ich bin nur auf die andere Seite hinübergegangen.“ Wenn Augustinus es geschrieben hat, dann ist es nicht nur ein oberflächlicher Trost. Es hatte Kraft.</p>
<p style="text-align:justify;">Seine Aufforderung, das Leben weiterzuleben, das vom Toten zu nehmen, was man von ihm zu seinen Lebzeiten bekommen hat, seine Saat aufgehen zu lassen. Das auch angesichts des Todes, das Leben für die Lebenden das bedeutet, was es ihnen bis dahin bedeutet hat. Es ändert sich nichts. „Ich bin nur hinübergegangen.“</p>
<p style="text-align:justify;">Als ich das hörte, wurde ich ruhig. So eine Beerdigung findet zwischen Wirklichkeit und Unwirklichkeit statt. Manchmal hatte ich das Gefühl, etwas zu feiern, was ich in seiner Reichweite gar nicht realisieren konnte, dann wirkte das Fest unwirklich und dann wiederum war es „überwirklich“.</p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/makie.wordpress.com/286/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/makie.wordpress.com/286/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/makie.wordpress.com/286/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/makie.wordpress.com/286/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/makie.wordpress.com/286/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/makie.wordpress.com/286/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/makie.wordpress.com/286/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/makie.wordpress.com/286/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/makie.wordpress.com/286/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/makie.wordpress.com/286/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=286&subd=makie&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://makie.wordpress.com/2009/02/07/beerdigung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="http://1.gravatar.com/avatar/1dd391e0c743dd36f8a9eec0be9bf0eb?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">Makie</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Ambitionen</title>
		<link>http://makie.wordpress.com/2009/02/07/fischig/</link>
		<comments>http://makie.wordpress.com/2009/02/07/fischig/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 07 Feb 2009 10:02:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Befindlichkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://makie.wordpress.com/2009/02/07/fischig/</guid>
		<description><![CDATA[Ich erinnere mich an F..
Er hat immer etwas Seifiges, schwitzt angestrengt und ist sehr ambitioniert.
Er ist ein kraftvoller Tänzer, die Augen gehen ihm beim Tanzen über, und er hat nicht nur beim Tanzen Vorstellungen darüber, wie „es&#8220; zu laufen hat.
Er reißt sie herum wie eine Puppe. Mal ist sie zu schwer, zu plump, zu wenig [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=276&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">Ich erinnere mich an F..</p>
<p style="text-align:justify;">Er hat immer etwas Seifiges, schwitzt angestrengt und ist sehr ambitioniert.</p>
<p style="text-align:justify;">Er ist ein kraftvoller Tänzer, die Augen gehen ihm beim Tanzen über, und er hat nicht nur beim Tanzen Vorstellungen darüber, wie „es&#8220; zu laufen hat.</p>
<p style="text-align:justify;">Er reißt sie herum wie eine Puppe. Mal ist sie zu schwer, zu plump, zu wenig willenlos und mal zu wenig bereit, sich auf ihn einzulassen.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich fand F. immer einsam. Einmal hat er mir ein Pyramidengestell gezeigt, unter das er sich stets drunter setzt, um dann gebündelte, universelle Energien zu empfangen.</p>
<p style="text-align:justify;">Ansonsten verkauft er Golfschläger. Erst in einem großen Kaufhaus der Stadt, dann in einem noch größeren Kaufhaus.</p>
<p style="text-align:justify;">Bei der Beratung rückt er seine Brille zurecht und macht den Kundinnen schöne Augen. Wo sie einen Schläger will, da trachtet er nach Anerkennung. Vom Golfspielen hat er keine Ahnung.</p>
<p style="text-align:justify;">Zuhause nimmt er sein Akkordeon und träumt. Beim Tanzen da will er ihr etwas beibringen und redet von Erotik.</p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/makie.wordpress.com/276/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/makie.wordpress.com/276/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/makie.wordpress.com/276/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/makie.wordpress.com/276/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/makie.wordpress.com/276/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/makie.wordpress.com/276/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/makie.wordpress.com/276/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/makie.wordpress.com/276/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/makie.wordpress.com/276/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/makie.wordpress.com/276/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=276&subd=makie&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://makie.wordpress.com/2009/02/07/fischig/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="http://1.gravatar.com/avatar/1dd391e0c743dd36f8a9eec0be9bf0eb?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">Makie</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Umkleidekabine</title>
		<link>http://makie.wordpress.com/2009/01/28/umkleidekabine/</link>
		<comments>http://makie.wordpress.com/2009/01/28/umkleidekabine/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 28 Jan 2009 20:01:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>makie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Befindlichkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Orte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://makie.wordpress.com/?p=251</guid>
		<description><![CDATA[30.03.2007
Neulich abends war ich bei der Tanzstunde in der Volkshochschule. Ich war die erste, die gekommen war. Die Stunde beginnt immer um viertel nach acht und es war kurz nach acht. Von der Kung Fu Schule war ich es immer gewohnt, rechtzeitig, d.h. um einiges früher zu kommen, einfach um konzentriert zu sein, wenn die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=251&subd=makie&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">30.03.2007</p>
<p style="text-align:justify;">Neulich abends war ich bei der Tanzstunde in der Volkshochschule. Ich war die erste, die gekommen war. Die Stunde beginnt immer um viertel nach acht und es war kurz nach acht. Von der Kung Fu Schule war ich es immer gewohnt, rechtzeitig, d.h. um einiges früher zu kommen, einfach um konzentriert zu sein, wenn die Stunde beginnt.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Räumlichkeiten vor dem Tanz- und Gymnastikraum, die sich in einem modernen, mehrgeschossigen Mehrzweckgebäude befinden, wo auch andere Seminarräume und eine grosse Bibliothek untergebracht sind, sind recht ungastlich. Die Umkleiden für zwanzig Personen sind winzig. Man drängelt sich vor die schmalen, grünen Spindtüren, die in zwei Reihen einander gegenüberliegen und vor denen jeweils auch eine Bank aus Holzlatten angebracht ist.</p>
<p style="text-align:justify;">Somit öffnet sich dieser winzige Raum in eben noch winzigere Spind-Räume, in die man seine Kleidung verschwinden lassen kann. Die Gebrauchsspuren im Inneren der Spinds sind nicht direkt vertrauenerweckend. Man kann bei dem Sparoberlicht im Raum nicht so richtig unterscheiden zwischen Rutschkratzspuren im Lack oder Dreckrutschspuren. Man weiss nicht so genau, was Schmutzflecken, Erdkrumen, Staub- und Wollmäuse und was Rost- bzw. Lackschäden und Gebrauchsspuren sind.</p>
<p style="text-align:justify;">Auch ist es wenig verlockend den Kopf in einen Spind reinzustecken (der Gedanke allein, den Kopf im Spind einzuklemmen, hält mich davon ab – könnte ja einer kommen und von hinten nachschieben&#8230; Zu viele im Märchen sind kopfüber und eh sich sich versahen im Backofen gelandet.), um dem Inneren eines Spinds genauer nachzuschnüffeln. Und dies blos, um sich dann besser entscheiden zu können, ob man diesen benutzt oder doch lieber einen anderen, den man dann auf die gleiche Art noch einmal untersuchen muss. Mir reicht es völlig, wenn ich für anderthalb Stunden auf gut Glück meine Kleidung da einsperre. Also stecke ich meine Sachen rein und hoffe, dass alles gut geht.</p>
<p style="text-align:justify;">Das Innere der Spinds sieht nicht so aus, als würde dort wenigstens ab und zu mal gewischt. Eine solche Dienstleistung kann sich im Augenblick eh’ niemand hier in Deutschland leisten. Schon rein atmosphärisch nicht. Das würde nicht zur neuen Armut – vor allem auf dem kulturellen Sektor des Breitensports &#8211; passen. Da wird gespart, das ist schon in der Bauweise  abzulesen und auch niemand anders ist befugt, diese Dinge zu tun. Man ist es ja gewöhnt, dass andere Leute befugt sind, die Räume sauberzuhalten und ausserdem ist der Gedanke, mit einem Putzlappen zur Tanzstunde zu kommen und mit einem feuchten Lappen auch wieder zurückzufahren doch eher ungewohnt. Sagen wir mal, es fühlt sich merkwürdig an.</p>
<p style="text-align:justify;">Also stecke ich anstatt zu putzen meine Kleidung mit einem etwas komischen Gefühl in den Spind und hoffe immer, dass mir keine undefinierbaren Geruchsschwaden entgegenkommen. Ich meine ich bin dem Spindinneren gegenüber immer ziemlich misstrauisch. Und das war schon immer so. Egal ob in Schwimmbädern – da ganz besonders – oder vor Sporthallen.</p>
<p style="text-align:justify;">Was weiss denn ich, wer die Vorherbenutzer waren und was denen so eingefallen ist? Ich habe beim letzten Mal den Vorzug von Kleiderbügeln entdeckt. Da ist die Berührungsoberfläche zwischen Kleidungsstücken und Spind auf ein Minimum reduziert.</p>
<p style="text-align:justify;">Wenn kein Kleiderbügel da ist, knubbele meine Kleidung so zusammen, dass ich sie meinem kleinen Rucksack wie eine Mütze aufsetzen kann. Mein Rucksack ist dann so etwas wie vertrauenerweckendes Heimatgebiet. So etwas wie ein eigenes Kopfkissen. Da weiss ich dann wenigstens, wo der war und was der erlebt hat und ob ich den besudelt habe oder nicht. Wenn ich meine Kleider auf meinen Rucksack stapele, dann habe ich kein komisches Gefühl.</p>
<p style="text-align:justify;">Vor den grünen Spindtüren mach’ ich mit dem Umziehen immer ganz schnell. Schnell die Schuhe aus. Einfach von der Ferse aus runterziehen, ohne die Schnürbänder zu lösen. Meine Schuhe schliesse ich auch gar nicht erst ein, sondern lasse sie draussen, ausserhalb vom Spind. Ratsch, die Hose runter und in die Gymnastikhose rein und wutsch, Pullover und T-Shirt aus und in mein Tanz-T-Shirt rein. Alles ganz schnell. Bloss, dass ich mit dem Umziehen fertig werde, noch bevor jemand reinkommmt.</p>
<p style="text-align:justify;">Es könnte ja sein, dass jemand, der nach mir reinkommt, auf die Idee kommt, die Spindtür links oder rechts neben meiner zu benutzen. Wäre das der Fall, dann hätte ich noch nicht mal mehr Platz auf einem Bein zu stehen. Den Oberkörper müsste ich geradezu der Länge nach einrollen, um mich exakt im Bereich vor meiner Spindtür aufhalten zu können.</p>
<p style="text-align:justify;">Es ist schon eine komische Befürchtung, dass der nächste, der kommen könnte, ausgerechnet den Spind neben „meinem“ benutzen wollen könnte. Ich war ja die Erste, die da war, bin eigentlich auch gut sichtbar und viele Spinds waren noch frei. Eine weitere unterschwellige Befürchtung ist die, dass die von der Tangoklasse und die restlichen Schüler von meiner Tanzklasse gleichzeitig in die Umkleide kommen könnten. Ich meine, in dem Gedrängel würde ich dann den Überblick völlig verlieren. Könnte sein, dass ich dann keinen Platz mehr hätte, meinen Pullover über den Kopf zu ziehen und ich im Hosenbein stecken bleibe, auf einem Bein herumspringe, umfallen könnte oder ich andere anrempele oder die mich anrempeln. Einfach, weil es so eng ist und es gar nicht anders geht, als sich anzurempeln. Es ist wohl so, dass man sich dann wie in einem vollbesetzten, indischen Zug fühlen würde – nur dass die Umkleide kein Zug und schon gar nicht in Indien wäre. In Indien, habe ich mir sagen lassen, sind volle Züge kein Problem.</p>
<p style="text-align:justify;">Soweit zu meinen Gedanken, Berechnungen und Fantasien in einem Raum, der hinsichtlich seiner Funktion und Aufgabe viel zu eng berechnet ist. Dreissig Spinds in zwei gegenüberliegenden Reihen, in einem Raum, auf dessen Grundfläche sich maximal, aber wirklich maximal! acht Leute gleichzeitig aufhalten können. Das ist so wie mit dem angegebenen Maximum an Menschen, die ein Aufzug tatsächlich befördern kann: Kein Mensch wünscht sich, in einem tatsächlich vollen Aufzug zu fahren. Die Umkleide ist im Übrigen nicht grösser als ein grosser Aufzug und wenn die Türe geschlossen ist, stellt sich für einen Augenblick eine ähnliche Beklommenheit unter den Menschen ein, wie im Fahrstuhl. Die verschwindet aber in dem Moment, wo einer anfängt, etwas zu sagen. Zum Beispiel: „Ganz schön eng hier, nicht wahr?“ Dann lachen manche und der Spuk ist vorbei.</p>
<p style="text-align:justify;">Im Umkleideraum frage ich mich schon nach der Beschaffenheit des Vorstellungsvermögens desjenigen, der diesen Raum geplant hat. Die Umkleide ist ungefähr so lieblos und unsinnig geplant, wie in älteren Wohnungen die Toiletten oder auch die Küche. Da geht es entweder um niedere oder unwichtige Tätigkeiten. Also fällt der Raum besonders klein aus, hat kein Fenster und ist zugunsten von Repräsentationsräumen geradezu eingedampft.</p>
<p style="text-align:justify;">Eigentlich ist die Umkleide der Volkshochschule der einzige Kommunikationsraum, in dem die Kursteilnehmer die Gelegenheit haben, sich unabhängig von der Unterrichtsstunde kennenzulernen. Ausserdem ist so eine Art Übergangszone – zwischen „nach“ und „vor“ und „vor“ und „nach“.</p>
<p style="text-align:justify;">Solange keine anderen Verabredungen getroffen werden, besteht nur in der Umkleide die Gelegenheit, die anderen Kursteilnehmer kennenzulernen, etwas über sie zu erfahren und sich über die gemeinsamen Erfahrungen im Tanz-Kurs auszutauschen. Ich meine, es ist einfach schön, etwas von den anderen zu erfahren.</p>
<p style="text-align:justify;">Wenn ich zu früh dran bin und schon umgekleidet, dann weiss ich eigentlich nicht, wo ich mich dann aufhalten soll, vor allem wenn die Halle noch von der Vorgängerklasse besetzt ist.<br />
Und das ist normalerweise der Fall. Die Umkleiden sind so muffelig und klein. Und es besteht nach dem Umkleiden keinerlei Berechtigung mehr, sich noch länger darin aufzuhalten.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich habe das probiert und bin nach dem Umziehen einfach auf der Holzbank vor den Spindtüren sitzen geblieben. Nicht nur, dass man dann da sitzt und sonlange niemand anders da ist, die entweder offenen oder geschlossenen Spindtüren anstarrt, die mit oder ohne Schlüssel zurückstarren und die wiederum entweder ein ordentliches Armband haben oder nur eine dünne Schnur, an der der kurze, stummelige Schlüssel und das runde Nummernschild für die Spindtür befestigt sind&#8230;</p>
<p style="text-align:justify;">&#8230; der Raum hat auch keine Fenster, weder zum Rausgucken, noch zum Belüften (was ja in einer Sportumkleide auch nicht ganz unwesentlich ist) und nur eine Türe, die so unvermittelt aufgehen könnte, das man sich erschreckt und man – bevor sie aufgeht – immer in der Erwartung lebt, dass sie nun aufgehen könnte. Das ist wie mit einem Tropfen, den mann dicker werden sieht und trotzdem nicht weiss, wann genau er fallen wird. Wahrscheinlich wird da die Grundangst vor dem Ungewissen berührt. Niemand weiss genau, wann es soweit ist, aber jeder weiss, dass es irgendwann soweit ist. Die Schritte von draussen hört man nicht unbedingt. Die neu Eintretenden treten unvermittelt ein.</p>
<p style="text-align:justify;">Solange ich allein bin, empfinde ich das als unterschwellig bedrohlich. Manchmal erschrecke ich mich auch, wenn es plötzlich an meiner Wohnungstüre klingelt.</p>
<p style="text-align:justify;">Wenn ich mich – trotz allem – in der Umkleide auf die Bank setze, weil es draussen überhaupt keinen Wartebereich gibt und man entweder den schmalen Gang vor der Halle auf- und abgehen kann oder sich auf den kalten Linoleumfussboden vor der Halle hinhocken, ich also mit der Umkleide das „kleinere Übel“ wähle, und auf den Beginn der Tanzstunde warte, dann weiss ich auch nie, auf welchen Teil der beiden gegenüberliegenden Bänke ich mich eigentlich setzen soll:</p>
<p style="text-align:justify;">Auf der einen Seite, sitze ich wie im Hinterhalt und riskiere die Eingangstüre auf die Nase zu kriegen, falls jemand rein kommt, der die Türe mit Schwung aufmacht. Setze ich mich auf die andere Seite, dann sitze ich so ungeschützt und funktionslos da, als hätte ich nichts Besseres zu tun gehabt. Und es sieht dann so aus, als würde ich jedem, der reinkommt geradezu auflauern. Bei dem Gedanken allein, fange ich schon an mich zu verteidigen. Wo auch immer solche Gedanken angelegt wurden: ich habe sie! Nutzlos, sie auch noch als absurd abzutun und so zu tun, als hätte ich sie nicht.</p>
<p style="text-align:justify;">Natürlich lauere ich keinem auf. Ich sitze dort, weil es keinen anderen Sitzplatz gibt. Und weil das Herumgehen oder Herumstehen und Warten vor der Kabine noch haltloser ist und ohne einen Ort, der für das Warten bestimmt ist, ein Ort, der einem eine Berechtigung gibt, dass man eben dort ist und wartet.</p>
<p style="text-align:justify;">Aber ich bin mir nicht sicher, ob das die anderen auch wissen und auch so auffassen. Ich empfinde meine Gegenwart für andere nach wie vor als eine Art „Verletzung“ oder als „Zumutung“ oder als etwas, das ich auf der Stelle „zurückzunehmen“ habe, damit es nicht zu einer Verletzung wird. Und ich empfinde das mitunter stark genug, dass ich mich so verhalte, dass Äusserungen und Erfahrungen, die wieder und wieder in diese Richtung gehen, möglichst vermieden werden können. So komme ich normalerweise „pünktlich“, d.h. nicht zu früh und auch nicht zu spät. Ich komme meistens „mit Erlaubnis“, d.h. nach Absprache und Verabredung. Ich brauche einfach eine äussere Situation, in der ich mir absolut sicher sein kann, dass ich da sein darf. Sei es, weil ich dafür bezahlt hätte oder weil ich einen triftigen Grund dafür habe. Rumstehen, rumsitzen, warten, funktionslos sein, zu früh sein, unangemeldet sein – all das löst Pein und Scham in mir aus. Es löst Gefühle in mir aus, die irgendeine Art des „Erbarmens“ erfordern. Und sie erfordern jemanden, der meine Gegenwart mich nicht von jener „peinlichen“ Seite auffasst. Es sind oft andere, die durch ein nettes „Hallo, wie geht’s“ die Situation entschärfen. Sie geben mir dadurch eben jenen Boden unter den Füssen, den ich so sehr vermisse. Manchmal fühle ich mich wie jemand, der tatsächlich nach genau jenem Flügel Ausschau hält, unter den er schlüpfen kann, Geborgenheit und Wärme findet, um überhaupt wieder etwas Normales denken zu können und sich die Erlaubnis geben zu können, mit anderen zu sprechen.</p>
<p style="text-align:justify;">Hierzulande gibt es die „bösen Zungen“ und es gibt immer eine Möglichkeit, eine Situation so böse wie möglich auszulegen. Und ich selber habe viele böse Zungen im Kopf. Und ich lege es mir möglichst böse aus. Bin demnach also ein „Spanner“ in der Umkleidekabine und lauere anderen auf, die ich ab dem Moment zu sezieren beginne, in dem sie erscheinen.</p>
<p style="text-align:justify;">An meiner Beobachtung und Gegenwart ist so gesehen etwas Unangenehmes und auch etwas Fremdes. Das Verhalten anderer Menschen ist für mich oft so anders und verschieden von mir selbst, dass ich sie manchmal anstarre, als wären sie vollkommen unwirklich und ich ein Marsianer. Und ich starre und vergesse mich selbst dabei. Und das ist, als würde ich meine Finger auf eine heizende Kochplatte legen und vergessen, das sie dort liegen. Als hätte ich keinerlei Beziehung zur Bedeutung und Funktion einer heissen Kochplatte. Es ist eine Art der Selbstvergessenheit und es ist mitunter mühsam, die Situation in ihrer Funktion zu vergegenwärtigen. Ich habe es einfach vergessen. Erinnert werde ich in dem Moment, wo es weh tut.</p>
<p style="text-align:justify;">„Was guckst Du so?“ „Warum guckst Du mich so an?“ Solche Fragen bekomme ich gestellt, wenn ich aus meinen Augen rausgucke, während ich vergessen habe, wo ich bin. Es ist anderen schleiherhaft, warum ich z.B. in diesem oder jenem Moment lache oder das Gesicht in diese oder jene Richtung verziehe oder dieses oder jenes tu. Und mir ist es auch schleierhaft und ich kann es nicht erklären. Ich war abwesend und es sah so aus, als sei ich dagewesen.</p>
<p style="text-align:justify;">Zwischen mir und anderen ist etwas Unverständliches und etwas das nicht synchron läuft oder nicht synchron ineinander greift. Da gibt es eine Verschiebung oder Ver-rücktheit, die auf beiden Seiten nicht nachvollziehbar ist.</p>
<p style="text-align:justify;">„Warum lachst Du?“, fragen mich manchmal die Leute. Ich habe es dann mitunter noch nicht mal bemerkt, dass ich gelacht habe. Ach, habe ich gelacht? Über gar nichts. Ich weiss es nicht. Ich weiss nicht, wo ich gewesen bin. In jener Sekunde, wo ich gewesen bin und warum ich gelacht habe. Vielleicht erschien es mir richtig an jener Stelle zu lachen. Vielleicht habe ich mich gefreut oder gewundert. Aber eines steht fest: ich bin nicht dabei gewesen und ich weiss nicht, warum ich gelacht habe. Vielleicht war es auch ein asiatisches Lachen, das die Unsicherheit kaschieren sollte oder ich habe gelacht, weil alles gut gegangen ist.<br />
Oder weil das Gesicht eines anderen Menschen so nahe vor meinem Gesicht erschien und ich erst nicht wusste, was ich am besten tun sollte.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich sehe mir andere Menschen manchmal gerne an und am liebsten &#8211; und wenn ich es mir denn erlauben würde &#8211; tät ich mir auf der Stelle meiner Beobachtungen gewahr werden und sie in ein Notizbuch eintragen. Es würde mir gut tun, das zu tun, dann wüsste ich vielleicht, warum ich gelacht habe und in welcher Welt ich gerade leben würde. Ich glaube, es ist nicht nur so, dass ich nichts gesehen habe, solange ich nicht darüber geschrieben habe, es ist auch so, dass ich nicht weiss, wo ich bin oder gewesen bin, solange ich es mir nicht durch Schreiben zu vergegenwärtigt habe.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich sitze da und warte auf die anderen. Vielleicht, weil mir allein in der Umkleidekabine so mulmig ist und ich allein vielleicht auch nicht immer die besten Gedanken hege. Und ich sitze da, weil ich andere gerne beobachte. Es interessiert mich, wie andere Menschen ihr Leben leben. Was sie tun, wenn sie etwas tun. Da werde ich wirklich zum „Spanner“.</p>
<p style="text-align:justify;">Das einzige, was die eigene (Gedanken-)Welt relativieren kann, sind die Beobachtungen, die man an anderen Menschen machen kann. Menschen, die sich so ganz anders verhalten als man selbst und deren Welt folglich von ganz anderen Gedanken und Vorstellungen geprägt ist.</p>
<p style="text-align:justify;">Die anderen kommen, wie ich mittlerweile feststellen konnte, immer ziemlich spät zur Tanzstunde. Und nachdem es öde ist, vor der Turnhalle auf- und abzugehen, bleibe ich in der Umkleide sitzen. Es gibt keine anderen Sitzplätze. Schliesslich kommen die anderen und ich sehe ihnen beim Umziehen zu. Ich meine, wohin sollte ich weggucken, zumal das, was es zu sehen gibt, ziemlich interessant ist. Wann erfährt man schon mal, was und wie sich andere Menschen anziehen? Wann kann ich schon mal sehen, wie jemand im Businesskostüm, sich unter seinem Businesskostüm kleidet. Zum Beispiel mit Unterhose, Strumpfhose, Überunterhose und dann einer nadelgestreiften Businesshose. Auf die Idee käme ich ja gar nicht.</p>
<p style="text-align:justify;">Und dann: während ich Leuten beim Umkleiden zusehe, bekomme ich immer so Gefühle, wie sich Kleidungsstücke anfühlen. Und ich denke mir dann immer: „Das könnte ich niemals anziehen. Das Gefühl auf der Haut würde ich nicht ertragen.“ Das trifft insbesondere auf Nylonstrumpfhosen zu. Vom Anblick des Materials kriege ich am ganzen Körper eine Gänsehaut. Nicht nur die Materialien beschäftigen mich, auch die Auswahl der Kleidungsstücke und die Art und Weise, sich an oder auszukleiden. Beim Tanzen habe ich keine Zeit mehr hinzusehen. Da tanze ich.</p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/makie.wordpress.com/251/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/makie.wordpress.com/251/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/makie.wordpress.com/251/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/makie.wordpress.com/251/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/makie.wordpress.com/251/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/makie.wordpress.com/251/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/makie.wordpress.com/251/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/makie.wordpress.com/251/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/makie.wordpress.com/251/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/makie.wordpress.com/251/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=makie.wordpress.com&blog=1609397&post=251&subd=makie&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://makie.wordpress.com/2009/01/28/umkleidekabine/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="http://1.gravatar.com/avatar/1dd391e0c743dd36f8a9eec0be9bf0eb?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">Makie</media:title>
		</media:content>
	</item>
	</channel>
</rss>