Beiträge vom Dezember 2008

Dezember 31, 2008

Kleiner Jahresrückblick

31.12.2008
Der letzte Tag eines Jahres. Einige Leute, die Karten zu Sylvester geschrieben haben, haben darauf vermerkt: „Es war ein spannendes und ereignisreiches Jahr.“
Das sagt man dann so. Besonders das Wort „spannend“ wird gerne gebraucht. Ich weiß auch gar nicht, was sich dahinter verbirgt. War es schrecklich? Gab es Situationen, deren Ergebnisse über lange Zeit offen [...]

Dezember 30, 2008

Und noch ein Atelierbesuch…

Im Atelier der Geruch von faulen Eiern und eine kleine, frische Garnitur aus weiss-geschnörkelten Sitzmöbeln und Tisch, wie in einem italienischen Eiscafé der 50er Jahre.
Auf der Fensterbank vor dem Dachfenster lagern kleine dottergelbe, angeschrumpelte Äpfel mit roten Wangen. Auf einem Tisch davor stehen irdene, wunderbar bauchige, frisch gedrehte Gefäße zum trocknen.
An und vor den Wänden [...]

Dezember 30, 2008

Hexenjagd

Heute ist ein Tag, um auf Hexenjagd zu gehen.
Sie spricht und ohne Unterlass vergisst sie nichts.
Wasch’ Dich, Du stinkst.
Schmier Dich ein, Du bist verschrumpelt.
Iss besser nichts, Du bist zu dick.
Zieh’ Dir etwas Anderes an, das steht Dir nicht.
Fass nichts an, Du machst es kaputt.
Habe ich es nicht eben gesagt?
Sag besser nichts, es stimmt so nicht.
Geh’ [...]

Dezember 30, 2008

Eine fremde Stadt

Ich verließ ihr Atelier und ging die Treppenstufen zur Hauptstraße hoch und mir war, als sei ich in einer fremden Stadt zu einer fremden Zeit gelandet. Noch nie war ich dort gewesen und noch nie hatte ich jenen Anblick gehabt, wie in jenem Moment.
Es hätte in Rom um 1950 sein können oder in einer portugiesieschen [...]

Dezember 29, 2008

Ausstellungsbesuch

29.12.2008
Eine Bekannte hatte eine Ausstellung in einer kleinen Ladengalerie und passte selber auf ihre Ausstellung auf. Ihre beste und älteste Freundin war zu Besuch gekommen und die beiden saßen zusammen an einem kleinen Tisch, rauchten und führten ein engangiertes Gespräch über Quantenphysik bzw. über ein Buch, das sie beide zu diesem Thema gelesen hatten.
Da ich [...]

Dezember 28, 2008

Busfahrt durch den Park

28.12.2008
Ich fahre gerne mit dem Bus durch den Englischen Garten.
Lasse mich fahren und dabei gehen.
Vergesse Brummen, Schaukeln und Bremsen.
Vergesse die Mitfahrenden, Ein- und Aussteigen.
Vergesse, dass ich im Bus bin.
Meine Blicke schweifen in der Zeichnung winterlich nackter Baumkronen.
In den unterschiedlichen Posen der Stämme. In Bäumen und Büschen.
Manches kommt mir ganz ruhig gewachsen vor, anderes hochdramatisch.
Ich bilde [...]

Dezember 28, 2008

Atelierbesuch – BOOOST

28.12.2008
Ich habe heute einen Atelierbesuch bei einer Künstlerin gemacht, deren Arbeiten ich nun schon seit über 15 Jahren kenne.
Schon als ich ihre Mappe angesehen hatte, die sie mir als Vorbereitung für unser Treffen zugeschickt hatte, war ich wie elektrisiert:
Hui, da ist was weitergegangen. Die Frau hat aufgemacht. Die hat sich auf den Weg gemacht. Die [...]

Dezember 27, 2008

Blicke ins Wasser

27.12.2008
Gestern machten wir einen Spaziergang. Beim Überqueren einer überdeckten Holzbrücke kamen uns fröhliche Hunde entgegen. In der Mitte der Brücke lehnten wir uns in Richtung der nun schon absteigenden Nachmittagssonne über das Geländer.
Tief unter uns das breite, flache Flußbett. Das Wasser war glasklar und es gab den Blick auf die kleinen, grauen, weissen und braunen [...]

Dezember 24, 2008

Stille Nacht

In der Nacht bin ich mehrfach wach geworden und draussen war es so still. So still wie sonst nie.
Es fuhr kein Auto. In meinem Zimmer war es stockfinster. Keine Stimmen waren zu hören.
Nur das Rauschen des Wassers im Heizkörper war zu hören und das Fiepsen in meinem Ohr. Sonst: Absolute Stille.
Ich überlegte schon, ob draussen [...]

Dezember 24, 2008

Christbaumkerzen

Heute früh habe ich auch mit meiner Schwester telefoniert.
Sie war sehr glücklich: Der Christbaum sei bereits geschmückt, der Kartoffelsalat stünde kalt und die Geschenke lägen fertig gepackt unter dem Weihnachtsbaum. Außerdem hätte sie sich ein Programm für den Abend überlegt. Für heute bliebe nichts mehr zu tun.
Sie müsse lediglich ihre Gäste vom Zug abholen.
Sie erzählte [...]