Januar 28, 2009...8:38

Land’s End

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27.04.2007

Am Ende des Bahnsteiges und entgegen der Fahrtrichtung
ein kühlender Wind und eine Sonne, die brennt.

In den Nachrichten der Fund einer zweiten Erde
- na endlich –
und „Leben ist möglich“
- auch das –
und ich – auf meinen Sitzknochen,
wie auf zwei Gnadenhöckern,
mit eingeschlossener Bauchkammer über
verschränkten Schenkeln und
einem grün leuchtenden, baumelnden Fuss.

Hier pflanzen sich die ungebetenen Pflanzen fort und
das Müllgedächtnis zeugt vom Überfluss rausgeworfener Rohstoffe,
die hier aufgeheizt, das Licht stumpf reflektierend,
schmutzig dümpelnd, vor sich hin gärend,
bis sie zeitverzögert, aber doch hoffentlich wieder,
in den Mutterschoss aufgenommen werden.

Es gibt nichts Ausserirdisches und damit nicht genug:
Warum sollte es Ausserirdisches geben?

Grenzerforschung ist das Eine,
für die, die immer ganz weit nach draussen wollen,
Aufgaben für die Daheimgebliebenen gäbe es an sich genug.

Die zweite Erde lockt.

Die „Rohstoff-in-Dreck-Transformation“ kann weitergehen.
Wenn es hier zu heiss wird,
dann ziehen wir eben um.
20 Milliarden Lichtjahre entfernt.

Und wem es in seinem Körper nicht gefällt,
der lässt sich eben operieren:
Prima Modelle geben die Lieblingsstars ab.
Das ist doch heutzutage alles gar kein Problem.

Die Sonne brennt.
Laut Nachrichten und Stimmung
kein Grund zur Freude und auch
kein Grund für Frühlingsgefühle.

Schliesslich sind wir längst im Hochsommer und
in nur wenigen Jahren wird man alles tun,
der Sonne zu entkomen.

So ist die Stimmung und auf den Gehwegplatten
erwärmt sich ausgespuckter Kaugummi.

Und dann gibt es die, die sich aufregen über so etwas.
Die, die sich ordentlich benehmen und niemals
einen toten Fisch kaufen würden.

Die Dinge, die ich mir wünsche und
die Kinder wünschen, die treten nicht ein.

Und ich nehme Trauer und Enttäuschung
in dem Vertrauen, dass das Leben es richtiger mit mir meint
als ich mit mir selbst: Was ich tu, das ist das eine,
was geschieht, das ist das Unerwartete.

Was ich mir wünsche, das trifft nicht ein.
Ich werde nicht gerettet und es kommt auch niemand.


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