Januar 8, 2009...6:39

Schlittschuhlaufen

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Mit der Bitte um Beachtung des Kommentars! Der Staffelsee war / ist wohl viel gefährlicher als gedacht!!!

Um den aktuellen Zustand des Eises zu erfahren bitte unbedingt bei der Wasserwacht, der Feuerwehr oder der Polizei nachfragen:

Hier auch eine Homepageadresse: http://www.wasserwacht-seehausen.de

07.01.2008

Gestern bin ich mit einer Freundin zum Schlittschuhlaufen gefahren. Erst an den Kirchsee. Da gefiel ihr weder das Wetter (vollkommen bedeckter Himmel), noch das Eis (viel zu rauh).

Dann sind wir zum Staffelsee gefahren. Dort war immernoch bedeckter Himmel, aber das Eis war so gut und die Aussichten beim Fahren über den See so wunderbar, dass wir den fehlenden Sonnenschein vergessen haben und zwei Stunden lang Schlittschuh gefahren sind. So lange, wie es ging. So lange bis es dunkel wurde.

Ich hatte beim Fahren ein Gefühl wie Gunda Niemann, die Eisschnellläuferin. Diese regelmäßigen, ruhigen Laufbewegungen mit einem tiefen Atem und dabei so richtig schnell über das Eis gleiten.

Auf einem großen Natursee zu fahren ist nicht vergleichbar mit den Runden in einem Eisstadion. Teilweise waren wir völlig allein unterwegs. So riesig war die Fläche, die uns zur Verfügung stand.

Wird das Eis halten? Die Wasserwacht war schon mit einem großen Schlittenfahrzeug und einem Enterhaken unterwegs. Sie haben das Eis getestet. Im Eis waren an zwei Stellen Fahrrinnen von Fährbooten, die noch bis zu einer Eisdicke von 4 cm übersetzen. Diese Fahrrinnen haben wir gemieden.

Ansonsten war die Eisdecke dicht. An den Ufern krabbelte die aufgequollene Eisdecke hoch. Nichts hat geknarzt. Man hörte nur das Glucksen zwischen Eisdecke und See, ein unheimliches und schönes Geräusch. Man konnte es aus etwas Entfernung unter den Kufen eines jeden Eisläufers hören.

Abgebrannte Feuerwerksraketen waren mitsamt Stiel ein der Eisdecke festgefrohren. Vereinzelt sah man auch Hasen- und Vogeltrittspuren in der Eisdecke und dunkle Schlaglöcher, die zugefrohren aussahen, wie von einem Stein zerschmissene Fensterscheiben. Auf der einen Seite der Insel war das Eis glatter, als auf der anderen.

Meine Freundin und ich sind mit einem Gefühl auf den See rausgefahren, als wären wir die einzigen Menschen, Forscher, Explorer, Amundsen und Scott. Trotzdem: Wir haben uns an bereits bestehenden Spuren orientiert und am Anfang sind wir immer so gefahren, dass noch jemand in Sichtweite vor uns her gefahren ist oder dass wir in Sichtweite von anderen Leuten waren, „falls doch irgendetwas ist…“

Es ist ein unglaubliches Gefühl auf und inmitten eines riesigen Sees zu stehen. Auf dem Wasser laufen… das ist der Traum gleich nach dem Fliegen.

Die Spuren waren von Leuten gemacht worden, die sich mit den Zufrier-Eigenschaften des Sees auskannten. Von einem Mann aus der Gegend hatten wir uns aufklären lassen: Nicht zu nahe an die Bootsfahrrinnen und nicht quer über den See laufen und dort wo Schlittschuhspuren sind, trägt das Eis auch. So hatten wir genug Faustregeln.

Meine Freundin wollte in der Nähe des Ufers fahren. Ich habe es geliebt, mitten über den See und direkt auf die Berge zu zufahren. Ein Gefühl von Grenzenlosigkeit. So eine geschlossene Eisdecke hat etwas Wüstenhaftes.

Es war so eisig, dass mir die Hände und die Füße fast eingefrohren sind. Aber die Begeisterung hat uns nach einer Weile Eislaufen wieder eingeheizt. Die war einfach stärker als die Kälte und der schneidende Wind, der uns beim Zurückfahren entgegenschlug.

Wir sind schließlich halb um die große Insel herumgefahren. Da haben wir allerdings drei Jungs, ein Trio von Hockeyspielern mit Schlägern, vorfahren lassen.

Am Ufer das Schilf, in der Ferne im grauen bis anthrazitfarbigen Himmel die Bergkulissen und vor uns immer die Weite des Sees und die Inseln.

1 Kommentar

  • Neuer Kommentar zu Ihrem Artikel #189 „Schlittschuhlaufen“
    Autor : Alex (IP: 129.187.51.30, a030.tum.vpn.lrz-muenchen.de)
    E-Mail : Fischer.ohlstadt@freenet.de
    URL : http://www.wasserwacht-seehausen.de
    Whois : http://ws.arin.net/cgi-bin/whois.pl?queryinput=129.187.51.30
    Kommentar:
    Hallo,

    ich bin gerade auf dein Bloq gestossen. Ich gehöre zu der beschriebenen Wasserwacht und ich muss sagen das fahren auf dem Obersee, wo ihr anscheind ward, ist Lebensgefährlich. Eine tragende Eisdecke ist normal mindestens 5-8cm stark. Das haben wir im moment nur im Strandbadbereich alles ausserhalb ist Lebensgefährlich, denn am Obersee waren es gerade mal 2-3 cm. Das von dir beschriebene Glucksen kommt daher das Luft zwischen See und Eisdecke ist, was das Eis brüchig und noch weniger tragfähig macht. WEnn das Eis gnarzt also ein ächzen zu hören ist, ist es meist zu spät….
    Und es reichen wenige Minuten bis man im eiskalten Wasser bewegungsunfähig ist und anschließend untergeht bzw. ertrinkt weil man sich nicht mehr bewegen kann und mit den Schlittschuhen an den Füßen absackt.
    Informiert euch bitte das nächstemal bei der örtlichen Wasserwacht, der Feuerwehr oder auch der Polizei ob und wie weit der See freigegeben ist. Denn wir die Wasserwacht können mit dem Eisschlitten (große Auflagefläche+schwimmfähig) das Eis testen und haben jedem der uns gefragt hat abgeraten den Obersee zu befahren und die große Insel (Wörth) zu umfahren. Kann euch nur gratulieren und sagen einen guten Schutzengel gehabt, dass hier nix passiert ist.


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