03.02.2009
… und ich bin sowas von krank. Mir laufen fette Tränen über die Wangen, nur weil ich nicht fassen kann, wie krank ich mich fühle. Körperlich krank. Die Nase voll, den Kopf voll, die Bronchien schwer und verschleimt, der Rücken schmerzhaft und „ich“, was auch immer das ist, vollkommen bröselig.
Fühle mich wie ein Haufen zerbrochener Hölzer, aufeinandergeworfen. Mir ist zum heulen. Jede Nacht Träume. Altpträume. Realitätsträume.
Kein Schlaf. Kein Abschalten. Sich von Stunde zu Stunde hangeln. Im Bett herumwälzen. Angstträume und Ausdrucksträume. Die Haut juckt wie verrückt.
In meinen Träumen geschieht genau das, was in der Wirklichkeit nicht geschehen darf. Was niemand wissen darf. Was niemand sehen darf.
Einen Kollegen habe ich angeschrien: „Verschwinde“.
Geschichten von Verabscheuung einerseits und von Vergötterung andererseits. Da wird permanent erhöht und erniedrigt. Da wird überbewertet und unterbewertet.
Ich bin so krank. Ich fühle nur Verschobenes und Verrücktes.
Den letzten Rest aus der alten Tube. Aus der Vergötterungstube. Das waren irgendwie die Reste und ich habe mich bemüht, sie möglichst gut aussehen zu lassen.
Ich träume von Freund und von Feind. Ich träume von Nähe und von Ausgrenzen. Ich träume von Sympathie und von Abneigung. Ich träume von Macht und Ohnmacht.
Die ganze Nacht habe ich Tische gezeichnet, Aufteilungen und Sitzordnungen.
Meine Seele wagt sich in ihren Traumausflügen nicht aus meiner Tageswirklichkeit heraus. Sie benutzt das Material aus meinen Tagen und treibt es weiter.
Und manchmal bleibt sie an einem winzigen Detail hängen, das sich wie eine hängengebliebene Schallplatte wiederholt. In meinen Träumen kann ich noch nicht einmal eine Fuge in der Badezimmerkarrelage überwinden.
Meine Nächte machen meine Tage nach – nur noch schlimmer.