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April 27, 2009

Der Fleck

Ein nasser, dunkler Fleck, kleiner als ein Fünfmarkstück, auf dem Meer eines frisch gebürsteten Holzparketts.
Rippe für Rippe. Die Gräten des Parketts dehnen sich aus in all den vielen Räumen, doch ein Fleck trübt die Größe, unterbricht.
Eine Stunde lang habe ich ihn gesehen, bin immer wieder auf meinem Weg woanders hin, so ganz beiläufig an ihm [...]

Februar 20, 2009

Stehcafé im Bahnhof

Gestern früh gönnte ich mir noch vor der Arbeit einen Milchkaffee im Zwischengeschoss am Hauptbahnhof.
Da gibt es ein kleines Stehcafé, wirklich winzig, in dem immer mindestens drei Mitarbeiterinnen hinter der Theke stehen, die alle Hände voll zu tun haben.
Es gibt Brot, Gebäck und frisch belegte Brötchen – die Klassiker: Käsebrötchen und Fleischwurstbrötchen. So wie die [...]

Februar 19, 2009

Sei fröhlich!

„Sei fröhlich“, hat er mir hinterher gerufen, als hätte er die ganze Zeit gespürt, wie schwer mein Herz eigentlich ist. Durchschaut hat er mich, gespürt hat er mich und ruft es mir dann zu, dieses „Sei fröhlich“ – ganz zum Schluss, im letzten Moment, gerade dann, wenn ich nur noch nicken kann, wie im Reflex, [...]

Februar 16, 2009

Traum (mit Katzen)

Ich habe heute Nacht geträumt. Ich war im Haus meiner Cousine, die dort mit ihrem Bruder, ihrem Mann, der so ist, wie ihr Bruder und ihren beiden Söhnen lebt. Und mit fünfzehn Katzen.
Diese Katzen waren unglaublich. Es gab große Katzen, und es tauchten auch immer mehr Babykatzen auf. Und das irrste waren die Farben. Die [...]

Februar 10, 2009

Megadepression

10.02.2009
Draussen ist es so kalt weiss-hell und dunkelgrau. Nicht der Hauch von etwas, dass das Herz erwärmen könnte. Keine Aussicht. Herzkälte.
Stürmisch, schneidender, herumirrender Wind. Kein Winter und kein Frühling.
Selbstmitleid? Nein. Eigenlich nur nicht die Kraft davonzurennen.
Ich fühle mich grenzenlos verloren und bei dem Gedanken an welche Verpflichtung auch immer gnadenlos eingeengt
Ich fühle mich heute so, [...]

Februar 8, 2009

Stürme

03.02.2009
Genauer sein. Ruhiger sein. In die Nähe der Wörter gehen. In die Nähe der Wörter gehen, die schon da stehen. In die Nähe des Sinns gehen, der da schon gemeint ist. In die Nähe des Bildes gehen, das schon genannt ist.
Es ist ja gar nicht so schwer.
Du musst nur ruhig sein. Einfach nur hinschauen. Ruhig [...]

Februar 8, 2009

Ich bin krank

03.02.2009
… und ich bin sowas von krank. Mir laufen fette Tränen über die Wangen, nur weil ich nicht fassen kann, wie krank ich mich fühle. Körperlich krank. Die Nase voll, den Kopf voll, die Bronchien schwer und verschleimt, der Rücken schmerzhaft und „ich“, was auch immer das ist, vollkommen bröselig.
Fühle mich wie ein Haufen zerbrochener [...]

Februar 8, 2009

Thomas Bernhard

09.02.2009
Das heutige Datum – ein Witz. Nach gestrigem Vorfrühlingswetter – heute Schneefall. Der Schnee bleibt leider nicht liegen. Die Straße ist schwarznass. Gestern war sie staubig und matt im Sonnenlicht. Schottersteine überall. Der Staub und die Hinterlassenschaft des Winters hell beleuchtet. Viele Menschen auf der Straße.
Thomas Bernhard – mir war er noch nie sympatisch und [...]

Februar 7, 2009

Beerdigung

Februar 2008
Gestern war die Beerdigung vom M. Großer emotionaler Aufruhr. Und der Versuch sich irgendwie zu retten.
Ich probierte meine Sonnenbrille vor dem Spiegel aus. So kennt man sie ja, die Promis am Grab ihrer Lieben: Mit riesigen Sonnenbrillen. Und einander unterhakend, untergehakt, gebeugt oder gestützt, sich zusammenrottend, enger denn je und das Ganze dann auf [...]

Februar 7, 2009

Ambitionen

Ich erinnere mich an F..
Er hat immer etwas Seifiges, schwitzt angestrengt und ist sehr ambitioniert.
Er ist ein kraftvoller Tänzer, die Augen gehen ihm beim Tanzen über, und er hat nicht nur beim Tanzen Vorstellungen darüber, wie „es“ zu laufen hat.
Er reißt sie herum wie eine Puppe. Mal ist sie zu schwer, zu plump, zu wenig [...]